Hildesheim - Stellen Sie sich einen richtig schönen Herbsttag vor: Sonne scheint auf buntes Laub, ein Eichhörnchen fegt durchs Geäst, ein Igel raschelt durch die Blätter. Hach, denkt man kurz, die Welt ist doch ein prima Ort. Dann bricht er los: ein Höllenlärm! Als würde ein Kampfjet im Vorgarten notlanden.
Lässt die Natur was fallen, muss man hart dagegen vorgehen
Doch kein Pilot ist da um die Ecke zu sehen. Sondern ein Herr mit Mickymäusen auf den Ohren – und einem Laubbläser in der Hand, jenem schweren Gerät, mit dem der Mensch martialisch und ohrenbetäubend dagegen vorgeht, dass die Natur sich erlaubt, etwas fallenzulassen. Das muss weggepustet werden, jetzt sofort, da kann man nicht auf den Wind warten, da kann man auch nicht einfach einen Besen in die Hand nehmen oder ein anderes Kehrgerät, nein, da hilft nur ein ultramassiver Laubbläser. Der, wie der Name schon sagt, ja nichts weiter tut, als Blätter ein Stück zur Seite zu pusten, das aber mit Luftgeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern und einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel. Als starte neben einem ein Jumbojet.
Das Igel-Zuhause ist nach diesem Anschlag Geschichte, der Igel selbst womöglich auch, das Eichhörnchen ist mit einem Herzinfarkt vom Ast gekippt oder auf Nimmerwiedersehen geflohen. Und man selber korrigiert sich: Sie könnte ein prima Ort sein, die Welt. Hätte nur nie jemand den Laubbläser erfunden.

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