Hildesheim - In Alfeld haben sie jetzt auf einer Ortsdurchfahrt das Tempo auf 10 reduziert. Zu viele Schlaglöcher. Die Bürgerinnen und Bürger sind begeistert, hört man, weil die Querung der schönen Stadt an der Leine nun gefühlte 30 Minuten länger dauert, reichlich Zeit also, sich umzusehen und die Architektur zu bestaunen. Da fragen wir uns doch: Könnte Hildesheim von Alfeld lernen, also: einfach kaputte Sachen kaputt lassen und kluge Schilder aufstellen? Im Fall der porösen Mastbergbrücke praktiziert die Verwaltung das ja schon mit Erfolg. Schwerlastverkehr darf das marode Bauwerk gar nicht mehr befahren, alle anderen nur einspurig. Man hört, dass die leidtragenden Unternehmen die Umwege derart satt haben, dass sie überlegen, ob sie nicht ein paar Eisenbieger organisieren, Betonmischer und Teermaschine anwerfen und die Sache selber in die Hand nehmen. Sie merken, liebe Leserinnen und Leser: So stärkt man ehrenamtliches Engagement zum Wohle der heimischen Infrastruktur! In der Goslarschen Straße zum Beispiel gibt es ein Schlagloch, in dem neulich eine ältere Dame samt Einkaufstrolley verschwunden ist. Das könnte mal der Herr Schmidt vom Stadtverkehr zuschaufeln, wenn ihm seine Busse was wert sind. Oder die roten Fahrradstreifen am Hindenburgplatz: dicke Risse im aufgeplatzten Asphalt. Einfach zuspachteln? Bloß nicht. Wenn die CDU im September die Wahl gewinnt, will sie doch eh alle Fahrradstreifen überpinseln. Könnten das nicht Herrn Mehlers Unternehmer Hildesheim berappen und der Stadt auch mal was zurückgeben? Sie merken, liebe Leserinnen und Leser: Straßensanierung durch behördliches Nichtstun – das kostet Sie vielleicht Nerven, die Kommunen aber keinen Cent. Famos!
Typisch!
Straßensanierung im Ehrenamt – ist das der Hildesheimer Weg?
Hildesheim - Wenn man irgendwo ein Schlagloch findet, kann man es stopfen – oder erstmal abwarten. Unser Kolumnist propagiert diesmal den Hildesheimer Weg. Typisch!
