Kurbetriebsgesellschaft

Solebad Bad Salzdetfurth: Kreispolitiker fordern mehr Transparenz

Bad Salzdetfurth - Einen zweistelligen Millionenbetrag soll die Sanierung des Solebads in Bad Salzdetfurth kosten. Doch eine Machbarkeitsstudie zu dem Thema wird zurückgehalten. Das sorgt in der Kreispolitik für Entsetzen.

Die nötige Sanierung des Bad Salzdetfurther Solebads stand am Mittwoch im Finanzausschuss des Kreistags in der Diskussion. Foto: Michael Vollmer/HAZ-Archiv

Bad Salzdetfurth - Teile der Kreispolitik sehen das Verhalten der Kurbetriebsgesellschaft im Zusammenhang mit einer Sanierung oder einem Neubau des Solebads kritisch. Mehrere Politiker bemängelten das ihrer Ansicht nach intransparente Verfahren.

Die Kreisverwaltung hatte mitgeteilt, dass eine Machbarkeitsstudie vorliegt. Diese soll den Gesellschaftern, also Stadt Bad Salzdetfurth und Landkreis, erst im ersten Quartal 2024 präsentiert werden. „So ein bisschen fühle ich mich schon hinter die Fichte geführt“, sagte Henrik Jacobs (FDP). Schließlich hatte Thomas Oelker, Chef der Kurbetriebsgesellschaft, noch im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass die Technik auf dem aktuellen Niveau sei. Bei einem Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Solebad in der vergangenen Woche war hingegen von einem hohen zweistelligen Millionenaufwand für die Sanierung gesprochen worden. Weil selbst nannte mögliche Kosten von 80 Millionen Euro. Neben einer Sanierung ist auch ein Neubau im Gespräch.

„Thema für die Öffentlichkeit“

„Wir sollten über dieses Projekt dringend sprechen“, forderte Jacobs: „Das ist auch ein Thema für die Öffentlichkeit.“ Schließlich sei das Solebad neben dem Neubau des Gymnasiums Sarstedt und der Berufsbildenden Schulen das dritte Großprojekt, das nun zu stemmen sei.

„Es gibt eine große Eilbedürftigkeit, Transparenz herzustellen, wie es weitergeht“, sagte Josef Stuke (Unabhängige). Es bestehe sogar die Gefahr, dass das Bad wegen des fortschreitend schlechten Zustands geschlossen werden muss. Man habe daher ein Interesse, über die Inhalte der Machbarkeitsstudie informiert zu werden. Das sieht Ausschussvorsitzender Marc Ehrig von der SPD ganz ähnlich: „Es ist dringend erforderlich, dass wir uns mit der Materie beschäftigen.“

Gebäudesubstanz ist das Problem

Andreas Koschorrek (CDU) hingegen verteidigte in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kurbetriebsgesellschaft das Vorgehen dieses Gremiums. Man habe sich ganz bewusst für eine gewisse Bedenkzeit oder Bearbeitungszeit entschieden, so Koschorrek, der ausdrücklich nicht für seine Fraktion sprach: „Das muss erstmal alles analysiert werden.“

Man werde allerdings die Gesellschafter frühzeitig einbeziehen: „Wir wollen als Aufsichtsrat im ersten Quartal 2024 an die Gesellschafter herantreten.“ Falsch ist es seiner Ansicht nach aber, das Thema jetzt schon „öffentlich breitzutreten“, so Koschorrek. „Es steht noch gar nicht fest, was wir machen wollen, aber es wird schon darüber diskutiert.“ Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende stellte auch klar, dass die Anlagentechnik tatsächlich auf dem aktuellen Stand sei. Die musste nämlich nach dem großen Hochwasser 2017 erneuert werden. Das Problem sei vielmehr die Gebäudesubstanz des Solebads.

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