Sarstedt - Das Anstechen eines Bierfasses kann mitunter eine feuchte Angelegenheit werden. Doch nicht so beim Fassanstich am Freitagabend, mit dem Bürgermeisterin Heike Brennecke das Volks- und Schützenfest in Sarstedt offiziell eröffnet hat. Ohne große Spritzer und nach zwei, drei festen Schlägen mit dem Holzhammer war das Fass zapfbereit. Schäffer Kai Kosowski und Brauereivertreter Carsten Engelmann ließen dann auch gleich die ersten Humpen zum Anstoßen volllaufen.
Seit Freitagabend herrscht Ausnahmezustand in Sarstedt, denn bis einschließlich Montag feiert die Stadt ihr Freischießen, Volks- und Schützenfest. Doch vor der Party stand mit dem Zapfenstreich ein militärisches Zeremoniell an, mit dem eigentlich scheidende politische Oberhäupter geehrt werden. In Sarstedt hingegen ist es der Auftakt zu der größten Party, die die Stadt traditionell einmal im Jahr feiert.
Schützen und Schützinnen, Ratsmitglieder, Blasorchester und Spielmannszug machten sich nach dem ökumenischen Gottesdienst, dieses Jahr in der St.-Nicolai-Kirche, auf zum Ehrenmal am Friedrich-Ebert-Park, an dem Bürgermeisterin Heike Brennecke einen Kranz niederlegte zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege.
Entsprechend ernsthaft die Gesichter, klar das Reglement. Fackeln rahmen die Kulissen, Fahnenträger hissen die Vereinsflaggen. Etwa 20 Minuten dauert das Prozedere, zu dem viele Besucherinnen und Besucher strömen. Mehr sogar als noch im vergangenen Jahr.
Ihren Ursprung hat die Zeremonie übrigens in der Zeit der Landsknechte im 16. Jahrhundert, als der sogenannte Profos mit seinem Säbel über den Zapfhahn der Bier- und Weinfässer strich, damit den Ausschank beendete und Nachtruhe befahl. Mit der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben – durch ein Trompetensignal bei der Kavallerie, durch Flöte und Trommel bei der Infanterie.
Der Große Zapfenstreich als feierlich-festliches Zeremoniell stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Brauch, dem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied folgen zu lassen, ist aus der Zeit der Befreiungskriege. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen befahl 1813 bei seinen Truppen nach dem Zapfenstreich ein Gebet.
Noch mehr über das Schützenfest gibt es unter: schuetzenfest-sarstedt.de.













