Kreis Hildesheim - Schnee, Frost und Eisglätte: Laut Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) trifft ab der Nacht zu Freitag, 9. Januar, ein Wintersturm auf die Bundesrepublik. Die Meteorologen rechnen mit Minusgraden, kräftigen Böen, Eisregen und Schneefall. Auch Niedersachsen soll das zu spüren bekommen, allein in der Region Hannover sind bis zu zehn Zentimeter Neuschnee am Freitag möglich. Die Bahn schränkt deshalb schon jetzt den Verkehr auf wichtigen Strecken im Norden ein und hebt die Zugbindung für die kommenden Tage auf. Auch der Regionalverkehr bereitet sich vor.
„Es kommt zu Verspätungen und Zugausfällen im Fernverkehr“, teilt die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite mit. Wegen der zu erwartenden Einschränkungen hat das Unternehmen die Zugbindung für alle Tickets aufgehoben, die bis einschließlich 7. Januar für Reisen zwischen dem 8. und 10. Januar gekauft wurden. Alle Fahrgäste, die ihre gebuchten Fahrten wegen des zu erwartenden Wintersturms „verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen“. Die Karten gelten demnach für die Fahrten zum ursprünglichen Ziel – auch wenn sich die Route ändern sollte.
Wintersturm über Niedersachsen erwartet: Die Einschränkungen gibt es bei der Bahn
Abgesehen von der aufgehobenen Zugbindung schränkt die Bahn auch ihren Verkehr prophylaktisch auf mehreren Routen in Niedersachsen ein. Außerdem hat das Unternehmen die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einigen Schnellfahrstrecken auf 200 km/h begrenzt. „Das ist notwendig, um Schäden an den Zügen und der Strecke durch Eisabwurf zu vermeiden“, teilt die Bahn mit. Die Auswirkungen in Niedersachsen gibt es schon jetzt:
- Ausfälle und Verspätungen möglich: Fernverkehr auf den Strecken Hannover – Bremen – Emden/Norddeich und Ruhrgebiet – Emden/Norddeich
- Tempolimit: Die Reisen zwischen Hannover, Wolfsburg und Berlin verlängern sich wegen der maximal erlaubten 200 km/h um bis zu 30 Minuten
- Regionalverkehr: Bislang meldet die Bahn noch keine Probleme. Das könne aber „in den nächsten Tagen und je nach Wetterlage“ passieren.
Die Bahn bittet deshalb alle Reisenden, ihre Verbindungen vor Fahrtantritt zu prüfen – entweder auf der Webseite, in der App oder über die telefonische Auskunft unter der kostenlosen Nummer (030) 29 70. Ab Verspätungen von mehr als 60 Minuten am Zielort kann auch eine Entschädigung beantragt werden. Menschen, die dieses Wochenende lieber gar nicht mehr wegfahren wollen, können ihre Tickets zudem ohne Abzüge stornieren.
Die Lage bei Metronom, Enno, Erixx und Westfalenbahn
Neben der Deutschen Bahn haben bereits die ebenfalls in Niedersachsen aktiven Unternehmen Metronom, Westfalenbahn, Enno und Erixx mitgeteilt, auf den möglichen Schneesturm zu reagieren.
- Metronom: Das Unternehmen hat „das Personal in der Leitstelle verstärkt, um auf unterschiedliche Szenarien flexibel reagieren zu können“. Konkrete Probleme gibt es etwa beim RE2 (Uelzen – Hannover – Göttingen), der auch durch den Landkreis Hildesheim und das Leinetal unterwegs ist, noch nicht, könnten aber bei einfrierenden Weichen oder vereisten Oberleitungen eintreten.
- Erixx: Auch hier wurden die Dienstpläne bereits auf den möglichen Schneesturm angepasst. Direkte Einschränkungen bei RE10 (Hannover – Hildesheim – Bad Harzburg), RB42/RB43 (Braunschweig – Bad Harzburg/Goslar) und RB47 (Uelzen – Gifhorn – Braunschweig) gibt es ebenfalls bisher nicht.
- Enno: Das Unternehmen bereitet sich personell ebenso auf den möglichen Wintersturm vor. Die Züge auf den Strecken von RE30 (Hannover – Gifhorn – Wolfsburg) und RE50 (Wolfsburg – Braunschweig – Hildesheim) fahren zurzeit aber noch uneingeschränkt.
- Westfalenbahn: Hier gibt es noch keine Informationen über mögliche Vorbereitungen oder Notfallpläne. Der RE60/RE70 (Rheine/Bielefeld – Hannover – Peine – Braunschweig) fährt zurzeit ohne Probleme.
Schnee und Eis: So reagiert die S-Bahn Hannover
Auch die S-Bahn Hannover wäre von eingefrorenen Weichen und vereisten Oberleitungen unmittelbar betroffen. Derzeit gibt es aber noch keine Einschränkungen durch das herannahende Sturmtief.
Aber: Unter anderem wegen der derzeitigen Witterung, aber auch wegen anderer technischer Störungen fehlen dem Betreiber Transdev zu viele Züge. Deshalb fährt die S4 zurzeit nicht mehr zwischen Hannover Hauptbahnhof und Bennemühlen.
