Verlängerung und Ausweitung Lockdown

Sorgen in Hildesheim nach Ankündigung des harten Oster-Lockdowns

Hildesheim - Die Ankündigung einer möglichst umfassenden „Osterruhe“ des Landes ruft in Hildesheim unterschiedliche Reaktionen hervor.

Der allgemeine Lockdown in Deutschland wird bis zum 18. April verlängert. Foto: Chris Gossmann (Symbolbild)

Hildesheim - Eine wirkliche Überraschung ist es für Fritz Ahrberg nicht, was Ministerpräsident Stephan Weil am Dienstagmittag aus der Bund-Länder-Runde der Nacht zuvor verkündet. Weil bereitet die Menschen Niedersachsens auf die Verlängerung des allgemeinen Lockdowns bis zum 18. April, aber mehr noch auf einen kurzen, aber härteren Oster-Lockdown vor. „Wir hatten das Ostergeschäft ohnehin schon abgeschrieben“, sagt der Geschäftsführer von Hildesheim Marketing. Niemand habe vor dem Hintergrund explodierender Infektionszahlen damit gerechnet, dass es noch eine Möglichkeit gegeben habe, Touristen zu empfangen oder Restaurants und Geschäfte zu öffnen.

Es sei ein weiterer Rückschlag für die Tourismusbranche und damit für die gesamte Stadt. „Aber wir konzentrieren uns jetzt auf die Zeit danach, auf das Sommer- und das Herbstgeschäft“, sagt Ahrberg. Hierfür gebe es auch bereits Buchungen.

Dehoga von den Plänen sehr überrascht

Sorgen bereitet der harte Oster-Lockdown auch dem Dehoga-Landesverband. „Er hat uns sehr überrascht“, sagt Landesgeschäftsführer Rainer Balke. Für die Hotels und Gaststätten sei es momentan ohnehin schwer. Viele versuchten, über den Außer-Haus-Verkauf die Nase über Wasser zu halten. „Damit hätten sich viele unserer Mitglieder auch über Ostern ein Zubrot verdient“, sagt Balke. Doch nach den neuen Beschlüssen der Bund-Länder-Runde fiele auch das komplett aus. „Das ist schon bitter.“ Das Land Niedersachsen will seine neue Corona-Verordnung, in dem es die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde umsetzt, vermutlich am Wochenende fertiggestellt haben.

Laut Ministerpräsident Weil soll die fünftägige Ruhephase dabei helfen, die Dynamik der dritten Corona-Welle zu brechen. Das sei für die Gesamtstrategie mit dem Testen und Impfen im Kern wichtig. Nach den Osterferien sollen die Tests erheblich ausgeweitet werden. Dann sollen alle Schüler die Möglichkeit für wöchentlich zwei Tests erhalten. Auch aus der Arbeitswelt habe er Signale, dass dort künftig mehr getestet werden soll.

Was wird aus der Arbeit am Gründonnerstag?

Von der fünftägigen Ruhephase ist auch der Gründonnerstag betroffen, bisher für viele ein ganz normaler Arbeitstag. Laut Weil soll an dem Tag aber nicht gearbeitet werden. „Wir können noch nicht sagen, wie wir damit umgehen werden“, sagt ein Sprecher der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Zunächst warte man die Verordnung ab, die das Land wohl in den nächsten Tagen erlassen wird. „Erst danach würden wir unsere Mitglieder informieren.“

Viele Menschen fragen sich jetzt auch, ob es an den Feiertagen Gottesdienste geben wird. „Die Entscheidung kam unerwartet und überraschend“, sagt Mirko Peisert, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt. Die Leitung der Landeskirche habe für die nächsten Tage Handreichungen für die Gemeinden angekündigt. „Sicher ist aber, dass es eine Reihe von digitalen Angeboten geben wird, die auch schon geplant waren, sowohl Streaming, als auch Interaktives, und auch Video-Andachten“, sagt Peisert.

Laut katholischem Bistum Hildesheim gibt es derzeit hierzu sowohl auf Bistumsebene als auch zwischen den niedersächsischen Bischöfen Gespräche. „Dabei wird geklärt werden, wie der gesellschaftliche Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet werden kann und gleichzeitig die Gottesdienste in diesen besonders geprägten Tagen gefeiert werden können“, heißt es auf Anfrage der HAZ.

Am Mittwochabend soll gemeinsam mit den Dechanten und dem Vorstand des Diözesanrats über die Ostergottesdienste gesprochen werden, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. „Diese wird den pastoralen Mitarbeitenden im Bistum Hildesheim am Donnerstagvormittag in Form einer diözesanen Empfehlung beziehungsweise einer Handreichung zur Feier der Gottesdienste mitgeteilt werden.“

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