Gala am Freitagabend

Sie wurden ausgezeichnet: Das sind die Preisträger des HAZ-Sportpreises

Hildesheim - Sie zeigten besondere Leistungen und außergewöhnliches Engagement – und wurden dafür geehrt. In insgesamt sechs Kategorien hat die HAZ ihre Sportpreise verliehen. Diese Sportlerinnen und Sportler durften jubeln.

Ausgezeichnet für ihre Leistungen und ihr Engagement: Das sind die Preisträger und Preisträgerinnen des HAZ-Sportpreises. Foto: HAZ

Hildesheim - Sie imponierten in der Champions League, erzielten einen traumhaften Fallrückzieher – und eine Preisträgerin war prägend für Tausende von Hildesheimerinnen und Hildesheimer: Die HAZ hat die HAZ-Sportpreise verliehen und damit Sportlerinnen und Sportler sowie Teams und Vereine für ihre besonderen sportlichen Leistungen und ihr Engagement im Jahr 2025 geehrt. Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner in den unterschiedlichen Kategorien.

Trainer des Jahres: Benedict Plaschke

„Den Preis trägt er nicht allein“, meint Benedict Plaschke, Trainer der U19-Fußballer des VfV Borussia 06 Hildesheim. Nein, der gelte auch seinen Mannschaften der letzten und laufenden Saison. Der 36-Jährige stand bis 2021 noch selbst für die Herren des VfV 06 auf dem Rasen – und hat sich in 185 Spielen mit insgesamt 37 Toren und 54 Assists einen Namen gemacht.

Seit 2023 ist er nun Cheftrainer der A-Jugend des VfV 06 und gibt seitdem richtig Gas. Die Talente, die das möglich machen, findet er unter anderem in der direkten Umgebung. „Wir haben hier viele Talente in der Region“, sagt er selbstbewusst. Und denen will er ein leistungsorientiertes Umfeld, in dem sie sich gut entwickeln können, bieten.

Aber auch in den Nachwuchsleistungszentren der größeren Fußballstädte Braunschweig, Hannover, Bremen oder Wolfsburg rekrutiert er Ballkünstler. Mit Erfolg: Er ist mit der Mannschaft in die U19-Regionalliga aufgestiegen und hat sie dort bereits in der zweiten Saison als feste Größe etabliert.

Treffer des Jahres: Dennis Klippstein

„Den nehme ich.“ Das geht Dennis Klippstein vom SSV Elze durch den Kopf, bevor er den Treffer des Jahres 2025 schießt. Der jetzt 39-Jährige steht im Juni 2025 gegen die SG Schellerten/Oedelum/Ottbergen als Verteidiger auf dem Platz. Es steht 2:2 zu dem Zeitpunkt, als der Ball in seine Richtung fliegt. „Der kam und um mich herum war Platz“, erinnert sich Klippstein. Und dann: ein Fallrückzieher, der seiner Mannschaft das Siegestor beschert.

„Es kommt selten vor, dass man mit 38 noch mal so ein Fallrückzieher-Tor schießt“, sagt der Elzer. Aber: „Die Knochen halten noch.“ Der Industriemechaniker hat bereits beim TSV Deinsen, in Springe und Wallensen gespielt.

Übrigens: Die HAZ hat unlängst Rudi Völler beim NFV-Neujahrsempfang in Barsinghausen getroffen und ihm Klippsteins Fallrückzieher-Tor auf Video vorgespielt. Die Stürmerlegende nickt dabei anerkennend. „Glückwunsch Dennis! Mit so einem Treffer kann man auch mal das Tor des Monats bei der ARD gewinnen“, so Völler dazu. Ein Lob von allerhöchster Stelle.

Verein des Jahres: Ars Saltandi

Der Verein Ars Saltandi bringt das Beste aus Hildesheims Sport- und Kulturszene zusammen: Aktuell schwingen dort beinahe 1000 Schülerinnen und Schüler das Tanzbein, wirbeln durch die Lüfte und turnen mit dem Rhönrad. Damit feiern sie regelmäßig große Erfolge – zuletzt Gold bei der Europameisterschaft in Norwegen und zweimal Silber bei der Weltmeisterschaft in Lissabon.

