Holle - „Die Michelswiese konnten wir halten“, sagt Holles Gemeindebrandmeister Torsten Pietschmann zufrieden. Das Gebiet in der Ortschaft Holle ist bei bisherigen Unwettern regelmäßig überschwemmt gewesen. Auch andere Bereiche, die bei ähnlichen Wetterlagen bisher „Land unter“ meldeten, konnten die Retter vor eindringenden Wassermassen sichern. Grund dafür sei die frühzeitige Vorbereitung mit den erfahrenen Vertretern der Wehren und der Gemeinde Holle gewesen, so Gemeindebürgermeister Falk-Olaf Hoppe (CDU). Er äußert allerdings auch Kritik.
Deich bei Heersum hilft
Dass das Wasser nicht ungehindert die Ortschaft Heersum fluten konnte, dafür dürfte der massive Deich an der Innerste verantwortlich sein. Nach vielen Jahren der Planung ist dieser Hochwasserschutz 2017 fertiggestellt worden. Die Gemeinde Holle hat zudem für den Hochwasserschutz leistungsstarke Pumpen und mobile Deiche gekauft. Die wurden Heiligabend in der Zollstraße aufgebaut. Dieser Bereich war beim Hochwasser 2017 überschwemmt. „Nun blieb der Deich trocken, weil das Wasser kurz vorher stehen blieb“, berichtet Gemeindebrandmeister Pietschmann. Auch für die Michelswiese habe man sich etwas einfallen lassen. Da besonders von der Nette viel Wasser zu erwarten war, habe man das Wehr dicht gemacht und ausreichend viele Pumpen positioniert, berichtet der Gemeindebürgermeister. „Ich denke, das war ein großer Teil des Erfolges.“ Die Anwohner dankten es den Feuerwehrleuten mit viel Lob und Unterstützung. Das war auch eine zusätzliche Motivation für die Retter. Doch es blieb nicht nur bei warmen Worten: Über Weihnachten verbrachten etliche Einwohner Stunden damit, Sandsäcke zu füllen und zu stapeln
Sandsäcke gefüllt
Die wurden in der Silliumer Schäferscheune und auf dem Grundstück des Landmaschinenhandels Palandt in Grasdorf befüllt. Dort und auch an anderen Einsatzstellen versorgten Anwohnerinnen und Anwohner die Retter mit Lebensmitteln und Getränken. Im Edeka-Markt in Holle sind über die Feiertage Brötchen für die Helfer gebacken worden.
Unterstützung aus anderen Gemeinden
Die hatten auch alle Hände voll zu tun, die Ortschaften zu sichern, bekamen Verstärkung durch die Wehren aus Lamspringe, Sibbesse und Elze. Auch waren Einsatzkräfte aus Göttingen und Nordheim in der Gemeinde. Die Schulstraße in Heersum sowie die Zoll- und die Bahnhofstraße in Holle mussten schon Heiligabend für den Verkehr gesperrt werden. Am Mittwoch halfen die Retter aus Göttingen und Northeim dabei, die Sandsäcke wieder fortzuräumen, Pumpen aufzuladen und die Straßen freizugeben. Auch wenn Gemeindebrandmeister Pietschmann und seine Feuerwehrleute über die Weihnachtstage mit nur wenigen Stunden Schlaf auskommen mussten, sind sie froh, dass in ihrem Bereich alles so glimpflich ausgegangen ist.
Verwaltungschef voll des Lobes
Sehr zufrieden ist auch Verwaltungschef Hoppe mit dem Verlauf. Den Rettern und der Bevölkerung, spricht er ein großes Lob aus, ebenso dem Brandschutzabschnittsleiter Ost, Matthias Bellgardt. Lobende Worte hat Hoppe für die Landesregierung indes nicht übrig. „Umweltminister Christian Meyer hat das Geld für den Hochwasserschutz gestrichen. Dafür habe ich kein Verständnis“, sagt Hoppe. Der Vorgänger Meyers, Olaf Lies, und der damalige Umweltdezernent des Landkreises Hildesheim, Helfried Basse, hätten sich für diese Unterstützung und die Gründung starkgemacht. „Die finanzielle Ausgestaltung des Hochwasserschutzverbandes muss gesichert sein“, fordert Hoppe.
