Brauchtum und Party

Das Schützenfest in Sarstedt ist in vollem Gange: So lief der Auftakt

Sarstedt - Es ist angelaufen: Bürgermeisterin Heike Brennecke hat am Freitagabend mit dem traditionellen Fassanstich das Freischießen, Volks- und Schützenfest in Sarstedt offiziell eröffnet – und das sind die ersten Eindrücke.

Sarstedt - Das Anstechen eines Bierfasses kann mitunter eine feuchte Angelegenheit werden. Doch nicht so beim Fassanstich am Freitagabend, mit dem Bürgermeisterin Heike Brennecke das Volks- und Schützenfest in Sarstedt offiziell eröffnet hat. Ohne große Spritzer und nach zwei, drei festen Schlägen mit dem Holzhammer war das Fass zapfbereit. Schäffer Kai Kosowski und Brauereivertreter Carsten Engelmann ließen dann auch gleich die ersten Humpen zum Anstoßen volllaufen.


Beim Fassanstich ging am Freitagabend alles gut: Das Sarstedter Schützenfest kann losgehen! Fotos: Viktoria Hübner


Sagen Prost (von links): Bürgermeisterin Heike Brennecke, Brauereivertreter Carsten Engelmann, Wirt Tino Ahrend und Schäffer Kai Kosowski kurz nach dem Fassanstich um 21 Uhr.

Seit Freitagabend herrscht Ausnahmezustand in Sarstedt, denn bis einschließlich Montag feiert die Stadt ihr Freischießen, Volks- und Schützenfest. Doch vor der Party stand mit dem Zapfenstreich ein militärisches Zeremoniell an, mit dem eigentlich scheidende politische Oberhäupter geehrt werden. In Sarstedt hingegen ist es der Auftakt zu der größten Party, die die Stadt traditionell einmal im Jahr feiert.


Gut besucht: die Kranzniederlegung und der Große Zapfstreich am Ehrenmal im Friedrich-Ebert-Park.

Schützen und Schützinnen, Ratsmitglieder, Blasorchester und Spielmannszug machten sich nach dem ökumenischen Gottesdienst, dieses Jahr in der St.-Nicolai-Kirche, auf zum Ehrenmal am Friedrich-Ebert-Park, an dem Bürgermeisterin Heike Brennecke einen Kranz niederlegte zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege.


Großer Zapfenstreich: Bürgeroberführer Uwe Hinske gibt beim Spielmannszug Sarstedt den Takt vor.

Entsprechend ernsthaft die Gesichter, klar das Reglement. Fackeln rahmen die Kulissen, Fahnenträger hissen die Vereinsflaggen. Etwa 20 Minuten dauert das Prozedere, zu dem viele Besucherinnen und Besucher strömen. Mehr sogar als noch im vergangenen Jahr.


Bürgermeisterin Heike Brennecke liegt den Kranz nieder. Der Große Zapfenstreich ist seit 1954 fester Bestandteil des Sarstedter Schützenfestes.

Ihren Ursprung hat die Zeremonie übrigens in der Zeit der Landsknechte im 16. Jahrhundert, als der sogenannte Profos mit seinem Säbel über den Zapfhahn der Bier- und Weinfässer strich, damit den Ausschank beendete und Nachtruhe befahl. Mit der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben – durch ein Trompetensignal bei der Kavallerie, durch Flöte und Trommel bei der Infanterie.

Der Große Zapfenstreich als feierlich-festliches Zeremoniell stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Brauch, dem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied folgen zu lassen, ist aus der Zeit der Befreiungskriege. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen befahl 1813 bei seinen Truppen nach dem Zapfenstreich ein Gebet.


Innehalten beim Großen Zapfenstreich: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Schützenwesen.


Danach zog der Tross unter lautem Rummtata ins Festzelt – und wurde bereits von vielen Gästen erwartet. Gute Stimmung beim Einmarsch ins Festzelt, vorneweg ASG-Vorsitzender Torsten-Christian Lau.


Das Sarstedter Blasorchester vorneweg.


Auch gut drauf: Ehrenvorsitzender der 51er-Schützen Ernst-Robert Konrad, dahinter Sarstedts Ehrenbürgermeister Karl-Heinz Wondratschek.


Die Schützendamen stehen in Sachen guter Stimmung in nichts nach.


Drinnen dann: Trotz hoher Temperatur ist das Festzelt am Freitagabend schon gut besucht.


Das Bier läuft drinnen.


Und draußen drehen bereits Fahrgeschäfte ihre Runden: Diese sind täglich ab 14 Uhr geöffnet. Hier der Klassiker Breakdance direkt am Eingang zum Festplatz.


Yvonne Winkler-Weber aus Uetze-Dedenhausen kennt das Schützenfest in Sarstedt von Klein auf. Schon ihre Eltern verkauften dort gebrannte Wiener Mandeln, sie ist Schaustellerin in vierter Generation.

Noch mehr über das Schützenfest gibt es unter: schuetzenfest-sarstedt.de.

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