Sie wollen freie Schule gründen

Titel: Elterninitiative Freie Schule Beschreibung: Nele Haag und Sören Haag mit ihrer Tochter Rivka (von rechts): Gemeinsam mit Neena Wiens und weiteren Mitstreitern wollen sie in Hildesheim eine freie Schule gründen.
Nele Haag und Sören Haag mit ihrer Tochter Rivka (von rechts): Gemeinsam mit Neena Wiens und weiteren Mitstreitern wollen sie in Hildesheim eine freie Schule gründen.

Von Jan Fuhrhop

Hildesheim. Oft wird sie gelobt für ihre Vielseitigkeit, die Hildesheimer Bildungslandschaft. Wenn es nach Sören und Nele Haag, Neena Wiens sowie drei weiteren Mitstreitern geht, fehlt aber doch noch etwas: eine freie Schule.

„In den staatlichen Regelschulen geht es meist zu wenig um die Interessen und Stärken der Kinder, die individuell gefördert werden sollten“, meint Neena Wiens. „Das freie Denken, das Lernenwollen, der Spaß und die Offenheit für Neues werden, wenn man es hart formulieren will, oft im Keim erstickt,“ so ihre Einschätzung, die die anderen im Team „Tausendfach“ teilen – so der Name des Vereins, der derzeit in Gründung ist und bald als gemeinnützig anerkannt und eingetragen sein soll.

Dass sie sich zusammengetan haben, hat mit ihren eigenen Kindern zu tun, die in gut vier Jahren schulpflichtig werden. Ihnen wollen sie am liebsten einen Unterricht ermöglichen, der ihnen viele Freiräume lässt, Themen und Tempo selbst zu bestimmen und etwa durch Notenfreiheit weniger Leistungsdruck erzeugen soll.

Wie Sören Haag berichtet, haben sie vor gut einem Jahr begonnen, sich über alternative Pädagogikkonzepte zu informieren und sich mehrere freie Schulen angesehen. Zudem nahmen sie Kontakt zum Verein „Entfaltungspunkte“ auf, der sich der Förderung von freien Bildungsprojekten verschrieben hat. Eine Expertin aus dem Vereinsumfeld würde das pädagogische Konzept für die geplante Einrichtung erarbeiten, kündigt Haag an. Als Start für die Tausendfach-Schule für die Klassen 1 bis 10 schwebt der Initiative das Schuljahr 2020/21 vor. Anders als bei der geplanten freien Schule in Eime (die HAZ berichtete) gibt es in Hildesheim allerdings noch kein konkretes Gebäude, das genutzt werden könnte. Klar ist: Sollte es zu einer Gründung kommen, müssten Eltern Schulgeld bezahlen, vermutlich abhängig vom Einkommen. Um die freie Schule tatsächlich an den Start bringen zu können, muss die Initiative bei der Landesschulbehörde neben einem Pädagogikkonzept mindestens zwölf verbindliche Zusagen von Eltern vorlegen, die ihr Kind dorthin schicken wollen. Außerdem werden zwei Lehrkräfte mit zweitem Staatsexamen gebraucht. Sollte die Genehmigung erteilt werden, müsste die Schule die ersten drei Jahre ohne finanzielle Förderung auskommen, danach würde auch Geld vom Staat fließen.

Die Elterninitiative Tausendfach informiert über ihre Ideen für eine freie Schule am Freitag, 8. März, um 15 Uhr im Gemeinschaftshaus an der Steingrube 19A.

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