Kolumne Zweitstimme

Schlechte Noten für die Bundespartei – negative Folgen bei den Kommunalwahlen in der Region Hildesheim?

Hildesheim - Die Umfragewerte für die Parteien auf Bundesebene haben für Kommunalwahlen, wie sie bald in Hildesheim anstehen, keine oder kaum Bedeutung. Oder könnte das diesmal anders sein? HAZ-Redakteur Rainer Breda schließt das in seiner Kolumne Zweitstimme nicht aus.

HAZ-Redakteur Rainer Breda beschäftigt sich in seiner HAZ-Kolumne Zweitstimme mit dem politischen Geschehen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Foto: Archiv

Hildesheim - In einem Monat stehen die Kommunalwahlen an. Nun ist deren Ausgang unvorhersehbar – das gilt ja grundsätzlich für alle Wahlen von der örtlichen über die Landes- bis zur Bundesebene. Bei den beiden Letztgenannten liefern allerdings Umfragen immerhin Anhaltspunkte, wohin die Reise gehen könnte. Bei Kommunalwahlen ist dergleichen jedoch die große Ausnahme. Parteien und Kandidaten leben daher bis zum Wahltag in Ungewissheit. In einem Punkt jedoch konnten die Protagonisten eigentlich sicher sein: In der Regel spielte die Bundespolitik für viele Wähler bei der Entscheidung darüber, wer in den Stadt- und Gemeinderäten sitzen oder Bürgermeister oder Landrat werden soll, keine große Rolle. Diesmal allerdings grübeln auch in Hildesheim manche Politiker darüber, inwieweit sich der Abwärtstrend ihrer Partei im Bund auch auf ihr lokales Ergebnis auswirken könnte. Tut es das, müssen sich wohl vor allem die SPD und ihr Personal Sorgen machen. Die Sozialdemokraten sind bei der Sonntagsfrage auf zwölf Prozent abgerutscht, sie liegen damit hinter den Grünen. Es scheint, als ob zumindest der amtierende Landrat Bernd Lynack (SPD) nicht ausschließt, dass die lokale Ebene unter dem Niedergang seiner Partei leiden könnte – hat er doch gegenüber dieser Zeitung darauf hingewiesen, dass es manchem AfD-Protestwähler darum gehen könnte, die Bundespolitik abzuwatschen, was bei einer Kommunalwahl unfair sei, weil die Verantwortlichen in Berlin dies gar nicht mitbekämen. Auch der CDU in Stadt und Kreis haben die jüngsten Ereignisse in Berlin gewiss nicht geholfen. Sowohl Christ- als auch Sozialdemokraten haben offenbar Vertrauen verspielt. Ob das ihre niedersächsische Basis zu spüren bekommt, wird sich am 13. September zeigen.

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