Sturmschäden

Sturmtief wütet in Region Hildesheim: Zahlreiche Einsätze, Bahnverkehr eingeschränkt, Straßen gesperrt

Kreis Hildesheim - Sturmtief „Telse“ hat in der Nacht Spuren im Kreis Hildesheim hinterlassen. Die Feuerwehr musste zu zahlreichen Einsätzen in der Region ausrücken. Zu Beeinträchtigungen kommt es vor allem für Bahnfahrende – doch auch zwei Straßen sind zeitweise gesperrt.

Zwischen Wrisbergholzen und Sack haben Mitarbeiter der Straßenmeisterei am Vormittag auf die Straße gefallene Bäume entfernt. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Sturmtief „Telse“ hat in der Nacht Spuren im Kreis Hildesheim hinterlassen. Die Feuerwehr musste zu zahlreichen Einsätzen in der Region ausrücken. Zu Beeinträchtigungen kam es im morgendlichen Berufsverkehr vor allem für Bahnfahrende.

Die Feuerwehren mussten bis 6 Uhr zu insgesamt 23 Einsätzen im Landkreis ausrücken, wie ein Sprecher der Rettungsleitstelle mitteilte. Dabei ging es vor allem darum, kleinere Sturmschäden zu beseitigen – umgestürzte Bäume oder umgefallene Bauzäune etwa. Besonders heftig sind die Auswirkungen des Sturmtiefs im Bereich Alfeld: Die Landesstraße zwischen Wrisbergholzen und Sack war wegen Sturmschäden zeitweise gesperrt. Dort waren mehrere Bäume auf die Fahrbahn gefallen. Mitarbeiter der Straßenmeisterei mussten die Stämme entfernen und sägten zudem Äste ab, die auf die Fahrbahn zu stürzen drohten.

Während der Arbeiten mussten Verkehrsteilnehmer eine Umleitung über Wrisbergholzen, Grafelde, Sellenstedt, Adenstedt und Sack fahren. Erst am Nachmittag konnte die Straße zwischen Wrisbergholzen und Sack wieder freigegeben werden.

Im Hildesheimer Ortsteil Einum ist gegen 2 Uhr in der Nacht ein Nadelbaum auf eine Freileitung gefallen. Die Feuerwehr sägte den Baum von der Drehleiter aus mit einer Kettensäge ab, wie ein Sprecher am Morgen berichtete.

Der Hildesheimer Nordfriedhof bleibt am Donnerstag geschlossen. Ein Sprecher der Stadt begründete dies am Morgen mit der Verkehrssicherheit. Trauerfeiern waren dort für den Donnerstag nicht geplant.

Auf der Bundesstraße 6 drohte zwischen dem Abzweig nach Heinde und Uppen ein Baum, auf die Fahrbahn zu stürzen. Auch dort war die Feuerwehr im Einsatz. Es kam zwischenzeitlich in beiden Richtungen zu Verkehrsbehinderungen. Die Polizei regelte vorübergehend den Verkehr.

Am frühen Donnerstagmorgen ist ein Fahrer mit seinem Sattelschlepper zwischen Mehrum und Hämelerwald von der Straße abgekommen. Der Lastwagen wurde offenbar durch eine starke Windböe zur Seite gedrückt und kippte um, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte.

Der 23-jährige Beifahrer des Lasters und der Fahrer wurden leicht verletzt. Die Straße musste für die Bergungsarbeiten zeitweise voll gesperrt werden. Auch auf der Bundesstraße 65 zwischen Mehrum und Schwicheldt kam es zu Behinderungen.

Feuerwehr Mehrum im Einsatz

13 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Mehrum waren stundenlang im Einsatz. Sie wurden durch ihre Kameraden aus Hämelerwald unterstützt, die sich speziell darum kümmerten, auslaufenden Diesel-Kraftstoff aufzufangen.

Besonders heftig waren die Auswirkungen auf den Bahnverkehr. In der Nacht gegen 1.45 Uhr kam es zu einem Unfall auf der Bahnstrecke Uelzen – Hannover. In der Nähe von Suderburg im Kreis Uelzen ist ein Zug des Metronom mit einem umgestürzten Baum kollidiert, wie das private Eisenbahnunternehmen am Morgen mitteilte. In Folge des Zusammenstoßes wurde die Oberleitung stark beschädigt und ist gerissen. Verletzt wurde niemand. „Der Baum lag auf den Gleisen, der Zug ist damit kollidiert. Ob der Grund für den umgestürzten Baum der Sturm war, wissen wir noch nicht. Das wird derzeit untersucht“, sagte ein Metronom- Sprecher.

Gravierende Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Die Auswirkungen des Unfalls waren laut Metronom gravierend. Die gesamte Strecke war bis zum Mittag gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen sei nur „rudimentär“ möglich gewesen, da Busse kaum verfügbar seien. Das Unternehmen bat daher Fahrgäste, von Bahnfahrten zwischen Hannover und Uelzen abzusehen.

Der Schaden auf der Bahnstrecke führte laut Metronom auch zu Behinderungen im weiteren Streckenverlauf zwischen Hannover und Göttingen und damit auch im Landkreis Hildesheim. Der Nahverkehr sei „extrem stark eingeschränkt“, teilte Metronom mit. Es komme zu „massiven Einschränkungen und Zugausfällen.“ Und: „Ein Ersatzverkehr mit Bussen in diesem Umfang nicht möglich“, heißt es weiter. Ab dem Mittag verbesserte sich die Lage, auf allen betroffenen Strecken rollte der Bahnverkehr wieder an.

Hinzu kamen im Bahnverkehr zudem starke Einschränkungen, weil das elektronische Stellwerk Kreiensen noch nicht in Betrieb gehen kann. Dadurch entfällt derzeit der Halt in Sarstedt. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet.

Auch Verspätungen bei der S-Bahn im Kreis Hildesheim

„Wir bitten alle Fahrgäste, sich auf teils umfangreiche Verspätungen und Zugausfälle einzustellen und im Zweifelsfall alternative Verkehrsmittel zu nutzen“, teilte Metronom am Morgen mit: „Es tut uns wirklich leid – wir würden auch lieber fahren.“

Zu Behinderungen kam es auch bei der S-Bahn Hannover. Unter anderem hat ein umgestürzter Baum auf der Strecke zwischen Hannover und Lehrte im Bereich Karl-Wiechert-Alle für einen Oberleitungsschaden gesorgt. Dadurch kam es nach Angaben von S-Bahn-Betreiber Transdev unter anderem auf der Linie S 3, die auch in Harsum, Algermissen und Hildesheim hält, zu Verspätungen. Die S3 ist die einzige stündliche Bahn, die planmäßig zwischen Hildesheim und Hannover verkehrt.

Wetterdienst stuft Warnung herab

Insgesamt entspannte sich die Lage im Laufe des Tages. Der Deutsche Wetterdienst hatte seine Warnung bereits heruntergestuft und warnte nicht mehr vor Sturmböen, sondern nur noch vor Windböen mit Geschwindigkeiten um 55 Stundenkilometer. Die Warnung galt bis 16 Uhr.

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