Hannover/Sarstedt - Die Erfolgsjägerinnen des 1. FC Sarstedt haben wieder zugeschlagen. Dank eines 2:1-Erfolges über den TSV Eintracht Bückeberge haben die Landesliga-Fußballerinnen das Bezirkspokalfinale gewonnen und den nächsten Titel eingeheimst.
Seit Gründung der Mannschaft zur Saison 2019/20 gab es am Saisonende immer etwas zu feiern. Einzig in der durch Corona annullierten Spielzeit 2020/21 gab es trotz Platz eins in der Bezirksliga keinen Aufstieg. Das gelang dann vergangene Saison (2021/22). In der diesjährigen Landesliga-Saison belegen die Sarstedterinnen als Aufsteiger einen starken 3. Tabellenplatz und gewann jetzt noch auf der Anlage des TSV Fortuna Sachsenross Hannover den Bezirkspokal. Entsprechend stolz war Sarstedts Trainer Stephan Pietsch: „Hut ab vor dieser Leistung, auch bei diesem Wetter. Was die Mädels für ein Engagement an den Tag legen, darauf kann man nur stolz sein.“
Lattentreffer als Wachmacher
Dabei brauchten die Sarstedterinnen als Landesligist gegen den TSV Eintracht Bückeberge, der vor kurzem den Aufstieg in die Landesliga klar gemacht hatte, etwas Zeit, um mit der Favoritenrolle umzugehen. Rund 15 Minuten waren gespielt, bis ein Schuss von Elena Reinicke an die Latte klatschte und als Wachmacher für die Spielerinnen des 1. FC wirkte. Die TSV-Spielerinnen hielten mit viel Kampfgeist dagegen, hatten aber zunächst deutlich weniger vom Spiel.
Pietsch’ Spielerinnen probierten es dagegen mit Kombinationsfußball, ließen aber oftmals die letzte Konzentration vermissen, das bemängelte der Coach später. „Wir haben so schlecht gespielt, wie noch nie in dieser Saison. Wahrscheinlich waren die Mädchen doch nervöser als gedacht“, so Pietsch nach dem Spiel. So musste eine Standardsituation helfen. Nach einer Ecke von Isabell Lange war Abwehrspielerin Louisa Rollwage am ersten Pfosten an der richtigen Stelle und bugsierte den Ball zum 1:0 über die Linie.
Steinauer klärt auf der Linie
Es sollte in einer ansonsten chancenarmen ersten Hälfte die letzte richtig gute Offensivaktion für den 1. FC sein. Kurz vor der Pause meldeten sich dann auch die Spielerinnen aus Bückeberge vor dem Tor der Sarstedterinnen an. Ein erster Schuss war zunächst kein Problem für Torfrau Jo Steinauer. Quasi mit dem Halbzeitpfiff klärte Steinauer dann im Verbund mit Abwehrspielerin Rollwage auf der Linie und verhinderte so den Ausgleich.
Nach Wiederanpfiff dauerte es keine zehn Minuten, bis die Sarstedterinnen auf 2:0 erhöhen konnten. Geburtstagskind Sofia Reinicke hatte sich über rechts durchgesetzt und den Ball ins Zentrum gebracht, wo Judith Hufner aus kurzer Distanz nur noch einschieben brauchte.
Bückeberge schlägt zurück
Für Beruhigung sorgte der zwei-Tore-Vorsprung allerdings nicht, weil ein vermutlicher Flankenversuch Sabrina Pelzer länger und länger wurde und sich über Steinauer zum 2:1-Anschlusstreffer ins Tor senkte. „Das ist ein Geschenk“, ärgerte sich Pietsch. „Wir machen es unnötig spannend.“
Rund 250 Zuschauer, darunter etwa 150 Fans des TSV witterten Morgenluft. Doch sie hatten die Rechnung ohne Louisa Rollwage gemacht. Die Sarstedter Abwehrchefin räumte in der Defensive alles ab und ließ keine Chance des TSV zu. Vorne waren die Spielerinnen des 1. FC erneut zu fahrlässig und verpassten eine vorzeitige Entscheidung. Reichen sollte es trotzdem für den Pokalsieg. Bei Temperaturen nahe der 30 Grad brauchten die Feierlichkeiten einen kurzen Anlauf, wirkten die Spielerinnen durchaus kaputt. Für den Sarstedter Coach war der Pokalsieg im Übrigen verdient: „Wir waren besser und gewillter den Sieg zu holen. Das ganze Jahr war eine super Leistung.“
Sonderlob vom Trainer
Ein Sonderlob hatte der Trainer dann noch für 1:0-Torschützin Rollwage übrig. „Was Louisa reingeschmissen hat, das war überragend. Sie gewinnt jeden Zweikampf und ist mit dem ersten Tor der Dosenöffner, absolut beeindruckend“, sagte Pietsch. Rollwage selbst nahm das Lob dankend an, zeigte sich zugleich aber auch bescheiden: „Ich habe meine eigene Leistung gar nicht so krass wahrgenommen. Ich schaue mehr darauf wie wir als Team zusammenspielen. Da ist meine Leistung nicht so ausschlaggebend, aber ich freue mich natürlich über das Tor und das Lob.“
Pietsch hatte vor Beginn der Saison gesagt: „Frauen sind die besseren Menschen.“ Nach dem Pokaltriumph unterstrich er das erneut. „Ich bleibe bei diesem Satz. Die Arbeit ist eine ganz andere. Man kann Frauen ein bisschen schneller Sachen beibringen, Männer wissen ja alles besser. Es macht einfach großen Bock“, so Pietsch, der auch verriet, dass die Frauen anders feiern würden. „Es geht gesitteter zu.“


