Kreis Hildesheim - xBei den Lebenshaltungskosten gibt es innerhalb Deutschlands nach wie vor große regionale Unterschiede. Wie aus einem neuen Index des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervorgeht, sind sie in der teuersten Stadt München 38 Prozent höher als im Vogtlandkreis am anderen Ende der Skala.
Unterschiede im Landkreis
Im Landkreis Hildesheim sind die Lebenshaltungskosten der Studie zufolge um 5,1 Prozent niedriger als im bundesweiten Schnitt. Allerdings ist auch das wiederum nur ein Mittelwert: Da die Wohnkosten großen Einfluss auf die Lebenshaltungskosten haben, gibt es innerhalb des Landkreises spürbare Unterschiede – zwischen Stadt und Land ebenso wie zwischen Nord- und Südkreis. Auf den gesamten Landkreis bezogen sind die Wohnkosten in der Region im bundesweiten Vergleich allerdings eher günstig: Sie liegen um mehr als zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und damit in der niedrigsten der fünf von den Analysten definierten Kostengruppen.
Von Harburg bis Wendland
Innerhalb Niedersachsens sind die Lebenshaltungskosten im Landkreis Harburg am höchsten (2,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt) und im Kreis Lüchow-Dannenberg am niedrigsten (8,9 Prozent darunter). Braunschweig liegt exakt auf dem Durchschnittswert. Auch die meisten großen Städte in Niedersachsen pendeln um diese Marke: In Wolfsburg und der Region Hannover ist das Leben um 0,8 Prozent teurer als im Bundesschnitt.
In Bremerhaven liegt der Preisindex für die Wohnkosten 20,7 Prozent unter dem Bundesmittel. Rechnet man die Wohnkosten heraus, käme die Seehafenstadt exakt auf den bundesweiten Durchschnittsindex. Auch bei den von den Lebenshaltungskosten her „preisgünstigen“ niedersächsischen Landkreisen und Städten sind es die relativ geringen Wohnkosten, die für einen unterdurchschnittlichen Index sorgen. Fazit: Wohnen ist in Niedersachsen vergleichsweise erschwinglich.
Mehr aufs Land ziehen?
Teuer ist es insbesondere in den großen Ballungsräumen und den sie umgebenden Kreisen, zudem in besonders beliebten Wohngegenden, beispielsweise am Alpenrand oder am Bodensee. Die östlichen Bundesländer sind dagegen – mit Ausnahme von Berlin und Umgebung – meist deutlich billiger als der Durchschnitt.
„Da der Schuh vor allem bei den hohen Wohnkosten in den Großstädten drückt, wäre es hilfreich, die Nachfrage ins Umland umzuleiten, beispielsweise durch eine bessere Infrastruktur“, heißt es in der Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Das hieße, sich darum zu bemühen, dass wieder mehr Menschen aufs Land ziehen – und könnte wiederum im Widerspruch zu dem Ansinnen stehen, aufgrund des Klimawandels nicht mehr so viele Flächen zu versiegeln.
Mit Christof Rührmair und Elmar Stephan.
