Volksfestplatz

So farbenfroh geht es am Samstag beim Holi Festival in Hildesheim zu

Hildesheim - Das Holi Festival hat hunderte Besucherinnen und Besucher auf den Volksfestplatz in Hildesheim gelockt. Aber woher kommt der farbenfrohe Brauch überhaupt?

Drei, zwei, eins: Jede Stunde werfen die Besucherinnen und Besucher des Holi Festivals Farben in die Luft. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Mokaby weiß, wie man die Menge zum Kochen bringt. Der DJ und Musikproduzent springt auf die Bühne und zählt im Rhythmus der schweißtreibenden Musik nach unten. Die Lautstärke ist atemberaubend. Aber die mehr als 700 Frauen und Männer, die sich hier am Samstag auf dem Volksfestplatz versammelt haben, wollen das so. Und sie wollen noch mehr: Farbe aus allen Himmelsrichtungen.

Die überwiegend jüngeren Leute sind am Samstag Gäste des Holi Festivals of Colours auf dem Platz. Viele sind dem Aufruf von Veranstalter Paul Rohmann gefolgt und haben sich in heller Kleidung versammelt. Darauf kommen die Farben, die im Stundentakt in die Luft geworfen werden, noch einmal besser zur Geltung. Der Holi-Brauch kommt aus Indien, wo Feiernde den Frühlingsbeginn zelebrieren, indem sie farbiges Pulver werfen, Wasser versprühen und zu Tausenden durch die Straßen ziehen. Dabei geht es vor allem darum, zu zeigen, dass alle gleich sind. Bei den Holi-Feiern in Deutschland geht es den meisten vermutlich noch mehr um den Spaß.

Und den suchen an dieser Stelle mehr Frauen als Männer. Etwa 65 Prozent seiner Gäste seien weiblich, berichtet Rohmann. Hildesheim ist einer seiner kleineren Veranstaltungsorte. „Nächste Woche sind wir in Berlin, da erwarte ich etwa 10.000 Besucher“, sagt er.

Die Farbe gibt es nur vor Ort

Die Beutelchen mit dem Farbpulver darf man nicht mitbringen, sondern man muss sie vor Ort kaufen. Alles andere wäre medizinisch aber auch nicht vertretbar. Das Pulver ist irgendwann überall: auf der Haut, im Mund und in den Getränken. Das ist aber nicht schlimm, weil das Pulver, das hier zum Einsatz kommt, ungefährlich ist. Allerdings hat es auch seinen Preis: An einem Festival-Stand sind die Beutelchen erhältlich. Fünf kosten 12 Euro, für zehn bezahlen die Besucher 22,80 Euro.

Ob es gut angelegtes Geld ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Der sogenannte „Big Throw“, bei dem die Besucher den Inhalt ihrer Farbbeutel in die Luft werfen, dauert jedenfalls nur wenige Sekunden. Dann wird etwas abseits Luft geschnappt und neues Bier und Pulver geholt. Denn nach dem „Big Throw“ ist auch immer vor dem „Big Throw“.

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