Aktion Tschernobyl Hilfe

Hilfe für Ukraine: Hildesheimer Verein mit neuem Spenden-Aufruf

Kreis Hildesheim - Viele Menschen in der Ukraine fürchten, dass sie bald nicht mehr genug zu essen haben. Darum beackern sie jetzt noch so kleine Flächen. Der Hildesheimer Verein Aktion Tschernobyl Hilfe bittet um Gartengeräte, Saatgut und um Orthesen für Verletzte.

Viele Verletzte in der Ukraine benötigen dringend Orthesen. Foto: privat

Kreis Hildesheim - Unter Lebensgefahr verteilten Helfer in der Ukraine in den vergangenen Tagen Hilfsmittel aus Deutschland in ihrem Heimatland. „Sie fuhren auch die Krankenhäuser am Stadtrand vom besetzten Mariupol an“, erklärt Rita Limmroth vom Hildesheimer Verein Aktion Tschernobyl Hilfe, der die Hilfstransporte organisiert.

Somit haben auch diese Kliniken dringend notwendige medizinische Hilfen aus Deutschland und Hygienepakete erhalten. „Unsere Transporte werden immer schon sehnsüchtig erwartet“, erklärt die Vorsitzende Limmroth. Der Verein begann unmittelbar nach dem Überfall auf die Ukraine damit, Hilfstransporte zu organisieren.

Hilfe wird seit Kriegsausbruch organisiert

Doch bevor die starten können, müssen genug Spenden bereitstehen. Der Verein ist ununterbrochen dabei, Hilfen zu organisieren. So werden etwa Fach-Firmen angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Viele zeigen sich sehr hilfsbereit. Ein großer Aktivposten sind zudem die privaten Spenden.

„Viele Menschen machen sich so große Mühe“, sagt Limmroth. Und immer wieder erhält sie Anfragen, was benötigt werde. Lebensmittel- und Hygienepakete seien immer willkommen. „Wenn möglich, nun auch mit Wund- und Heilcremes für die Verletzten“, sagt Limmroth.

Zielgerichtete Unterstützung

Da die Hilfe nicht willkürlich, sondern zielgerichtet sein soll, wendet sich Limmroth immer wieder mit Aufrufen an die Öffentlichkeit. Aktuell benötigt sie aussortierte Orthesen für Handgelenke, Rücken, Hals und Schultern. Auch Gehhilfen und Unterarmstützen helfen den verwundeten Menschen in der Ukraine. Rollatoren werden derzeit nicht benötigt. Die Orthesen können in Tüten oder Taschen abgegeben werden.

Außerdem stehen auf der Spendenliste Gartengeräte und Sämereien. „Überall, wo es möglich ist, versuchen die Ukrainer, für ihren Lebensunterhalt etwas anzubauen. Wir möchten sie unterstützen“, erklärt die Vorsitzende. Dabei sei das in Gegenden, die bereits unter Beschuss waren, sehr gefährlich. Überall könnten Minen liegen. Dennoch wollen viele Ukrainer dafür sorgen, dass sie und ihre Familien etwas zu essen haben. Darum sind die Geräte und Sämereien, die nun noch in die Erde können, wie Salat, Radieschen oder Spinat, eine Überlebenshilfe.

Machen wieder Schülerinnen und Schüler mit?

Nachdem Aktion Tschernobyl Hilfe Ende Februar darum gebeten hatte, Erste-Hilfe-Kästen zu sammeln, machten viele Schülerinnen und Schüler aus der Stadt und dem Landkreis Hildesheim mit und sammelten. „Das war eine riesengroße Hilfe“, erinnert sich Limmroth. Sie hofft auf weitere Unterstützung dieser jungen Menschen. „Vielleicht können die Schülerinnen und Schüler bei Oma und Opa mal im Schuppen nachschauen, was nicht mehr gebraucht wird“, sagt sie. Vor allem Spaten und andere Geräte zu Bodenbearbeitung sind nützlich. Sie müssen nicht verpackt werden, wenn sie aber einigermaßen sauber wären, dann wäre das toll, so die ehrenamtlichen Helfer.

Die Menschen, die in den Krankenhäusern versorgt werden, haben oft nur die Kleidung, die sie am Leib tragen. Ihnen fehlen Wechselstücke, wie etwa Jogginghosen, Sportanzüge und T-Shirts. Es mangelt auch an Herrenunterhosen. Die Auswahl der Kleiderspenden sollte sich auf die genannten Teile in allen Größen und Farben beschränken. Bedarf für Damenunterwäsche oder Anzüge besteht nicht. Darum bittet Rita Limmroth um Verständnis: „Alles andere verstopft unser Lager und nimmt Platz für Hilfsmittel.“

Annahme für die Hilfsmittel ist am Dienstag, 24. Mai, von 13 bis 18 Uhr in der Schützenallee 35 bis 37.

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