Eimsen - Mit einem so tierischen Wochenstart hat Alfelds Stadtbrandmeister Patrick Gensicke wahrscheinlich nicht gerechnet. Spaziergänger hatten in einem Netz über den Fischteichen an der Feldstraße „An der Beeke“ in Eimsen einen Uhu entdeckt, der sich dort vermutlich in der Nacht zu Montag verfangen hatte. Die Passanten verständigten die Feuerwehr. Gensicke fuhr zur Uhu-Unglücksstelle und stellte fest, dass die Vogel-Rettung in den Jagdpächter-Aufgabenbereich falle.
Messerscharfe Krallen
Volker Lietz von der Jägerschaft Alfeld war auch schnell vor Ort und berichtete, dass es nicht das erste Mal sei, dass sich dort ein Vogel verfangen habe. Einen Bussard habe ein ähnliches Schicksal ereilt. Er vermutet, dass der Uhu wahrscheinlich bei einem Sturzflug in Richtung Teich zur Hälfte durch das Netz gebrochen sei und sich dann nicht mehr befreien konnte. Nachdem auch Mitarbeiter vom Bauhof vor Ort waren, schoben die Uhu-Retter vorsichtig ein kleines Boot unter den Vogel und Lietz befreite das Tier aus der misslichen Lage. Dabei trug er dicke Handschuhe und wickelte den Uhu in ein altes Oberteil ein. Zwar war der Greifvogel geschwächt, trotzdem sei Vorsicht geboten: „Der hat messerscharfe Krallen und Schnabel.“
Nachdem Lietz den laut schimpfenden Vogel befreit hatte, verstaute er ihn sicher in einer Pappbox. Bei Manfred Schüttler von der Jagdschule Schüttler aus Holzen soll er nun wieder aufgepäppelt werden. Das sei auch notwendig, denn „der Flügel ist wohl gebrochen“, vermutet Lietz.
Netze quasi unsichtbar
Derartige Schutznetze über Teichen seien ihm ein Dorn im Auge: „Die Netze können für die Vögel tödlich sein.“ Das sieht auch Stadtbrandmeister Gensicke so: „Die Netze sind zwar gut, um die Fische zu schützen, aber die Tiere in der Luft sehen die natürlich nicht.“
Von Madlin Trümper
