Kreis Hildesheim - Nachdem die zweite Tarifrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen ohne Einigung zu Ende gegangen ist, hat die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte des öffentlichen Personennahverkehrs für Freitag, 21. Februar, auch in Niedersachsen und Bremen zu weiteren Warnstreiks aufgerufen.
Verdi weist auf Personalmangel hin
„Die Situation der Beschäftigten im ÖPNV ist außerordentlich problematisch. Es gibt viel zu wenig Personal, so dass die Arbeitsverdichtung ständig zunimmt“, sagt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Die Kommunen dürften mit der Finanzierung attraktiver Arbeitsbedingungen im ÖPNV nicht allein gelassen werden. Bund und Länder müssten die Zukunft des ÖPNV endlich als ihre Aufgabe verstehen.
Kritik der Arbeitgeber an Warnstreik
Die Arbeitgeberseite äußert Kritik am Vorgehen der Gewerkschaft. Der Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands in Niedersachsen (KAV), Michael-Bosse-Arbogast, reagiert mit Unverständnis: „Wir nehmen zur Kenntnis, dass die Gewerkschaften die kommenden Wochen für sich schon organisiert haben. Ganztägige Branchenstreiktage auszurufen, niedersachsenweit, dafür haben wir absolut kein Verständnis.“ In der zweiten Tarifrunde seien die „umfangreichen und kostenintensiven Forderungen“ der Gewerkschaften diskutiert worden, das finanzielle Volumen aller Forderungen sei noch nicht bezifferbar. „Deshalb kann ein seriös gerechnetes Angebot gegenwärtig nicht unterbreitet werden. Das aber sind wir angesichts leerer kommunaler Kassen den Bürgerinnen und Bürgern schuldig.“
Üstra-Fahrgäste müssen umplanen
In der Region Hildesheim müssen am Freitag wegen des Streiks alle Nutzer der Üstra-Stadtbahnlinie 1, die zwischen Sarstedt und Hannover pendelt, auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Die Üstra verweist auf die S-Bahn-Linie S 4. Der Üstra Nacht-Sternverkehr in der Nacht von Freitag auf Samstag entfällt ebenfalls. Die Fahrten aus dem Samstagsfahrplan sollen wieder regulär stattfinden.
Busse von SVHI und RVHI fahren Freitag wie üblich
Die Busse des Stadtverkehrs Hildesheim (SVHI) wie auch des Regionalverkehrs (RVHI) fahren nach dem gewohnten Fahrplan. Nach Angaben der beiden Unternehmen sind ihre Linien nicht vom Warnstreik betroffen.
