Wer kann Hinweise geben?

Sie machte vielen eine Freude: Unbekannter stiehlt selbstgestaltete Osterdekoration an Hildesheimer Waldweg

Hildesheim - Seit vielen Jahren dekoriert Brigitte Nitsche zu Weihnachten und Ostern einen Ort an einem Waldweg in Hildesheim, um Spaziergängerinnen und Spaziergängern eine Freude zu machen. Doch nun sind ihre Figuren, in die sie viel Liebe und Arbeit gesteckt hat, gestohlen worden. Die 70-Jährige reagiert mit einem Appell – und einer Ankündigung.

Da war die Osterdeko der Hildesheimerin Brigitte Nitsche noch da – mittlerweile sind alle Figuren weg. Die 70-Jährige und ihr Mann bitten alle, die Hinweise zum Verbleib der Figuren geben können, sich unter 01 71 / 9 38 29 26 zu melden. Foto: privat

Hildesheim - Der Anblick machte vielen Spaziergängerinnen und Spaziergängern eine Freude, und damit hatte Brigitte Nitsche genau das erreicht, was sie erreichen wollte. Doch ihre eigene Freude ist mittlerweile gewichen, es bleiben Trauer und Unverständnis – denn Unbekannte haben die komplette Osterdekoration gestohlen, die sie an einem Waldweg im Stadtteil Hildesheimer Wald platziert hatte. Nitsche und ihr Mann starten allerdings einen Versuch, damit der Vorfall vielleicht noch ein gutes Ende nimmt.

Dietmar und Brigitte Nitsche gehen am Dienstagnachmittag ihre übliche Runde: vom Feuerbacher Weg direkt in den Wald, kurz darauf nach rechts abbiegen. Auf der linken Seite bietet sich eine Aussicht weit über Marienrode hinaus. „Wenn es klar ist, kann man von hier sogar bis zum Brocken schauen“, erzählt Dietmar Nitsche. Doch der Blick soll heute nicht in die Ferne schweifen, sondern sich auf den entwurzelten Baumstumpf richten, der unmittelbar links neben dem Fußweg in die Höhe ragt. Vor dem Baumstumpf liegen einige Äste, außerdem stecken vier Holzstummel im Boden, auf die eigentlich Hasenfiguren gesteckt waren – es ist das, was von Brigitte Nitsches Osterdekoration übrig geblieben ist.

Viele positive Rückmeldungen

Seit mehreren Jahren setzt die 70-Jährige ihre Idee bereits in die Tat um. Früher machte sie das an einem anderen Platz, doch den jetzigen mag sie lieber: „Den haben wir extra hergerichtet, er liegt direkt am Weg.“ An Weihnachten platziert sie dort Krippenfiguren, zum diesjährigen Osterfest waren es unter anderem Ostereier und Hasenfiguren. „Die Figuren habe ich selbst bemalt und viel Liebe und Arbeit hineingesteckt.“ Die Pilze, die ebenfalls dort standen, hat ihr Mann Dietmar aus Holz gefertigt. Der Lohn für ihre Arbeit waren die vielen positiven Rückmeldungen, die die beiden bekommen haben. Sie seien oft drauf angesprochen worden, von Nachbarn aus dem Ort, von Schwestern aus dem Kloster Marienrode, aber auch von Gästen und Menschen, die von weiter her kamen, berichtet Brigitte Nitsche.

Sie und ihr Mann haben regelmäßig geschaut, ob bei der Osterdeko noch alles in Ordnung ist – so wie am vergangenen Sonntagnachmittag auch. Als sie am Montag erneut vorbeigingen, waren alle Figuren weg. Ein Schock. „Es kam in der Vergangenheit schon mal vor, dass eine einzelne Figur nicht mehr da war, aber, dass alles abgeräumt wurde, alles weg ist ...“, schildert Dietmar Nitsche. „Ich hatte die Ostereier mit Draht an den Ästen befestigt“, ergänzt Brigitte Nitsche. Von einer Bekannten wissen die beiden, dass die Deko bereits am Sonntag gegen 16 Uhr nicht mehr da war – rund eineinhalb Stunden, nachdem die Nitsches selbst dort vorbeigegangen waren.

Keine Anzeige, aber ein Appell

Das Paar hat die komplette Umgebung abgesucht, in der Hoffnung, dass jemand die Figuren einfach nur genommen und irgendwo hingeworfen haben könnte, doch es fand nichts. Eine Anzeige bei der Polizei hat das Paar nicht erstattet, das will es auch nicht. Die Nitsches probieren es stattdessen mit einem Appell: Sie haben am Dienstag einen Zettel an dem Baumstumpf angebracht – mit einem Bild, das zeigt, wie die Deko dort einst aussah, und der Bitte an alle, sich zu melden, falls man Hinweise hat.

Brigitte Nitsche hat für sich allerdings schon einen Entschluss gefasst: „Ich mache nichts mehr, weder zu Ostern noch zu Weihnachten“, sagt die Hildesheimerin. „Was passiert ist, macht mich einfach nur traurig.“

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