Aldi Nord schließt früher

Kürzere Öffnungszeiten in den Supermärkten? Wie Betreiber in Hildesheim reagieren

Hildesheim - Discounter Aldi Nord hat angekündigt, seine Märkte ab November früher zu schließen. Weitere Supermarkt-Ketten sind sich für ihre Filialen in der Region Hildesheim einig – und Edeka hat bei Tests einen bestimmten Aspekt im Sinn.

Einkaufen von 7 bis 22 Uhr: Bei Rewe in der Phoenixstraße ist das aktuell möglich. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Energie droht knapp zu werden im kommenden Winter, auch Einzelhändler sind zum Sparen aufgerufen. Discounter Aldi Nord hat angekündigt, seine Märkte ab November statt um 21 oder 22 Uhr bereits um 20 Uhr zu schließen und begründet diese Entscheidung mit Energieeinsparungen. Die Konkurrenz weist ähnliche Pläne bisher von sich – und auch selbstständig agierende Marktbetreiber in Hildesheim wollen offenbar bei ihren bestehenden Öffnungszeiten bleiben. Das Potenzial für Einsparungen bewerten die Unternehmen als gering.

Bei Lidl und Kaufland werde es keine Änderungen geben, teilt die Presseabteilung der Schwarz-Gruppe auf Anfrage der HAZ knapp mit. Und auch die Rewe-Group erklärt: „Eine Verkürzung der Öffnungszeiten zur Energieeinsparung wird bei Rewe und Penny nicht erwogen. Die damit erzielbare Energieeinsparung wäre marginal.“ Die Kälte-Technik verbrauche mehr als die Hälfte der benötigten Energie und müsste unabhängig von den Öffnungszeiten weiter laufen.

In den selbstständig geführten Rewe- oder Edeka-Märkten bestimmen die Unternehmer unabhängig ihre Öffnungszeiten. Der Rewe-Markt in der Phoenixstraße bleibe aber bis 22 Uhr geöffnet, betont Leiter Wilhelm Hennigs. Die späten Öffnungszeiten würden gut angenommen, die Kundinnen und Kunden seien daran gewöhnt. Die Energieeinsparung bei früherem Ladenschluss wäre ohnedies gering, da das Licht bereits auf LED umgerüstet wurde. Der ebenfalls von ihm geführte Markt im Haus von Galeria Kaufhaus schließt wie das gesamte Kaufhaus um 19 Uhr, so Hennigs.

Stoßzeiten je nach Standort unterschiedlich

Er orientiere sich an den Vorgaben der Rewe-Group, erklärt Mike Köhler für den Itzumer Rewe In der Schratwanne: Das Geschäft bleibe also bis 22 Uhr geöffnet.

In den Edeka-Märkten der Familie Krone in Ochtersum und am Marienburger Platz bleibt es bei den Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr. Falls sich das in Zukunft einmal ändern sollte, dann aus Personalnot, befürchtet Kornelia Krone. Die Stoßzeiten in den Geschäften seien zwar unterschiedlich je nach Standort: „Aber ich glaube kaum, dass jemand die Kernöffnungszeiten ändert, wenn er nicht muss.“

Von 7 Uhr bis 20 Uhr ist der Edeka-Markt in Hoheneggelsen geöffnet – und das soll so bleiben, erklärt Leiter Günther Jacoby. So sei es auch bei Edeka Potratz in der Geschwister-Scholl-Straße, sagt der stellvertretende Marktleiter Marcel Friedrich.

Tests aus wirtschaftlichen Erwägungen

Die Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover plant aktuell ebenfalls keine Änderungen in den Hildesheimer Edeka- und NP-Märkten, testet aber derzeit eine Verkürzung der Öffnungszeiten in vier Marktkauf-Geschäften ihres Verbundes in anderen Städten. Wie ein Edeka-Unternehmenssprecher mitteilt, gehe es bei den Tests in den Marktkauf-Läden nicht nur um Energieeinsparungen, sondern auch sonst um wirtschaftliche Erwägungen, „wenn die Kundenfrequenz in den `Randzeiten´ sehr niedrig ist.“

Sowohl Edeka als auch Rewe verweisen auf vielfältige und schon länger bestehende Bemühungen um Nachhaltigkeit und Energieeinsparung. Photovoltaikanlagen, Heizen mit Abwärme, energieeffiziente Kühlmöbel oder die Umstellung auf LED nennen beide Unternehmensgruppen als Stichworte. „Ab 2025 wird die REWE Group zudem für rund 1500 ihrer Märkte Grünstrom aus einem neuen Offshore-Windpark in der Nordsee beziehen“, kündigt eine Pressesprecherin an.

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