Hildesheim - Wo die Idee zur Spendenaktion herkam, weiß Eike Zenke schon gar nicht mehr so recht, aber, „wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt er rhetorisch. Seit 30 Jahren ist der Ingenieur Eintracht-Mitglied und hat nun mit einem kleinen Team die Sammelaktion des Vereins zur Ukraine-Hilfe organisiert. Darüber hinaus bietet der Verein montags einen Sportkurs speziell für Geflüchtete.
„Es ist eine dynamische Situation“
„Wir haben uns erstmal die Frage gestellt, für wen wir überhaupt sammeln“, erklärt Zenke. Kleidung für Kinder und Erwachsene sei überall im Kreis in den letzten Tagen so stark gespendet worden, dass sie nun nicht mehr auf der Sammel-Liste des Vereins steht. „Aber es ist eine dynamische Situation“, sagt Zenke, „ Wenn viele Ukrainer in den nächsten Wochen hier ankommen, kann es schon wieder anders aussehen“.
Umzugskartons hat er bereits besorgt. „Um die Spenden, die bei uns im Verein abgegeben werden, zu sortieren“, erklärt er. 15 Kategorien gibt es, die Kartons sind dementsprechend beschriftet. „Schlafplatz und Wärme oder Hilfsmittel wie Kanister und Eimer“, zählt der Eintrachtler beispielhaft auf.
„Sinnvoller, wenn ein 40-Tonner fährt“
In den Öffnungszeiten der Eintracht-Geschäftsstelle (Montag: 8–12 Uhr, Dienstag: 8–12 und 14–18 Uhr, Mittwoch: 8–12 Uhr, Donnerstag: 8–12 und 14–18 Uhr, Freitag: 8–12 Uhr) können die Spenden abgegeben werden.
In zwei Wochen will Zenke das Gesammelte dann zum Ukrainischen Verein in Niedersachsen (UVN) nach Hannover bringen. „Ich halte es für sinnvoller, wenn von dort ein 40-Tonner die Spenden runterfährt, als wenn Privatpersonen mit ihrem Auto und einem Anhänger losfahren.“ Zumal große Organisationen teilweise noch bis in die Ukraine hinein fahren würden.
Sportangebot: Kostenlos und ohne Anmeldung
Für Menschen aus der Ukraine, die bereits in Hildesheim angekommen sind, bietet Eintracht Hildesheim montags zwischen 11 und 12 Uhr ein Programm im Sportzentrum sportivo an. „Ohne Anmeldung und kostenfrei“, sagt Joshua Becker. Er ist Fachbereichsleiter für Kommunikation und Veranstaltungen bei Eintracht. Der Verein habe Hilfe vor Ort leisten wollen, erklärt er die Idee zur Spenden- und Sportaktion.
„Geflüchtete Eltern können mit ihren Kinder zu uns kommen, turnen und spielen“, sagt Becker. Bälle, Kästen und viele andere Spiel- und Turngeräte können genutzt werden. Passende Sportkleidung wird beim Sortieren der Sachspenden zur Seite gelegt. „Für uns ist klar, dass wir helfen möchten – hier vor Ort“, sagt Becker.
Das wird vor Ort, auf der Flucht und in Hildesheim gebraucht:
Aktuell wird laut Zenke, der selbst mit Spenden an die polnisch-ukrainische Grenze fuhr, folgendes benötigt:
Aktuell wird laut Zenke, der selbst vor einer Woche mit Spenden bis an die polnisch-ukrainische Grenze fuhr, vor allem folgendes benötigt:
Für die Menschen, die noch in den Kriegsgebieten oder auf der Flucht sind, seien laut Zenke:
– Isomatten
– Decken
– Schlafsäcke
– Taschenlampen mit Dynamobetrieb
– Solarpanel und Power Stations
– Stirnlampen
– Bauhelme
– Bauschutz-Schuhe
wichtig. Dazu kommt auf der Sammel-Liste von Eintracht auch medizinischem Equipment und Medikamenten:
– OP-Besteck
– Handschuhe
– Blasenpflaster
– frei verkäufliche Medikamente gegen Fieber, Erbrechen und Durchfall
– Schmerzmittel
– Erste-Hilfe-Kästen
„Die Kästen können auch abgelaufen sein“, betont Zenke. Menschen, die aktuell vor Ort in der Ukraine sind und helfen, benötigen dem Hildesheimer zufolge:
– Schubkarren, Hubwagen, Werkstattwagen – alles, womit sich Dinge transportieren lassen
– Klebeband
– Stretchfolie
– Eimer und Kanister
– Umzugskartons
