Hildesheim - So eine Art Schlussstein will die gbg nun mit der letzten Baustelle in der Straße Pippelsburg am Moritzberg setzen. Nochmal ein dreigeschossiger Bau für 20 neue Sozialwohnungen. Das kündigt gbg-Geschäftsführer Jens Mahnken an, der gemeinsam mit seinem Architekten Jörn Schrader vor Ort steht. Hinter ihnen steht ein bereits fertiger Wohnbau mit Einfahrt zur Tiefgarage.
Genauso soll nun die Adresse Pippelsburg 7-9 werden. 22 Stellplätze in der Tiefgarage – das bedeutet weniger Parkplätze oberhalb und mehr Raum für Spielplätze. Einer davon, der Auenwaldspielplatz, steht schon, ein zweiter soll folgen. Im Sommer nächsten Jahres soll der Bau stehen, spätestens im Herbst. Auf dem Dach werden Photovoltaikplatten installiert, gewärmt wird mit Fernwärme von der EVI.
Fernwärme und Fotovoltaik
Zwölf der Wohnungen werden öffentlich als Sozialwohnungen gefördert, drei sind rollstuhlgereicht, für die restlichen fünf braucht man keinen Berechtigungsschein. Doch auch hier sollen die Mietpreise niedrig bleiben, so die gbg. Ab 5,80 Euro pro Quadratmeter soll es losgehen, kündigt Mahnken an. Das Gebäude wird rund 7 Millionen Euro kosten.
In den vergangenen Jahren hat die gbg am Moritzberg mehr als 100 neue Wohnungen errichtet. Vor 13 Jahren hat die Wohnungsbaugesellschaft begonnen, ihren gesamten Bestand in diesem Bereich mit damals bereits mehr als 240 Wohnungen – viele aus den 1960er Jahren – neu auszustatten und sanieren. Etliche Gebäude wurden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Hinzu gekommen sind 133 neue Wohnungen, nun noch einmal 20 weitere.
Altbauten modernisiert
Als die Hanseatic Gesellschaft das Nahversorgungsgebiet auf dem alten Phoenix-Gelände gebaut hatte, zog die gbg an der Maschstraße mit Abriss und Neubauten nach. „Wir sind in Hildesheim ganz vorne als Bauherren beim sozialen Wohnungsbau“, sagt Mahnken. Auch dort, wo es keine städtischen Vorgaben gebe.
„Ich finde es nicht in Ordnung, dass in großen Städten bereits jetzt sogar Doppelverdiener sich keine Wohnung mehr in der Stadt in der Nähe ihrer Arbeitsplätze leisten können“, betont der gbg-Chef.
Keine Chance für Doppelverdiener
Vor zwei Jahren hat die gbg zudem im Bereich Pippelsburg für die Bewohner und Bewohnerinnen ein e-CarSharing-Angebot auf die Beine gestellt. Die ersten 1000 Kilometer oder 200 Fahrstunden sind für die Nutzer kostenfrei. Eine zweite Station soll am Haus Pippelsburg 2 folgen.
Neben der Fernwärme nutzt die gbg Strom aus europäischen Wasser- und Windkraftanlagen. „Zu 100 Prozent“, sagt Mahnken. Und das lange bevor der Krieg in der Ukraine die Abhängigkeit von russischen Energiequellen so dramatisch in den Fokus gerückt habe.
Alternative zu russischem Gas
An der Baugrube kann man gut das Gegenüber von Nachkriegsbebauung und aktuellem Wohnbaustandard beobachten. Mit dem Abriss der alten Riegel sind mittlerweile auch Querverbindungen zwischen den einst nur parallel verlaufenden Straßenzügen Elzer Straße und Maschstraße entstanden. Der Fuß- und Radweg entlang des Quartiers wird zudem bereits seit Langem von vielen genutzt, die die schnelle Verbindung in Richtung Himmelsthür nutzen.
