Borsum - „Wir planen komplett ins Ungewisse“, sagt Olaf Sprung. Der Teammanager des Drittliga-Aufsteigers TTS Borum hat gerade mit den Kollegen während der ersten Bundesliga-Konferenz in Form einer Videoschalte über die Tischtennis-Saison 2020/2021 gesprochen. Sie soll am 12./13. September starten. Aber in Coronazeiten kann das niemand mit Sicherheit sagen.
Den Vereinen wurden verschiedene Szenarien vorgestellt. Aktuelle Ereignisse wie Hallenschließungen oder ein neuerlicher Lock down könnten alles durcheinander wirbeln. Spontan müssten dann Spiele terminlich oder an einen anderen Ort verlegt werden. Vielleicht werde es auch nur eine Hinserie geben, die zur Ermittlung des Meisters und Aufsteigers sowie der drei Absteiger herangezogen wird. Olaf Sprung: „In der nächsten Saison müssen wir so flexibel sein wie nie.“
Vorläufiger Spielplan
Der Deutsche Tischtennis-Bund verschickte nach der Videokonferenz einen vorläufigen Spielplan der 3. Bundesliga Nord. Die Vereine haben nun zwei Wochen Zeit, Änderungen anzuregen und vielleicht Termine noch besser auf ihre Belange abzustimmen. Der weiteste Weg führt die Borsumer nach Lampertheim. Gleich zum Start müssen sie nach Südhessen, noch hinter Frankfurt.
Favorit der von zehn auf elf Mannschaften aufgestockten Liga ist der TTC Champions Düsseldorf vor Rhön Sprudel Fulda-Maberzell II. Der TTS-Teammanager erwartet die Mitaufsteiger SVH Kassel, TSV Bargteheide und Union Velbert II sowie den SV Siek auf Augenhöhe. „Gegen sie müssen wir 120 Prozent geben.“ Übrigens gehört auch Velbert I mit dem in Hildesheim bestens bekannten Lars Hielscher zur Liga – bis zur dritthöchsten Spielklasse ist es im Tischtennis möglich, dass zwei Mannschaften eines Vereines in derselben Staffel spielen.
Wie können die Auswärtsfahrten laufen?
Mit dem TTS-Vorsitzenden Thomas Waehle macht sich Olaf Sprung derzeit Gedanken, wie die Auswärtsfahrten laufen könnten. „Bislang hatten wir zu acht einen Bus von unserem Sponsoren Autohaus Kühl. Jetzt brauchen wir eventuell einen zusätzlichen Pkw, Desinfektionsmittel und Masken – einiges an Mehraufwand.“
Niemand könne sagen, was in drei Monaten ist – man brauche doch nur drei Monate zurück sehen. Einige Vereine setzen auf Ausländer aus Osteuropa. Was ist, wenn die dieses Jahr nicht kommen dürfen?“, sinniert der Borsumer Manager. „Das kann die gesamte Tabelle und Saison verändern.“ Da sei der TTS im Vorteil: Er hat nur deutsche Spieler. Als Neuzugang ist bekanntlich Dominik Jonack von Hannover 96 dabei.
Eine große Unbekannte
„Wir müssen von Anfang an jedes Spiel so ernst nehmen, als ob es doppelt zählt“, sagt Olaf Sprung. „Man weiß nicht, was noch kommt. Jedes Spiel kann Gold wert sein. Schon letzte Saison sind wir nur aufgestiegen, weil wir die richtigen Spiele zur richtigen Zeit gewonnen haben. Von daher müssen wir die Saison total ernst und gewissenhaft angehen.“
Eine große Unbekannte sei auch die Zuschauerfrage. Gerade in der stets gut besuchten, kleinen Borsumer Halle ist das Publikum wichtig für die heimische Mannschaft. In dem Hexenkessel haben es alle Gästeteams schwer. Aber wie wird das vor vielleicht 20 Leuten in der Kaspelarena sein? Der Manager spekuliert darauf, dass vom Verband vielleicht 100 Besucher zugelassen werden – die könnten dann genug Rabatz machen. „Aber es wird jeden Tag Neuigkeiten geben – wir müssen eben flexibel sein.“
