Sarstedt - Die Hochwasser-Lage in Sarstedt ist stabil. Das verkündeten Bürgermeisterin Heike Brennecke (SPD) und Stadtbrandmeister Jens Klug bereits am Sonntag. Die Leine hat sich hoch eingepegelt, der Pegel der Innerste fiel zuletzt sogar. Nach aktuellen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kommen aber Zweifel auf, ob die Lage so bleibt. „Am Dienstag, zum Teil auch Mittwoch Dauerregen, im Harz dabei Unwettergefahr“, meldet der DWD am Nachmittag des Neujahrstages.
„Wenn das Wasser kommt, muss es auch irgendwo hin“, sagt Klug. Dabei seien die Böden gesättigt, könnten kein weiteres Wasser aufnehmen. Immerhin gebe es mittlerweile wieder einen Puffer in Salzderhelden und an der Innerste-Talsperre. Trotzdem drohen wieder steigende Pegel. „Wir haben ja gesehen, wie schnell die Becken bei starkem Dauerregen volllaufen.“ Mit Blick auf die möglichen Niederschläge sagt Klug: „Ich mache mir Sorgen.“ Das bedeutet konkret, dass er die Aufräum- und Abbaupläne der Feuerwehr nach hinten verschoben hat.
Sarstedt hält den Atem an
Eigentlich wollten die Einsatzkräfte ab Dienstag langsam damit beginnen, die Sandsack-Barrieren und mobilen Flutsperren abzubauen. „Die lassen wir jetzt aber stehen.“ Ganz im Gegenteil, prüft Klug mit seinem Team aktuell, ob nicht bisher trocken gebliebene Sandsäcke noch an kritischere Stellen umgelagert werden könnten, um den Hochwasserschutz noch zu verbessern.
Davon abgesehen hält man in Sarstedt derzeit vor allem den Atem an. „Neue Maßnahmen sind aktuell nicht notwendig“, sagt Bürgermeisterin Brennecke. Tatsächlich ist es aktuell so, dass Retter aus Sarstedt bei Maßnahmen andernorts helfen. So brachen am Montag rund zehn Mitglieder der DLRG mit drei Booten im Gepäck als Teil des Wasserrettungszuges des DLRG-Bezirks Hildesheim nach Hodenhagen auf, um dort Deiche und und Tiergehege zu sichern, wie der Sarstedter Ortsgruppenleiter Carsten Deike erzählt. Geplant ist der Einsatz des Hildesheimer Zuges vorerst bis Mittwoch, „aber meistens wird es länger“, sagt Deike.
Viele Einsätze in der Silvesternacht
Auch das Sarstedter THW sitzt laut Brennecke auf gepackten Koffern – die Freiwilligen sind in einen sogenannten Voralarm versetzt worden und könnten jederzeit in ein Krisengebiet ausrücken.
Aber auch die Retter, die in Sarstedt geblieben sind, kamen zumindest zum Jahrewechsel nicht zur Ruhe. „Silvester gehört zu unserem Geschäft dazu“, sagt Klug mit leichter Resignation in der Stimme. Die verschiedenen Sarstedter Feuerwehren löschten in der Nacht auf Montag einen Heckenbrand in Giften, einen Balkon- und einen Containerbrand Auf dem Klei, einen Flächenbrand in der Nähe von Gödringen und einen brennenden Baum in Heisede. Viele der Einsätze stehen laut Klug im Zusammenhang mit Pyrotechnik. Am Montagvormittag halfen Einsatzkräfte der Feuerwehr außerdem der Polizei, eine zufällig entdeckte Waffe aus dem Bruchgraben zu bergen.
