Harsum - Egal ob man den eigenen Hochzeitstag vergessen hat, spontan jemanden im Krankenhaus besuchen möchte oder für den Besuch bei den Schwiegereltern noch ein Mitbringsel braucht: In der Region kann man jetzt an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden lang Blumen kaufen. Möglich macht dies Anika Meyer vom Harsumer Blumenstübchen. Sie hat einen Blumenautomaten aufgestellt, den ersten im Landkreis Hildesheim.
In anderen Regionen gibt es solche Automaten bereits, wie Ladeninhaberin Meyer berichtet. Sie hat in Branchenzeitschriften und in Sozialen Medien von den neuen Geräten gelesen, sich anschließend bei Kolleginnen in Baden-Württemberg und in Hannover über deren Erfahrungen informiert. Und als sie erfuhr, dass dort die Automaten sehr erfolgreich eingesetzt werden, entschloss sich Meyer, das Experiment in Harsum zu wagen.
Kontaktlos mit Karte zahlen
Dabei sind Blumenautomaten eigentlich keine neue Erfindung. „In den 70er- und 80er-Jahren gab es so etwas schon, an Krankenhäusern etwa oder auch vor Hildesheimer Blumenläden“, berichtet die 44-Jährige, die das Blumengeschäft an der Kaiserstraße vor zwei Jahren von ihrer Mutter übernommen hat. Inzwischen allerdings hat sich die Technik natürlich weiterentwickelt. Und so kann man – anders als früher – auch kontaktlos mit Karte bezahlen. Und auch für die Konservierung der Sträuße ist gesorgt. Die Temperatur wird konstant bei sieben Grad Celsius gehalten – egal ob es im Winter friert oder im Sommer die Sonne auf den Automaten scheint. Außerdem sind in den Blumenfächern kleine Vasen untergebracht, damit die Schnittblumen ständig gewässert sind.
Automaten mit unterschiedlichsten Produkten liegen derzeit im Trend – und schießen auch in der Region Hildesheim wie Pilze aus dem Boden. Ob für die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte wie Eiern, für den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren oder auch für die Zweitverwertung von Retouren aus dem Online-Handel.
Was der Automat alles bietet
Der Blumen-Automat steht nun seit einer Woche in Harsum. Und am vergangenen Wochenende war er bereits ausverkauft. Meyer kann in einer App auf ihrem Smartphone stets sehen, wie viele Fächer noch befüllt sind – und bei Bedarf neue Ware nachfüllen. Die Preise sind die gleichen wie im Laden. Einen Aufschlag berechnet Meyer nicht.
Neben Schnittblumen bietet sie auch bepflanzte Schalen und Präsentkörbe an. Meyer ist zuversichtlich, dass der Automat ein Erfolg sein wird. Schließlich gebe es insgesamt nur noch wenig Blumenläden in der Region. Der Einzugsbereich ihres Ladens reiche bis nach Algermissen und in den Bereich Hohenhameln.
