Hildesheim - Der Elektronik-Riese Saturn schließt seine Filiale in der Arneken Galerie zum 1. Februar nächsten Jahres. Das Einkaufszentrum im Hildesheimer Stadtzentrum verliert damit seinen größten Mieter und einen zentralen Kundenmagneten.
Saturn hat am heutigen Dienstag geschlossen, da Gespräche mit den rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt werden. Am Mittwoch soll der Markt, der sich mit insgesamt 3400 Quadratmetern Verkaufsfläche auf zwei Stockwerke in der Arneken Galerie verteilt, aber wieder öffnen.
Es ist trotz aller Bemühungen von Geschäftsführung und Mitarbeitenden nicht gelungen, eine wirtschaftlich zufriedenstellende Fortführungsperspektive für den Markt entwickeln
Eine Sprecherin des Betreiberkonzerns MediaMarkt-Saturn bestätigte am Dienstagmittag Informationen der HAZ über das bevorstehende Aus. Zur Begründung erklärte sie, es sei „trotz aller Bemühungen von Geschäftsführung und Mitarbeitenden nicht gelungen, eine wirtschaftlich zufriedenstellende Fortführungsperspektive für den Markt entwickeln“.
Was sie damit offenbar meint, sind Verhandlungen zwischen dem Galerie-Betreiber, dem französischen Klépierre-Konzern, und MediaMarkt-Saturn über einen neuen Mietvertrag. Der alte Zehn-Jahres-Kontrakt läuft im nächsten Jahr aus. Gespräche über eine Verlängerung hatten bereits vor knapp zwei Jahren und damit vor Beginn der Corona-Krise begonnen, wie MediaMarkt-Saturn seinerzeit auf HAZ-Anfrage selbst bestätigte. Verbunden mit dem Hinweis, man strebe sehr wohl eine Verlängerung an. Ein Thema war schon damals das neue Konzept der Elektronik-Kette, vermehrt auf kleinere Märkte zu setzen. 1700 Quadratmeter nannte die Konzernspitze seinerzeit als Richtgröße – etwa halb so viele, wie Saturn in der Arneken Galerie hat.
Geplant war Verkleinerung
Eine Verkleinerung der Verkaufsfläche, zum Beispiel durch eine Reduzierung auf nur ein Stockwerk, war nach HAZ-Informationen auch ein zentrales Thema in den Gesprächen über einen neuen Mietvertrag. Gescheitert ist es nach Hinweisen aus der Belegschaft, die am Montagabend informiert wurde, aber eher daran, dass Klépierre und MediaMarkt-Saturn bei der Höhe die Miete nicht zusammenfanden.
Klépierre wurde von der Entscheidung, den Hildesheimer Saturn-Markt zu schließen, am Dienstag offenbar kalt erwischt. Der Konzern äußerte sich zunächst nicht. Bei Entwicklungen dieser Tragweite schaltet sich erfahrungsgemäß auch die Konzernzentrale in Paris ein.
20 Mitarbeiter betroffen
Tatsächlich trifft das Saturn-Aus die Galerie hart. Schließlich nimmt der Elektronikmarkt knapp 15 Prozent der gesamten Verkaufsfläche des Einkaufszentrums ein. Und viele der anderen Geschäfte dort profitieren davon, dass Kundinnen und Kunden wegen Saturn in die Galerie kommen.
Unser Ziel ist es, für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine sozial verträgliche Lösung zu finden
Unklar ist, welche Konsequenzen das Aus in Hildesheim für die noch rund 20 Saturn-Beschäftigten der Filiale in der Arneken Galerie hat. „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit den Mitarbeitenden. Bitte haben Sie daher Verständnis, dass wir derzeit noch keine Aussagen zu personellen Maßnahmen machen können“, sagte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag. Sie betonte aber: „Unser Ziel ist es, für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine sozial verträgliche Lösung zu finden. Zudem unterstützen wir sie dabei, eine Weiterbeschäftigung in anderen Märkten oder innerhalb der Unternehmensgruppe zu finden.“ Zu dieser Unternehmensgruppe gehört bekanntlich auch die MediaMarkt-Filiale in Hildesheim.
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Das Aus für Saturn ist indes kein reines Hildesheimer Phänomen. Insgesamt schließen allein in diesem Jahr 13 Filialen von MediaMarkt und Saturn in Deutschland.

