Extreme Wetterlage

Schule fällt am Freitag im gesamten Landkreis Hildesheim aus

Kreis Hildesheim - Tausende Schülerinnen und Schüler im Landkreis Hildesheim bleiben am Freitag zuhause. Auch die Nachbarlandkreise sind betroffen. Hintergrund ist die extreme Wetterlage.

Die Schulen in Stadt und Landkreis Hildesheim, wie beispielsweise das Scharnhorstgymnasium bleiben am Freitag, 9. Januar 2026, geschlossen. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - An allen Schulen im Landkreis Hildesheim fällt am Freitag die Schule aus. Das hat die Kreisverwaltung am Donnerstagmittag entschieden. „Für die Berufsbildenden Schulen wird der Distanzunterricht angeordnet“, heißt es von der Kreisverwaltung. Hintergrund ist die kommende Extremwetterlage in den nächsten Tagen. Wetterdienste gehen von starken Schneefällen, zweistelligen Minusgraden und teilweise orkanartigen Böen aus.

In mehreren anderen Landkreisen war die Entscheidung, Schülerinnen und Schüler zu Hause zu lassen, schon früher gefallen. Auch der Landkreis Peine teilte am Donnerstagmittag mit, dass der Unterricht an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen am Freitag ausfalle. Für Eltern, die keine Kinderbetreuung gewährleisten können, richteten die Schulen eine Notbetreuung ein, heißt es vom Landkreis Peine. Im Landkreis Holzminden fällt der Unterricht an allen allgemeinbildenden Schulen aus, für die BBS ist ebenfalls Distanzunterricht angeordnet.

Warten auf die Mitteilung des Landkreises

Vor allem in den Sekretariaten und Schulleitungsbüros in Stadt und Landkreis Hildesheim saßen die Mitarbeitenden am Donnerstag vor der Entscheidung auf heißen Kohlen. „Wir warten auf die Mitteilung des Landkreises“, sagte etwa Dirk Wilkening, Leiter des Gymnasiums Andeanum, am Vormittag. Im Gegensatz zu früher sei es heute aber problemlos möglich, die Informationen über einen möglichen Ausfall sogar noch kurz vor dem Gang zum Bus zu bekommen. „Man muss ja bloß noch auf unsere Homepage schauen“, so Wilkening. Früher mussten die Eltern noch den richtigen Zeitpunkt erwischen, zu dem die Info im Radio durchgegeben wurde.

In den meisten Kindertagesstätten wird es dagegen offenbar regulären Betrieb geben. „In den städtischen Kitas werden die Kinder ganz normal betreut“, sagt etwa Stadtsprecher Helge Miethe. Allerdings gibt es die Bitte der Stadt, die Kinder dort, wo es möglich ist, besser zuhause zu lassen.

Erlass des Kultusminiseriums als Grundlage

Grundlage für mögliche Unterrichtsausfälle ist ein Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums. Demnach kann der Unterricht für einen oder mehrere Tage ausgesetzt werden, wenn extreme Wetterverhältnisse herrschen oder erwartet werden und dadurch entweder die Schülerbeförderung nicht mehr sichergestellt ist oder der Schulweg eine unzumutbare Gefahr für die Schülerinnen und Schüler darstellt. Ein angeordneter Unterrichtsausfall gilt dabei nur für den Präsenzunterricht sowie für die Notbetreuung.

Die Entscheidung über einen witterungsbedingten Schulausfall liegt grundsätzlich bei den Landkreisen und kreisfreien Städten. „Der Landkreis hat sich mit den Verkehrsunternehmen sowie den Straßenmeistereien abgestimmt“, sagt Lena Kubat, Sprecherin des Landkreises. Die Entscheidung werde an die Verkehrsmeldezentrale gemeldet. Kommt es während des Unterrichtstages zu einem plötzlichen Wetterumschwung, sind die Schulleitungen berechtigt, den Unterricht vorzeitig zu beenden, wenn den Schülerinnen und Schülern andernfalls eine ernsthafte Gefahr auf dem Heimweg droht.

Schulen müssen Aufsichtspflicht gewährleisten

„Kinder im Primarbereich dürfen jedoch nur dann vorzeitig nach Hause geschickt werden, wenn die Erziehungsberechtigten sie abholen oder ihr Einverständnis erklärt haben“, sagt Kubat. Unabhängig davon müssten die Schulen sicherstellen, dass die Aufsichtspflicht auch für diejenigen Schülerinnen und Schüler gewährleistet sei, die trotz eines angeordneten Unterrichtsausfalls zur Schule kommen.

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