Kampf gegen das Coronavirus

So funktioniert der Corona-Selbsttest für Grundschüler zu Hause

Sarstedt - Eltern sollen Grundschulkinder zu Hause per Selbsttest auf das Coronavirus checken. Wie funktioniert das? Ein Erfahrungsbericht vom ersten Versuch.

Sarstedt - Eltern können Grundschüler ab sofort einmal pro Woche per Schnelltest auf das Coronavirus checken. Wer einwilligt, dessen Kind bekommt jede Woche ein Testkit mit nach Hause. Ob das funktioniert, wurde und wird heiß diskutiert. Ich habe es ausprobiert – mit meiner Tochter Rania, die in die zweite Klasse geht.

Der erste Blick auf die Anleitung erschreckt. Drei Seiten, viele Zeichnungen, Worte wie „Extraktionsröhrchen“ und „Probenvertiefung“. Ich denke an Nicht-Muttersprachler, beschließe aber, mich nicht Bange machen zu lassen. Zumal das Kind schon erwartungsvoll auf dem Sofa hockt und etwas ängstlich auf den langen Tupfer starrt. „Muss der in meine Nase?“

Wichtig ist das Gemisch

Muss er. Aber längst nicht so tief, wie man das vom „richtigen“ Schnelltest kennt. Zwei Zentimeter sollen reichen. Ob ich so weit vorstoße? Es pikst und kitzelt ein bisschen, Rania verzieht das Gesicht: „Ah, das ist unangenehm!“ Ich beschließe, es im Zweifel bei anderthalb Zentimetern zu belassen, drehe den Tupfer dreimal und stelle fest: Oh ja, da hängt schon Nasenschleim dran! Dann kann es ja so falsch nicht sein. Zweites Nasenloch.

Ah, das ist unangenehm

Grundschülerin Rania

Zuvor habe ich bereits die kleine Plastik-Ampulle mit der Extraktions-Lösung geöffnet und den Inhalt in das mitgelieferte Röhrchen gekippt. Das Röhrchen habe ich in ein dafür ausgestanztes Loch in der Verpackung gestellt, damit es nicht umfällt. Da soll ich nun den Tupfer hineinstecken. Nasenschleim trifft auf Lösung. Den Tupfer mehrmals drehen, dann eine Minute im Röhrchen lassen, dann beim Herausziehen sorgfältig an der Ampulle abstreifen. Ziel ist schließlich eine Mischung aus der Extraktions-Lösung und dem, was ich so aus der Nase meiner Tochter geholt habe.

Roter Strich am C

Nun mache ich den Deckel auf die Ampulle. Dass der ein Loch hat, fällt mir gerade noch rechtzeitig auf – durch diese kleine Öffnung kann man die geforderten drei Tropfen gut auf die kleine Vertiefung in der Testkassette tropfen lassen. Ganz genau, schön vorsichtig, damit die richtige Menge herauskommt und nichts danebengeht.

Geschafft. Nun heißt es warten, für 15 Minuten. „Und?“, fragt Rania nach 30 Sekunden. Nun ja, wir frühstücken lieber erstmal in der Küche. Doch die Neugier ist groß, auch bei mir. Nach fünf Minuten schaue ich nach: Deutlich zeichnet sich ein roter Strich beim C auf dem Sichtfeld der Testkassette ab. Ein gutes Zeichen. Aber man soll ja eine Viertelstunde warten.

Wäre es positiv gewesen...

Doch es ändert sich nichts. Klar negativ. Meine größte Sorge war keine Positiv-Meldung, sondern ein ungültiger Test – weil ich etwas falsch gemacht habe. Doch diesen Test haben wir bestanden. Gar nicht so schwer, wenn man sich konzentriert. Findet Rania auch. Ob wir das jetzt jede Woche machen sollen? „Na klar, kein Problem“, sagt sie ganz lässig.

Kein Problem

Grundschülerin Rania

Wäre der Selbsttest positiv ausgefallen, hätte sie daheim bleiben müssen. Wir hätten die Schule informiert und diese das Gesundheitsamt, zudem hätten wir uns um einen PCR-Test beim Hausarzt oder in einem Testzentrum kümmern müssen.

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