Bad Salzdetfurth - Das Solebad in Bad Salzdetfurth muss vorübergehend geschlossen werden. Weil dem Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim der Fall einer Legionellen-Infektion gemeldet wurde und das Solebad in Bad Salzdetfurth als eine mögliche Quelle der Infektion der betroffenen Person in Betracht gezogen wurde, untersuchten Fachleute das Wasser in einem Duschbereich. In der entnommenen Probe konnten dabei tatsächlich Legionellen nachgewiesen werden.
Wer nach einem zurückliegenden Solebad-Besuch innerhalb der vergangenen 5 bis 6 Tage (bis zu 10 Tage) grippeähnliche Symptome oder Anzeichen einer Lungenentzündung bei sich beobachte, sollte sich mit einem Arzt oder einer Ärztin zur weiteren Abklärung in Verbindung setzen, rät die Kurbetriebsgesellschaft.
Regelmäßige Überprüfungen
Der Legionellenbefall sei ganz plötzlich und unerwartet aufgetreten, sagt Thomas Oelker, Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft. Das Wasser werde wie gesetzlich vorgeschrieben sehr regelmäßig auf Legionellen getestet. Bislang habe es dabei keinen Hinweis auf die Bakterien gegeben.
Im Interesse der Gesundheit der Badegäste hat der Kurbetrieb entschieden, das Solebad vorübergehend zu schließen. Diese über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Maßnahme werde aus vorsorglichen Erwägungen ergriffen und ermögliche, dass die gesamte Trinkwasseranlage umfassend beprobt und analysiert werden könne. Die Kurbetriebsgesellschaft will sicherstellen, dass keine weiteren gesundheitlichen Risiken für die Badegäste bestehen.
Ursachenforschung
Wie lange das Bad geschlossen bleiben muss, weiß Oelker noch nicht. Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Gäste stünden an erster Stelle. Derzeit geht er von etwa 14 Tagen aus. „Das liegt auch daran, dass die Tests länger dauern und wir erst wieder öffnen, wenn die Tests negativ sind“, so Oelker. Zudem solle zuvor auch die Ursache für die aktuelle Bakterienbelastung gesucht werden. Was das sein könnte, vermag Oelker noch nicht zu sagen. Auf alle Fälle kündigt er aber schon jetzt an, sicherheitshalber den Rhythmus der Legionellen-Testung über das gesetzliche Maß hinaus zu verschärfen.
Das Solebad ist alt und in erheblichem Maße sanierungsbedürftig, die Technik allerdings vor einigen Jahren auf modernen Stand gebracht worden. Derzeit ermittelt der Aufsichtsrat, wie groß der Sanierungsbedarf am Gebäude tatsächlich ist. Ob das dann später im Bestand saniert oder neugebaut werden muss, steht noch in den Sternen.
Wie gefährlich sind Legionellen?
Die natürlicherweise im Wasser vorkommenden Legionellen sind Bakterien, die an sich keine Gefährdung der Gesundheit der Nutzer bedeuten, erklärt der Landkreis Hildesheim. Bei Wassertemperaturen zwischen 25°C und 50°C in der häuslichen Trinkwasserinstallation bestehe jedoch ein Risiko auf Vermehrung der Legionellen. Durch das Einatmen von mit Legionellen belasteten Aerosolen - sehr feine Wassertröpfchen -, die beispielsweise beim Duschen, Besprühen von Blumen oder beim Einsatz elektrischer Luftbefeuchter entstehen, gelangten die Bakterien in die Lunge und könnten zu einer grippeähnlichen Erkrankung bis hin zu einer schweren, potenziell tödlich verlaufenden Lungenentzündung führen. Erst ab einer Wassertemperatur von 55°C werde ihnen die Vermehrung erschwert. Auch bei kälteren Temperaturen unter 20°C vermehrten sich Legionellen nicht. Das Trinken von mit Legionellen belastetem Wasser sei nicht gesundheitsgefährdend
