Hildesheim - Unter den für Dezember geplanten neuen Corona-Beschränkungen sind auch veränderte Regeln für den Einzelhandel. Sie betreffen Geschäfte mit viel Fläche sowie Einkaufszentren wie die Arneken Galerie. Deren Verantwortliche betonen: Die neuen Vorgaben lassen sich nicht nur problemlos kontrollieren – es sei auch unwahrscheinlich, dass es jemals zu Wartezeiten vor der Galerie kommt.
Zu dem Maßnahmen-Paket, auf das sich Bund und Länder verständigt haben, gehört die 800-Quadratmeter-Grenze. Wer weniger Verkaufsfläche hat, darf so viele Kunden gleichzeitig hineinlassen, dass pro Person rechnerisch zehn Quadratmeter Platz ist.
Einzeln ausrechnen
Oberhalb von 800 Quadratmetern sind dann mindestens 20 Quadratmeter pro Kopf gefordert. Was zumindest nach der aktuellen Formulierung bedeuten würde, dass bei 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche 90 Menschen gleichzeitig im Laden sein dürfen – weil für die ersten 800 Quadratmeter die Zehner-Regel gilt und für die verbleibenden 200 Quadratmeter dann die 20er-Regel. Wobei sich die Kunden natürlich überall bewegen können und jedes Geschäft anhand dieser Rechnung seine maximale Besucherzahl ermitteln müsste.
Ob das wirklich so gemeint ist, steht auch für Arneken-Galerie-Chef Holger Höfner noch nicht ganz fest: „Es liest sich so, aber warten wir mal die genaue Verordnung ab.“ Was auch immer am Ende genau ab 800 Quadratmetern gilt, betrifft in der Galerie Saturn, TK Maxx und H&M. Im Stadtgebiet gibt es neben Riesen wie Galeria Karstadt Kaufhof oder MediaMarkt noch zahlreiche weitere Geschäfte dieser Größenordnung.
Jederzeit genaue Zahlen
Die Arneken Galerie setzt auf ihre elektronischen Zählsysteme: „Wir erfassen Kunden, die reinkommen, und solche, die rausgehen, und können in jeder Minute sagen, wie viele Besucher gerade im Einkaufszentrum sind“, betont Höfner. Er hat die zulässige Kundenzahl schon kalkuliert, nennen will er sie nicht. Aber er sagt: „Selbst an einem belebten Advents-Samstag würden wir die Obergrenze längst nicht erreichen, da ist noch viel Puffer.“ Das liege auch daran, dass die Gänge recht großzügig gestaltet seien. Tatsächlich ist es zum Beispiel in der Ernst-August-Galerie in Hannover deutlich enger.
Während Höfner und seine Mitarbeiter über die Gesamtzahl der Besucher wachen, sind die einzelnen Geschäfte selbst dafür verantwortlich, dass auf ihren Flächen die jeweils maximale Kundenzahl eingehalten wird. Im Frühjahr setzten viele Läden dafür extra Personal ein. Höfner ist jedenfalls überzeugt: „Bei uns kann man weiterhin sicher einkaufen.“
