Katholische Kirche

„Stil des einfachen Mannes und des offenen Herzens“: Hildesheims Bischof Heiner Wilmer würdigt verstorbenen Papst Franziskus

Hildesheim - Hildesheim Bischof Heiner Wilmer hat am Ostermontag mit Betroffenheit auf den Tod von Papst Franziskus reagiert. Er berichtet von einem persönlichen Rat von Franziskus und hebt dessen Verdienste hervor. Wilmer hat außerdem Bitten an alle Pfarrgemeinden im Bistum.

Im Oktober 2022 empfing Papst Franziskus den Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer zu einer Audienz. Damals sprachen die beiden über den umstrittenen Synodalen Weg, mit dem die Katholiken in Deutschland eine Reform ihrer Kirche anstreben. Foto: Vatican News

Hildesheim - Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer reagiert nach dem Tod von Papst Franziskus am Morgen des Ostermontags mit tiefer Trauer. „Es ist nicht übertrieben, wenn ich feststelle, dass Papst Franziskus die katholische Kirche als eine weltweite Glaubensgemeinschaft in einer besonderen und sehr positiven Weise geprägt hat“, erklärt der Bischof.

Papst Franziskus, seit März 2013 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, starb laut Vatikan am Ostermontag im Alter von 88 Jahren. Einen Tag zuvor hatte er noch vor zehntausend Gläubigen den Segen Urbi et Orbi ausgesprochen. „Er hat den Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit wie kaum ein anderer auf die Not geflüchteter Menschen und die menschengemachte Zerstörung unserer Lebensgrundlagen gerichtet“, betont Wilmer. „Er war ein tiefgläubiger Mensch, der nicht nur mir, sondern Millionen von Menschen weltweit ein großes Vorbild gewesen ist.“

Tiefe Verbundenheit zu Papst Franziskus

Wilmer habe sich mit Papst Franziskus „immer sehr verbunden“ gefühlt. Als er vom Hildesheimer Domkapitel zum Bischof gewählt wurde, habe der Papst zu ihm gesagt: „Sei ein Pastor, geh zu den Menschen, sei nah bei ihnen.“

Und genau darin sei Papst Franziskus ein Vorbild gewesen – indem er jenen helfen wollte, die in Vergessenheit gerieten, so Wilmer. „Er war global eine enorm wichtige Stimme für Menschen in Armut und Bedrängnis. Für all jene, die nicht gehört und beachtet werden.“ Zu seinen Errungenschaften gehörten die Schaffung einer Kinderschutzkommission im Vatikan, eine weltweite Meldepflicht für Missbrauchsfälle und Verschärfungen des Kirchenrechts.

Wilmer hebt Einsatz für Opfer sexualisierter Gewalt hervor

„Während seines Pontifikats hat sich Papst Franziskus mit aller Kraft und auch gegen beträchtliche Widerstände dem Kampf gegen sexualisierte Gewalt innerhalb der katholischen Kirche gewidmet“, sagt Wilmer. „Er hat immer deutlich gemacht, dass Verbrechen gegen junge und schutzbefohlene Menschen niemals toleriert werden dürfen.“

So werde man ihn auch in Erinnerung behalten, meint Wilmer – als „treuen Diener seiner Kirche, der unnachahmlich Feuer und Flamme war für die frohe und befreiende Botschaft“. Bischof Wilmer hat die Pfarrgemeinden im Bistum Hildesheim gebeten, bis zum Tag der Beerdigung des Papstes jeweils um 12 Uhr für fünf Minuten das Glockengeläut zu spielen. Es soll in den kommenden Tagen im Hildesheimer Dom außerdem das Requiem für Papst Franziskus gefeiert werden – der genaue Termin dafür steht aber noch nicht fest.

„Großer Papst, umsichtiger Hirte“

Auch die deutsche Bischofskonferenz äußerte sich nach dem Tod von Papst Franziskus. Die Kirche verliere einen „großen Papst, umsichtigen Hirten und einen mutigen Erneuerer des kirchlichen Auftrags“, betont Bischof Dr. Georg Bätzing. Franziskus habe in der Kirche starke Akzente gesetzt und neue Wege des Miteinanders eröffnet.

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