Betriebsstart noch in diesem Jahr

Sarstedter Funkfeuer: Zwischen den Maisfeldern wächst ein „UFO“

Sarstedt/Kreis Hildesheim - Die neue Anlage der Deutschen Flugsicherung im Hildesheimer Nordkreis nimmt Formen an. Welche Auswirkungen hat das auf den Ausbau der Windkraft?

Das Stahlgerüst des neuen Funkfeuers bei Sarstedt steht bereits weitgehend. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Sarstedt/Kreis Hildesheim - Es sieht ein bisschen so aus, als wäre zwischen den Maisfeldern in der Feldmark oberhalb Sarstedts in Richtung Gödringen und Hotteln ein UFO gelandet: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) kommt beim Aufbau ihres neuen Funkfeuers schnell voran. Inzwischen ist gut zu erkennen, wie das kreisrunde Hightech-Bauwerk einmal aussehen soll.

Die Flugsicherung investiert rund 1,5 Millionen Euro in den Neubau, das zwischenzeitliche Provisorium an gleicher Stelle ist längst abgebaut. Im Oktober soll die neue Anlage fertig sein und noch vor dem Jahreswechsel ihren Funkbetrieb aufnehmen, um Flugzeuge im Landeanflug auf den Flughafen Hannover-Langenhagen digital zu leiten. Für die Übergangszeit müssen die Fluglotsen am Airport diese Arbeit selbst übernehmen.

Mehr Windräder möglich?

Doch nicht nur Piloten und Lotsen blicken interessiert auf den Baufortschritt zwischen Mais- und Weizenfeldern an der nördlichen Hildesheimer Landkreisgrenze. Sondern vor allem auch Betreiber von Windrädern oder ganzen Windparks – vom großen Unternehmen bis zum einzelne Landwirt. Und mit ihnen Politiker auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Sie fragen sich: Werden im Umfeld der neuen Anlage mehr Windräder möglich sein als bei dem alten Bauwerk? Und wenn ja, wie viele und wo genau?

Der Sarstedter Funkfeuer-Standort ist in den vergangenen Jahren bundesweit zum Symbol des Konflikts zwischen Anforderungen der Flugsicherung und Wünschen nach einem Ausbau der Windenergie geworden. Über Jahre beharkten sich beide Seiten öffentlich: Die Windkraft-Branche warf der Flugsicherung „Blockade“ vor, die DFS wies das zurück und verwies darauf, viele Windräder im Sicherheitsradius von 15 Kilometern um ihre Anlagen ermöglicht zu haben. Doch wenn die Windräder den Funkverkehr zu stark beeinflussten, gehe das nicht.

Firmen und Landwirte interessiert

Von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig entwickelte neue Berechnungsmethoden sollen nun aber zumindest mehr Windräder im Umfeld von Funkfeuern möglich machen als früher. Das dürfte auch Sarstedt und damit den Hildesheimer Nordkreis betreffen.

Die Firma Windwärts hat schon vor zwei Jahren erklärt, weitere Anlagen in der Region zu planen und zudem alte Windräder durch größere und leistungsstärkere ersetzen zu wollen. Private Betreiber hegen ähnliche Pläne. Zudem hat das Land Niedersachsen kürzlich einen neuen Erlass veröffentlicht mit dem Ziel, den fast zum Erliegen gekommenen Windkraft-Ausbau wieder anzuschieben.

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