Die Mitglieder des Vereins bereichern die Region mit spektakulären Performances für alle Altersklassen, gehören zum Olympia-Camp wie der Regen und die Nutella-Brötchen und engagieren sich seit Vereinsgründung für soziale Projekte. Zuletzt sammelten sie mit sogenannten Muthasen rund 1000 Euro, die dem Verein „Hilfe für sozial benachteiligte Kinder in Ghana“ (Hibeki) gespendet wurden.

Die kleinen Stoffhasen schenken aber auch etlichen Kindern in und um Hildesheim Zuversicht. Leiterin der Tanzschule, Katrin Katholnigg, hatte gar nicht damit gerechnet, dass der Verein den Sportpreis gewinnt, freut sich aber dafür umso mehr.

Mannschaft des Jahres: Helios Grizzlys Giesen

Die Helios Grizzlys Giesen sind die populärste Mannschaft der Region. Regelmäßig locken die Erstliga-Volleyballer Tausende Fans in die Hildesheimer Sparkassen-Arena. In den vergangenen Jahren hat sich das Team in der 1. Volleyball-Bundesliga als feste Größe etabliert und immer wieder für Aufsehen gesorgt – mit starken Platzierungen in den Play-offs um die Deutsche Meisterschaft, überraschenden Siegen gegen etablierte Gegner und spannenden Duellen im nationalen Pokal.

Auch in der aktuellen Saison kämpft die Mannschaft von Trainer Itamar Stein engagiert um jeden Punkt und macht der Domstadt erneut auch international Ehre. In der Serie davor waren die Grizzlys sogar in der Champions League unterwegs. Sie haben den Ort Giesen und die Stadt Hildesheim fest in Deutschlands Volleyballelite verankert. Und das trotz großer Umbrüche.

Die Erfolge zeugen auch von einem guten Händchen des Trainerteams und einem mutigen, vorausschauenden Management. Das Team ist zur Nummer eins der Stadt geworden.

Sportler des Jahres: Max Husemann

Max Husemann von Eintracht Hildesheim ist in Topform. Der 20-Jährige gilt als der beste Leichtathlet im Kreis Hildesheim, und er hat das bisher erfolgreichste Jahr seiner sportlichen Karriere hinter sich. Leicht war das nicht. „Ich hatte zu Beginn der Saison Motivationsprobleme“, erklärt er. Generell sei alles „nicht gut gelaufen“.

Dass er wenige Monate später seine persönliche Bestzeit über 200 Meter laufen würde (20,58 Sekunden), wusste er da noch nicht. Wie es dazu kam: Im Trainingslager merkte Husemann, dass seine Leistungen denen der Profis gleichen. „Ey Max, du bist genauso gut. Jetzt raff dich doch mal auf“, sagt er sich.

Das tat er. Anfang Juni 2025 holte er sich in Ulm den U23-DM-Titel. Im Juli holt er dann Bronze bei der U23-Europameisterschaft mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel. Mit seiner Bestzeit wird er danach in Dresden deutscher Vizemeister über 200 Meter. Und im September war er auf bestem Wege zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio – wurde dann jedoch krank. Aber er will weiter angreifen.

Sonderpreis für besonderes Engagement: Christa Simmen

Tausenden Hildesheimerinnen und Hildesheimern müsste Christa Simmens Stimme noch im Ohr klingen, wenn sie in kaltes Wasser springen. Oder wenn ihnen mal die Puste ausgeht und sie „ziehen“ müssen. Wenn sie überlegen, das Duschen zu überspringen, bevor sie ins Schwimmbecken tauchen. „Hart, aber herzlich“, beschreibt die passionierte Schwimmlehrerin ihren Trainingsstil.

An dem hat sie schließlich 55 Jahre lang gefeilt, und ihm sind ein paar der stärksten Schwimmtalente des Landkreises zu verdanken. Die heute 75-Jährige wuchs in der DDR auf und lernte dort, in Rathenow, zu schwimmen. Zwei Jahre nach der Wiedervereinigung bewarb sie sich in Hildesheim beim VfV. Später unterrichtete sie bei der SG Hildesheim, nach deren Auflösung bei Eintracht.

Im vergangenen Sommer leitete sie dann ihren letzten Kompaktkurs an der Jowiese. „Dabei zu sein, wenn viele Kinder auf einmal ihr Schwimmabzeichen schaffen, war immer eine Motivation für mich“, sagt sie. Irgendwann müsse es aber auch mal gut sein.

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