Garmissen-Garbolzum - 1986 ging es los – mit einem einzigen Bus. Inzwischen dirigiert das Unternehmen Sausewind Reisen 25 Mercedes-Benz und Setra-Busse durch die Lande, sechs davon steuern internationale Ziele an, 19 sind im Regionalverkehr Hildesheim und auch für die Diakonischen Werke Himmelsthür unterwegs. Und nun gibt es einen tiefen Einschnitt in der Entwicklung des Unternehmens: Gründer Henning Steenken zieht sich nach fast 40 Jahren zurück, seine Tochter Lisa (36) und sein Sohn Börge (34) arbeiten schon seit Jahren in der Geschäftsführung und sind auch weiter am Ruder.
Mit diesem Schritt verbinden sich Pläne der Firma mit Sitz in Garmissen-Garbolzum. Dieses will mehr Kundschaft mittleren Alters und jüngere Leute gewinnen. Eine Rundreise durch Nordamerika im kommenden Juni gehört zum neuen Angebot. Der USA/Kanada-Trip ist neu in der Palette der Firma, die 64 Menschen beschäftigt und nach eigenen Angaben das einzige Busunternehmen dieser Größenordnung in der Region ist. „Wichtig ist, dass wir keine starren Reiseprogramme anbieten. Es soll möglich sein, diese individuell zu gestalten“, beschreibt Börge Steenken das Konzept. Zu dem gehört auch die Amerika-Tour, an der bislang 22 Reisende teilnehmen. Es sind noch Plätze frei.
Zu den Niagara-Wasserfällen
Zunächst geht es von Hildesheim aus per Bus nach Frankfurt am Main zum Flughafen und von dort aus nach New York. Es folgt eine Zwölf-Tage-Tour, der unter anderem die kanadischen Städte Quebec und Toronto, die Niagara-Wasserfälle und auch die US-Kapitale Washington umfassen soll. Am Steuer will nach vielen internationalen Touren in Europa noch mal Henning Steenken sitzen, unterstützt wird er von einem amerikanischen Partner als Beifahrer. 4419 Euro pro Person kostet diese Reise.
Die Organisation der kleinen und großen Reisen wie etwa in diverse deutsche Städte oder den Harz bedeutet für Lisa und Börge Steenken einen „riesigen Aufwand“, wie sie betonen. „Es ist uns aber eine Herzensangelegenheit“, sagt Börge Steenken. Mit Leib und Seele ist auch immer sein Vater dabei gewesen. Ob früher als „Langhaariger“ zum Firmenbeginn mit einem Kompagnon, wie Henning Steenken schmunzelnd erzählt, oder jetzt als Seniorchef. Doch mit 66 ist für ihn Zeit, Sausewind ganz in die Hände seiner Kinder zu legen und sich auch als Funktionär im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen zurückzuziehen.
Auf der Suche nach weiteren Kräften
Und ein Unternehmen wie Sausewind mit einem internen Wechsel fortzuführen, sei schon etwas Besonderes, so Lisa Steenken. Manch andere Firmen bekämen die Nachfolge an der Spitze nicht so geschmeidig geregelt. Denen bleibe dann mitunter nur noch die Aufgabe.
Sausewind dagegen will eine nach eigenen Angaben schon seit Jahren hohe Nachfrage nach Busreisen weiter decken, betont Börge Steenken. Dazu braucht die Firma jedoch noch weitere Berufskraftfahrer und Fachkräfte im Fahrbetrieb, die auch im Büro eingesetzt werden. Zudem zählt das Unternehmen auf die Ausbildung neuer Beschäftigter – um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern. Und damit die Räder auch nach fast 40 Jahren Firmengeschichte weiter rollen.
