Kreis Hildesheim - Während die Bundesregierung angesichts der hohen Spritpreise noch über geeignete Gegenmaßnahmen diskutiert, kann jede Autofahrerin und jeder Autofahrer mit ein paar Tricks dafür sorgen, dass der Wagen zumindest weniger Benzin oder Diesel schluckt. Immerhin bis zu 20 Prozent Kraftstoff lassen sich laut ADAC damit insgesamt einsparen.
Fahrweise optimieren
„Eine kraftstoffsparende Fahrweise beginnt beim Beschleunigen und Schalten“, sagt Alexandra Serjogin, Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt in Laatzen. Wer mit einem Schaltwagen unterwegs ist, sollte ihrer Empfehlung nach möglichst schon bei einer Drehzahl von etwa 2000 Umdrehungen pro Minute hochschalten. Zurückschalten sollte man demnach erst dann, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt.
Bei vielen modernen Autos mit Automatikgetriebe lässt sich über den sogenannten Fahrmodusschalter der „Eco“-Modus einschalten. „Die Automatik schaltet dann früher hoch und später runter, das Drehzahlniveau sinkt“, erläutert Serjogin: „Und dadurch der Spritverbrauch.“
Vorausschauend fahren
„Bremsen vergeudet Energie“, erklärt Expertin Serjogin. Man sollte daher so lange wie möglich die Motorbremswirkung nutzen und nicht den Gang herausnehmen, wenn man an eine rote Ampel heranrollt. Außerdem ist es im Sinne eines kraftstoffsparenden Fahrens sinnvoll, wenn man die letzten paar Hundert Meter bei eingelegtem Gang auf eine Ortschaft zurollt, statt unmittelbar davor abrupt abzubremsen.
Kurze Strecken vermeiden
Wer Benzin tankt und entsprechend mit einem Ottomotor unterwegs ist, sollte darauf achten, möglichst nicht zu lange mit kaltem Motor zu fahren. „Bei kaltem Motor verbraucht ein Auto am meisten Sprit“, sagt ADAC-Sprecherin Serjogin. Der Motor brauche nämlich in der Wärmlaufphase ein fetteres Gemisch mit einem höheren Kraftstoffanteil als bei optimaler Betriebstemperatur. „Es lohnt sich also, mehrere Einzelfahrten zu einer längeren Fahrt zu kombinieren oder alternative Verkehrsmittel zu nutzen“, rät Serjogin.
Vermeiden sollte man deswegen, den Motor im Stand warmlaufen zu lassen – aus mehrerlei Gründen. „Das ist verboten, belastet die Umwelt, kostet Extra-Sprit und schädigt den Motor.“ Außerdem werde der Motor ohnehin nur äußerst langsam warm.
Motor im Leerlauf ausschalten
Ein Motor verbraucht im Leerlauf nach Angaben des ADAC etwa 0,5 bis 1 Liter pro Stunde. „Daher empfehlen wir, den Motor auszuschalten, wenn die Leerlaufzeit voraussichtlich länger als 20 Sekunden dauert“, so Serjogin. An Bahnübergängen ist das sogar vorgeschrieben. Wer keine Start-Stopp-Automatik hat, kann auch manuell mit dem Zündschlüssel den Motor ausschalten. „Nach unseren Erkenntnissen ist diese Mehrarbeit für Anlasser und Batterie gerade bei warmem Motor zu vernachlässigen“, sagt die ADAC-Sprecherin.
Unnötige Verbraucher ausschalten
Es kann sich auch lohnen, einige elektrische Verbraucher auszuschalten. Die elektrische Energie wird vom Generator des Autos – landläufig auch als Lichtmaschine bezeichnet – erzeugt, der vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Dementsprechend kosten eingeschaltete elektrische Geräte und andere Verbraucher Sprit. „Der elektrische Energiebedarf ist nicht von der Fahrstrecke oder von der Geschwindigkeit abhängig, sondern von der Zeit, also von der Einsatzdauer“, erklärt Serjogin. Eine eingeschaltete Klimaanlage führe zu einem Mehrverbrauch von etwa 0,3 bis 1,5 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometern – abhängig von Fahrzeugmodell, Technik und Einsatzbedingungen.
Wer stattdessen die Fenster oder das Schiebedach öffnet, verbraucht aber ebenfalls zusätzlichen Kraftstoff. „Auf beiden Seiten offene Fenster bei 100 km/h führen beispielsweise zu etwa 0,2 Litern Mehrverbrauch“, sagt die Expertin: „Nur bei niedrigen Geschwindigkeiten, zum Beispiel im Stadtverkehr, können daher geöffnete Fenster einen signifikanten Verbrauchsvorteil gegenüber einer Klimaanlage bringen.“
Ladung reduzieren
„Jedes Stück mehr im Auto bedeutet mehr Gewicht und kostet Kraftstoff“, sagt ADAC-Sprecherin Serjogin. Das hängt mit der sogenannten Massenträgheit zusammen. Je schwerer ein Objekt ist, desto mehr Energie ist nötig, um es zu beschleunigen. Wer etwa die Wasserkisten vom letzten Einkauf spazieren fährt, verbraucht mehr Sprit. So ergeben nach Berechnungen der ADAC-Experten 100 Kilo Zusatzlast bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch. „Besonders im unsteten Stadtverkehr wirkt sich das Gewicht einer Zuladung negativ auf den Spritverbrauch aus. Jedes Anfahren, jede Beschleunigung kostet also extra Sprit“, erklärt Serjogin. Vor allem Dachträger, Dachboxen und Fahrradträger fallen im wahrsten Sinne des Wortes ins Gewicht.
Auf richtigen Luftdruck achten
Auch zu wenig Luft in den Reifen erhöht den Verbrauch des Autos. Schon ein um 0,3 Bar verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand. Der ADAC empfiehlt, den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Reifendruck moderat zu erhöhen, sofern dies in der Bedienungsanleitung beschrieben ist.
Auto regelmäßig warten
Wer regelmäßig zur Inspektion fährt, sorgt auch für einen geringeren Verbrauch. „Denn es gibt Ersatzteile, die durchaus relevant für den Kraftstoffverbrauch sind, zum Beispiel der Motorluftfilter oder die Zündkerzen“, weiß Expertin Serjogin. Wichtig für günstige Verbrauchswerte seien auch regelmäßige Ölwechsel, und zwar mit einem modernen Leichtlauföl.
An Richtgeschwindigkeit orientieren
Auch wenn sich Autofahrende an der Richtgeschwindigkeit orientieren, senkt dies den Kraftstoffverbrauch. Denn häufiges Beschleunigen und Bremsen kostet Energie und damit Sprit, wie ADAC-Sprecherin Serjogin erklärt: „Darüber hinaus muss jedes Fahrzeug den Luftwiderstand, der sich um die Karosserie aufbaut, überwinden. Dieser aerodynamische Widerstand steigt schneller als die Geschwindigkeit, kann den Kraftstoffverbrauch also überdurchschnittlich erhöhen.“
