Kreis Hildesheim - Umgefallene oder weggedrückte Leitpfosten am Straßenrand gehören nach dem ersten Tauwetter nun zum aktuellen Straßenbild: Die üblichen Begrenzungen stehen oft nicht mehr an der gewohnten Stelle. Das kann mitunter ein Sicherheitsrisiko bedeuten. Denn die weißen Begrenzungen sorgen für eine Orientierung auf der Fahrbahn, was besonders bei Nebel, Dunkelheit und Schneefall wichtig ist. Auch gefährliche Kurven können Autofahrerinnen und Autofahrer so besser einschätzen.
Straßenmeistereien sind derzeit besonders gefordert
„Die Verkehrssicherheit auf den Straßen hat Priorität und ist gewährleistet, auch wenn manche Leitpfosten nicht mehr korrekt stehen“, sagt Martin Klose, Sprecher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Das Amt ist für sämtliche Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Landkreis Hildesheim zuständig. Je heftiger der Schneefall, desto größer seien auch die Herausforderungen für die Straßenmeistereien – gerade in höheren Lagen. „Ohne konkrete Zahlen nennen zu können, sind auch die drei zuständigen Straßenmeistereien im Landkreis Hildesheim – Bockenem, Sarstedt und Gronau – derzeit besonders gefordert.“
„Viele Leitpfosten sind derzeit durch den Winter stark mitgenommen“, bestätigt Alexander Hecker, Leiter der Straßenmeisterei Bockenem. Grund dafür sind nicht unbedingt die hohen Schneeverwehungen, sondern vor allem die eingesetzten Räum- und Streufahrzeuge – sozusagen die eigene Mannschaft der Straßenmeisterei. Wenn ein Schneepflug den Asphalt räumt, dann werden dabei oft die kalten Massen an den Straßenrand gedrückt und türmen sich dort auf. „Dabei können die Leitpfosten umklappen oder aus der Halterung rutschen“, erläutert Hecker. Der 40-Jährige leitet seit gut einem Jahr die Straßenmeisterei in Bockenem.
Bei regelmäßigen Kontrollen nimmt sein Team solche Schäden auf und protokolliert sie als Arbeitsaufträge. Die Kolonnen sind üblicherweise auf den Strecken zweimal in der Woche unterwegs. „Derzeit läuft es allerdings etwas anders“, entgegnet Hecker. Sein Team aus 29 Mitarbeitenden setzt er derzeit hauptsächlich im Winterdienst ein. „Die starten teilweise schon morgens um 3 Uhr, um die Straßen verkehrstauglich zu machen.“ Da müssen andere Dinge wie umgestürzte Leitpfosten dann eben warten.
Schneeberge von ein bis zwei Metern Höhe
In der Gemeinde Harsum, wo die Straßenmeisterei Sarstedt zuständig ist, haben die Räumfahrzeuge teilweise ein bis zwei Meter hohe Berge am Straßenrand hinterlassen, sodass zwischenzeitlich sogar keine Begrenzungen mehr zu sehen waren. „Das ist wirklich schon sehr ungewöhnlich in diesem Winter“, heißt es von der dortigen Straßenmeisterei. Auch dort gibt es viel zu tun.
Alle umgeknickten oder abseits liegenden Leitpfosten sollen demnächst wieder in Ordnung gebracht werden. „Wir werden mit den Reparaturen aber noch bis etwa Ende Februar, Anfang März abwarten“, sagt Alexander Hecker von der Straßenmeisterei in Bockenem. Vorher alle Leitpfosten wieder korrekt in Stellung zu bringen, beschere vermutlich doppelte Arbeit. „Noch ist der Winter nicht vorbei.“
Orientierungshilfen im Abstand von 50 Metern
Die Leitpfosten aus Kunststoff stecken etwa 30 bis 40 Zentimeter tief im Boden. Manche lassen sich einfach wieder aufstellen. Andere müssen komplett ersetzt werden. In der Straßenmeisterei ist dafür immer Ersatz vorrätig. In der Regel stehen die Orientierungshilfen im Abstand von 50 Metern am Straßenrand. In Fahrtrichtung lässt sich auf den weißen Pfosten an der rechten Straßenseite ein weißer Balken auf schwarzer Fläche erkennen, auf der linken Fahrbahnseite sind dagegen zwei weiße Punkte zu sehen.
Übrigens: Wenn nicht die Witterung verantwortlich ist, sondern man selbst einen Leitpfosten beschädigt oder umfährt, ohne den Schaden zu melden, begeht man Fahrerflucht (Strafgesetzbuch Paragraf 142). Das kann sogar den Führerschein kosten. Ebenso das mutwillige Entfernen – also Diebstahl –, das mit einer Geldstrafe sanktioniert wird.


