Handball 3. Liga

Söhre verliert emotionales Heimspiel trotz aufopferungsvollem Kampf

Diekholzen - Die Sportfreunde kämpfen und rackern bedingungslos und aufopferungsvoll gegen Gummersbach II. Am Ende fehlt bei Gänsehaut-Atmosphäre auch ein Stück Glück.

Emotionales Zeichen: Die Sportfreunde Söhre denken an ihren Torwart Pascal Kinzel, der nach einem schweren Verkehrsunfall im Krankenhaus weilt. Foto: Werner Kaiser

Diekholzen - „Wir wollten unbeding für ’Pacci’ die zwei Punkte holen“, unterstrich Söhres Kapitän Yannik Ihmann nach dem Spiel noch einmal. Gelungen ist es den Drittligahandballern der Sportfreunde Söhre jedoch nicht. Trotz aufoperungsvollem Kampf verloren sie ein emotionales Heimspiel vor 384 Zuschauern in der Steinberghalle am Ende mit 32:40 (16:18) gegen den VfL Gummersbach II. Das deutliche Ergebnis spiegelte den Spielverlauf allerdings nicht wider, lagen die Söhrer in der 55. Minute nur 31:33 hinten. „Die Mannschaft hat so aufopferungsvoll gekämpft. Wir sind lange dran“, erklärte Söhres Trainer Sven Lakenmacher nach dem Spiel. „Aber irgendwann gehen die Köpfe runter. Wir hatten harte eineinhalb Wochen, dazu hat das Schiedsrichter-Gespann einen Teil beigetragen. Es war ein Mega-Kampf der Mannschaft. Leider haben wir einige Chancen verpasst, wo wir hätten ausgleichen können. Ich kann meinen Jungs aber keinen Vorwurf machen.“

Dass das erste Heimspiel nach dem schweren Verkehrsunfalls ihres Torwart Pascal Kinzel emotional werden würde, das dürfte allen klar gewesen sein. Mannschaft und Zuschauer sorgten dann bereits vor Anpfiff für Gänsehaut-Atmosphäre. Zunächst grüßte Hallensprecher den Torwart mit dem Ausrufen seines Vornamens, das Publikum antwortete lautstark mit dem Nachnamen. Zum Einlaufen hatten sich die Spieler dann extra angefertigte Shirts übergestriffen. Kinzels Rückennummer 26 und sein Name waren auf dem Rücken zu lesen. Von den Rängen gab es stehende Ovationen. Yannik Ihmann sagte später: „Diese Reaktion hat uns nochmal extra motiviert.“

Hanel bringt Söhre rein

Mit Anpfiff brauchten die Sportfreunde dann kurzzeitig um ins Spiel zu finden. Sie lagen nach vier Minuten schon 0:3 hinten, weil Niklas Ihmanns Wurf pariert wurde, Johann Scherbanowitz bei seinem Versuch im Kreis stand und Yannik Ihmann ein technischer Fehler unterlief.

Doch dann packte sich Tom Hanel ein Herz, zog zweimal trocken ab und brachte Söhre auf 2:3 heran.

Es dauerte bis zur 14. Minute, bis Yannik Ihmann erstmals wieder ausgleichen konnte (8:8). In dieser Phase packte dann auch Jan Koob im Tor erstmals zu und verhinderte erst das der Rückstand größer wurde, dann aber auch, dass die Söhrer in Führung gehen konnten. Lakenmacher setzte früh auf das 7-6 im Angriff, was Früchte trug. Niklas Ihmann und Scherbanowitz trafen zum 13:13, ehe erneut Scherbanowitz sogar das 15:14 besorgte. Ausgerechnet in den letzten fünf Minuten unterliefen den Söhrern aber wieder einige technische Fehler, sodass Gummersbach mit 18:16 zur Pause führte.

Schiris werden zum Faktor

In Halbzeit zwei wurden die Schiedsrichterinnen, Svenja Maczeyzik und Sabine Langer, zum Faktor. Söhres Kreisläufer Norman Kordas und Philipp Klein bekamen keine Siebenmeter, dazu pfiffen sie Tom Hanel einen angeblichen Schrittfehler. Söhre kämpfte und stemmte sich mit aller Macht gegen die Niederlage – vergab allerdings auch einige Möglichkeiten. Nach einem Ballgewinn wurde Yannik Ihmanns Wurf pariert, den Abpraller setzte Klein an den Pfosten.

Der VfL zog nach 42 Minuten erstmals auf drei Tore (25:28) davon. Wieder war es zweimal Hanel, der auf 27:28 verkürzte – doch ausgerechnet da sah Klein in der Abwehr seine dritte Zeitstrafe und musste mit Rot das Feld verlassen. „Das war eine unfassbare Schiedsrichter-Leistung“, ärgerte sich Lakenmacher.

Sie versuchen alles

Und trotzdem blieben die Söhrer drin – weil auch Koob wieder ein, zwei Bälle parierte. Den Zahn zog den Söhrern dann aber auch der dritte Torhüter des VfL, Oskar Knudsen. Er hielt in den letzten zehn Minuten einige Bälle, dazu unterliefen den Sportfreunden auch einige technische Fehler. Nach 60 Minuten zeigte die Anzeigetafel eine deutliche 32:40-Niederlage an. „Es ist schade, weil das Ergebnis blöd ist für die Jungs“, so Lakenmacher. „Es sagt nichts über das Spiel aus. Die Partie war lange auf Messers Schneide.“

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