Weihnachtsaktion

Sarstedter Mutter ruft zu Spendenaktion für kranke Kinder in der MHH auf – und ist vom Erfolg geradezu überrollt

Sarstedt - Michaela K. wollte Kindern im Krankenhaus zu Weihnachten eine Freude machen – und sich mit ihrer Spendenaktion zugleich für die Behandlung ihrer Tochter in der MHH bedanken. Die Reaktion hat sie überwältigt.

Michaela K. und ihre Tochter Elina inmitten von gespendeten Geschenken für Kinder im Krankenhaus. Foto: privat

Sarstedt - Im Wintergarten zu Hause bei Familie K. ist kaum noch Platz für Möbel. Auf dem Fußboden steht Karton neben Karton voller Spielsachen, Kinderbücher oder Bastelzubehör: Alles Geschenke für Kinder, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen. Mehr als 1200 verschiedene Artikel sind bereits als Spenden eingetroffen, seitdem Michaela K. Mitte November zu ihrer Weihnachtsaktion für Kinder und Jugendliche aufgerufen hat.

Sie will Mädchen und Jungen eine Freude machen, die an den Feiertagen in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bleiben müssen – und drückt damit auch ihren Dank an die MHH aus. Denn ihrer kleinen Tochter Elina wurde dort 2022 ein Herz transplantiert. „Die MHH war ja fünf Monate lang praktisch unser Zuhause“, erinnert sich Michaela K. an die sorgenvolle Wartezeit. Noch immer muss die jetzt dreijährige Elina regelmäßig zu Untersuchungen in die Klinik.

Als Kind im Krankenhaus, das ist schon schlimm genug, weiß Michaela K. Besonders bitter ist es für die Mädchen und Jungen, wenn sie die Weihnachtstage nicht mit der Familie in der geschmückten Stube verbringen, sondern in einem Krankenzimmer. Eine Überraschung, ein unerwartetes Geschenk, kann dann ein bisschen Freude und Abwechslung in den Krankenhausalltag bringen – und das möchte Michaela K. mit ihrer Aktion erreichen.

Vom Erfolg der Aktion überrollt

Die Weihnachtsaktion hat sie von einer anderen Mutter „übernommen“, die sich in diesem Jahr nicht selbst kümmern konnte. Doch der Erfolg hat die Familie einigermaßen überrollt. Michaela K. hatte bei Amazon Artikel für eine Wunschliste ausgewählt. Dinge im Wert von 2 bis 80 Euro, für Kinder vom Babyalter an bis zu 17-jährigen Jugendlichen: Greiflinge und Kuscheltiere, Bücher zum Vorlesen oder Ausmalen, Wissensspiele und Bastelkästen – 1200 Artikel standen auf der ersten Wunschliste. Aber das reichte nicht, Michaela K. stockte die Liste noch einmal auf.

„Schon am ersten Tag waren 800 Artikel verkauft“, staunt die Organisatorin noch ganz überwältigt. Nach drei Tagen stand ein Lieferfahrzeug vor der Tür, gefüllt mit Paketen, die alle an ihre Adresse gingen: „Wir wurden praktisch überrannt.“ Auf dem Handy ihres Partners gingen die Bestellbestätigungen ein, ein ständiges Piepen. Das Teuerste auf der Wunschliste, eine Tonie-Box zum Anhören von Musik oder Hörspielen, habe sie eher versuchsweise auf die Liste gesetzt, sagt Michaela K. Und freut sich umso mehr, dass jetzt schon zwei Stück als Spende gekauft wurden.

Die ganze Ladung an Kinderspielzeug will Michaela K. am Tag vor Nikolaus in der MHH abliefern. Die Mitarbeitenden der Spieloase, der pädagogischen Betreuung in der Kinderklinik, stellen dann die Geschenke zusammen und überlegen, was für welches Kind passt, sagt Michaela K. Dann werden die Spielsachen noch in Geschenktüten oder schönes Papier verpackt, erläutert Claudia Erzfeld-Dokanikis, Leiterin der Spieloase. An Heiligabend verteilen dann die Schwestern auf den Stationen die Päckchen an die Kinder. Und weil es so viele Spenden sind, kommen einige Geschenke auch vor Weihnachten schon zur Ambulanz für die kleinen Patienten und Patientinnen, die dort regelmäßig erscheinen müssen.

Michaela K. wirbt für Organspenden

Warum sich die Weihnachtsaktion so schnell herumgesprochen und solchen Erfolg hat, weiß Michaela K. auch nicht: „Wir konnten es gar nicht fassen.“ Ein Grund wird sein, dass sie die Aktion auf ihrem Instagram-Kanal elinchenloewenherz bekanntgemacht hat. Dort hat sie die Entwicklung ihrer Tochter Elina mit Fotos und Worten begleitet, seitdem bekannt war, dass das Kind ein Spenderherz braucht.

Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit wollten die Eltern auch für Organspende werben und andere Eltern ermutigen, sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen, wie sie im eigentlich unvorstellbaren Ernstfall entscheiden würden. Die kleine Elina ist Empfängerin und Spenderin zugleich. Ihr Herz hätte nicht die Kraft gehabt, sie dauerhaft am Leben zu erhalten. Doch die Herzklappen waren intakt – und damit konnte sie noch anderen helfen. Einen kostenlosen Organspendeausweis in Scheckkartengröße kann man kostenlos online erstellen.

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