Hildesheim - Das Wetter ist frühlingshaft, die Sonne scheint – und es ist bis auf Weiteres die letzte Gelegenheit, direkt in den meisten Geschäften der Innenstadt einzukaufen. Ab Dienstag ist wegen der Einstufung des Landkreises Hildesheim als Hochinzidenzkommune wieder nur das möglich, was man Click and Collect nennt: Waren vorbestellen und draußen vor dem Geschäft abholen.
Noch viel Platz im Kaufhaus
Zu einem Kaufrausch aus einer Art Torschlusspanik hat das am Montag nicht geführt, es blieb den ganzen Tag über ruhig. Galeria Kaufhof durften 390 Kunden zum Shoppen betreten, zeitweise waren es am späten Vormittag nur um die 50. Bei mehreren Geschäften, die Kunden nach Anmeldung und Terminvergabe empfangen, zeichnete sich kein stärkerer Andrang ab. „Es ist ungefähr so wie in den Vortagen“, berichtet zum Beispiel eine Mitarbeiterin des Bekleidungshauses Adamski. Das Team habe Interessierte, die schon für Dienstag oder Mittwoch angemeldet waren, gebeten, ihren Besuch noch kurzfristig auf den Montag vorzuziehen. Dafür reiche die Kapazität. Ähnlich sieht es ein Stück weiter im Schuhgeschäft Deichmann aus: Der Andrang sei gegenüber den Vortagen noch nicht deutlich gestiegen, ist zu diesem Zeitpunkt die Bilanz der Verkäuferin am Eingang.
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Das ist indessen bei Salamander, einem anderen Schuhladen in der Fußgängerzone, durchaus der Fall. „Ja, wir haben auf jeden Fall mehr Kunden“, sagt eine Verkäuferin auf die Frage, ob der Besucherandrang im Endspurt vor den neuen Einschränkungen zugenommen habe. Das Geschäft weist auf einem Aushang ausdrücklich darauf hin, dass Kundinnen und Kunden nicht nur telefonisch nach einem Termin fragen können. Das geht auch spontan am Eingang, wo die Glastür einen Spalt geöffnet und ansonsten durch den Anmeldetresen versperrt ist. Zehn Personen dürfen gleichzeitig in den Laden, davor bilden sich immer wieder kleine Warteschlangen.
Die unterschiedliche Steuerung der Kundenströme lässt bei manchem Passant auch Fragen offen. „Wie funktioniert das jetzt hier?“, fragt ein Mann vor Woolworth. Einkaufen nur mit Termin nach Telefonanruf, heißt es auf der Erklärung an der Schaufensterscheibe. Aber am Eingang ist gerade kein Ansprechpartner zu sehen. „Na ja“, sagt der Mann, „dann gehe ich mal weiter.“ Ab Dienstag ist sowieso wieder alles anders.
