Sarstedt - Das wird laut für die Anwohner, und zwar über Jahre: Das Gebäude der früheren Offenen Ganztagsschule Sarstedt sowie die zugehörige Sporthalle an der Straße Auf der Kassebeerenworth in Giebelstieg sollen noch in diesem Jahr abgerissen werden. Zumindest soll der Abriss der verwinkelten Immobilie noch in diesem Jahr beginnen, wie der städtische Fachbereichsleiter Christoph Neuber jetzt im Stadtrats-Ausschuss für Sport, Kultur, Heimatpflege, Feuerschutz und Sicherheit erklärte. Danach startet der Neubau.
Probleme für Vereinssport
Damit fallen Gebäude der Abrissbirne zum Opfer, in denen über Jahrzehnte Tausende von Sarstedtern gebüffelt und Sport getrieben haben. Die Immobilie beherbergte lange die Hauptschule, die später in „Offene Ganztagsschule“ umbenannt wurde. Nach dem Zusammenschluss mit der Realschule zur Schiller-Oberschule diente das Bauwerk noch für einige Zeit als Außenstelle, ein entsprechendes Schild hängt nach wie vor über dem Eingang. Doch das Gebäude ist verwaist. Seit dem vergangenen Jahr ist zudem die Sporthalle gesperrt, die für den Sarstedter Vereinssport eine wichtige Rolle gespielt hatte – die Stadt hatte dort eine Schadstoff-Belastung festgestellt und daraufhin die Nutzung gestoppt.
Das hatte viele Probleme im Vereinssport ausgelöst, weil sicher geglaubte Hallenzeiten plötzlich wegfielen. Eine Situation, die sich im Frühjahr dieses Jahres noch verschärfte, als die Sporthalle des Gymnasiums zeitweise als Notunterkunft für ukrainische Flüchtlinge diente. Sie wurde zwar nach einiger Zeit wieder freigegeben, doch inzwischen ist die Sporthalle der Schiller-Oberschule gesperrt – wiederum, um als Unterkunft für Flüchtlinge zu dienen. Im November soll wieder die Sporthalle des Gymnasiums diese Rolle übernehmen.
Weiter Hoffen auf Avacon
Wie alle Vereine untergebracht werden können, bleibt damit für die Stadt ein großes Problem. Das räumte auch Neuber ein, der von einem großen Treffen zur Vergabe von Hallenzeiten Anfang der Woche berichtete: „Da war die Stimmung natürlich nicht euphorisch.“ Zwar versuche die Stadt, durch eine stärkere Nutzung der Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule Abhilfe zu schaffen. Zudem würden kleinere Gruppen, die nicht so viel Platz benötigten, in Dorfgemeinschaftshäuser oder auch in die Aula der Regenbogenschule verlegt. Es fehle aber weiter an Kapazitäten.
Seit längerer Zeit hoffen Stadt und Vereine bereits darauf, die Sporthalle des Energienetz-Betreibers Avacon nahe dem Bahnhof nutzen zu können. Doch wirklich voran geht es damit bislang nicht, auch wenn Neuber von „positiven Signalen“ berichtete. Allerdings sind offenbar noch Umbauten nötig, zudem muss das Unternehmen beim Landkreis eine Nutzungsänderung beantragen.
Lange Durststrecke?
Auf Nachfrage von CDU-Fraktionschef Friedhelm Prior räumte Neuber zudem ein, dass für die Stadt völlig unklar sei, wie lange der Landkreis eine Sporthalle im Schulzentrum als Flüchtlings-Unterkunft vorhalten muss oder will. Prior forderte die Stadtverwaltung auf, darüber mit dem Kreis zu reden: „Schließlich bezahlen wir auch für die Nutzung dieser Hallen, da muss es doch einen Vertrag geben.“
Wirklich sicher ist laut Neuber nur eine langfristige Lösung. Denn bis zum Jahr 2026 soll die neue dritte Grundschule auf dem Gelände der nun abzureißenden Offenen Ganztagsschule fertig sein – und mit ihr auch eine moderne Sporthalle. Doch bis das 20-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen ist, soll es noch knapp vier Jahre dauern.
