Hildesheim - Beim Thema Verkehrssicherheit an der Kreuzung Scharfe Ecke lässt der Ortsrat Itzum-Marienburg nicht locker – anders als die Stadt sehen die Ortspolitiker hier Gefahren für Fußgänger und besonders für Schulkinder. Daher hatte der Ortsrat auch in seiner letzten Sitzung seinen Wunsch nach einer Begehung gemeinsam mit der Verkehrskommission (VK) erneuert. Auf dieses Anliegen habe es allerdings schon mindestens drei Mal abschlägige Antworten von der Stadt gegeben, sagt Ortsbürgermeisterin Beate König (SPD).
Und dabei bleibt es auch, teilt Stadtsprecher Helge Miethe mit. Denn das Ergebnis der Begehung sei dem Ortsrat mehrmals erläutert worden, unter anderem durch Stadtbaurätin Andrea Döring. Eine gemeinsame Besichtigung mache keinen Sinn, denn am Ergebnis werde sich dadurch nichts ändern. „Das hat nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun“, so Miethe. Er verweist auf regelmäßige gemeinsame Termine der Verkehrskommission mit den Ortsräten. Bei diesen Anlässen stünden Vertreter der VK für Erläuterungen zur Verfügung und beantworteten Fragen.
Anlass für das Begehren des Ortsrates ist die Einschätzung der Verkehrskommission nach einer Überprüfung der Keuzung im Frühjahr des vergangenen Jahres: Die Kreuzung sei sicher und ebenso der Schulweg der Kinder aus Marienburg. Auf diese Einschätzung hin wurde der kostenlose Taxi-Transport der Kinder zur Grundschule im Sommer 2023 eingestellt – ein Angebot, das zuvor für Jahrzehnte bestand.
Grund für den Taxidienst ist nicht bekannt
Was seitdem sicherer geworden sein soll, das können sich die Ortsratsmitglieder nicht erklären. Allerdings: Die Einschätzung der VK bestehe auch gar nicht auf irgendeiner Veränderung und Verbesserung auf dem Schulweg oder an der Scharfen Ecke, erläutert Thomas Didszun vom Fachbereich Tiefbau, Verkehr und Grün als Mitglied der Verkehrskommission. Vielmehr lasse sich umgekehrt nicht mehr nachvollziehen, warum der Taxidienst überhaupt einmal eingerichtet wurde. Der Schulweg wäre demnach also schon zuvor sicher gewesen.
Bei der Begründung der Bewertung sei wohl auch auf das Stoppschild an der Einmündung der Itzumer Hauptstraße hingewiesen worden, bestätigt Didszun. Doch nur als ein Aspekt der dort zur Sicherheit beitrage, nicht als eine Verbesserung gegenüber den vergangenen Jahren – denn das Schild steht schon mindestens seit 1986 da.
Der Ortsrat sieht die Kreuzung Scharfe Ecke dagegen aus mehreren Gründen als gefährlich an. So teilen sich Fußgänger und Radfahrende einen Weg in beide Richtungen. Der führt direkt vor dem Hotel- und Restaurantbetrieb Scharfe Ecke vorbei, wo er von parkenden Autos gekreuzt wird.
Fahrbahn zu überqueren ist zumutbar
Anwohnende – auch Schulkinder - aus dem Tossumer Weg, Spazierende aus Richtung Am Roten Steine oder Gäste der Scharfen Ecke, die den Parkplatz gegenüber nutzen, müssen die Beusterstraße ohne Fußgängerüberweg überqueren.
All das habe die VK diskutiert und bedacht, betont Thomas Didszun. Es sei grundsätzlich für Schulkinder zumutbar, eine Fahrbahn zu überqueren. In dem Bereich sei Tempo 50 vorgeschrieben und die Kreuzung sei gut einsehbar. Ein Zebrastreifen wäre an dieser Stelle gar nicht zulässig.
Der Ortsrat hätte sich gewünscht, dass der Taxen-Transport wenigstens fortgeführt würde, bis die Domäne Marienburg an das Busnetz angeschlossen sei, sagt Ortsbürgermeisterin Köng. Auch Tempo 30 in dem ganzen Bereich könne zu mehr Sicherheit beitragen. Ein Wunsch des Ortsrates immerhin soll mit Zustimmung der VK bald umgesetzt werden: Sobald das Wetter dauerhaft wärmer und trockener sei, werde eine rote Fahrbahnmarkierung mit Piktogramm auf dem Radweg aufgebracht, wo er die Itzumer Hauptstraße quert, kündigt Miethe an.

