Umzug geplant

Supermarkt wechselt Standort, bleibt aber in Ochtersum: HIT kündigt Neubau neben OBI an

Hildesheim - Schon vor gut 20 Jahren gab es erste Pläne für einen Umzug des HIT-Verbrauchermarkts innerhalb des Stadtteils – nun bestätigen die Verantwortlichen: Die Tage des aktuellen Standorts sind gezählt.

Blick in den Kassenbereich im HIT-Markt: Mitarbeitende und Kunden werden in absehbarer Zeit an einem anderen Standort miteinander zu tun bekommen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Gut zwei Jahrzehnte, nachdem zum ersten Mal ein Umzug und Neubau des HIT-Markts in Ochtersum zum Greifen nahe schien, steht nach Auskunft der HIT-Verantwortlichen jetzt tatsächlich fest: Die Bauarbeiten am künftigen Standort im Süden des Stadtteils beginnen in Kürze – und voraussichtlich Ende 2027 soll der jetzige Markt in der Rex-Brauns-Straße schließen, der neue eröffnet werden. Alexander Reckendorf sieht damit eine lange Familientradition fortgesetzt. „Wir setzen auf Kontinuität“, sagt der Geschäftsführer der zuvor von seinem Vater geführten HIT-Verbrauchermarkt GmbH, die neben dem Hildesheimer Geschäft noch einen HIT-Standort in Münster betreibt.

HIT wird Nachbar von OBI

Nach Reckendorfs Angaben sollen am neuen Standort neben dem OBI-Baumarkt (bis vor Kurzem Hagebau) voraussichtlich Ende Januar die Bauzäune aufgestellt werden und kurz darauf erste Erdarbeiten beginnen. Das rund 8000 Quadratmeter große Grundstück ist schon lange im Eigentum des Unternehmens; ursprünglich hatte es Pläne gegeben, vor gut 20 Jahren etwa zeitgleich mit der Hagebau-Ansiedlung im Ochtersumer Süden ebenfalls dort neu zu beginnen. Die HIT-Verantwortlichen hatten zwischenzeitlich auch bereits zwei Baugenehmigungen erhalten, den letzten Schritt aber aus unterschiedlichen internen Gründen nicht gemacht. 2019 sei erneut ein Bauantrag gestellt worden, erklärt Reckendorf, die Corona-Pandemie habe weitere Planungen verzögert. Nun liegt aber nicht nur die Genehmigung vor, auch alle weiteren internen Vorbereitungen sind nun so weit abgeschlossen, dass er das klare Ja zum Neubau und folgenden Standortwechsel des Markts abgibt.

Hildesheims Oberbürgermeister Ingo Meyer, zugleich oberster Wirtschaftsförderer der Stadt, begrüßt die Ansage des Unternehmers. „Mit dem Neubau kann das Nahversorgungsangebot für Ochtersum endlich qualitätsvoll, modern und barrierefrei erweitert werden. Damit wird auch die Wohnqualität für die Menschen gesteigert“, erklärt Meyer gegenüber dieser Zeitung.

Viele Stammkunden

Die städtische Planungsamtschefin Sandra Brouër geht zudem vom positiven Effekt aus, dass sich durch den Umzug des Markts die Verkehrsbelastung im Ochtersumer Ortszentrum reduziert. Zugleich gibt sie zu bedenken, dass sich für viele Kunden der Weg zum Einkaufen verlängere. „Aus heutiger stadtplanerischer Sicht hätte man daher die Nahversorgung in die Erweiterung Ochtersums stärker integriert und nicht an den Siedlungsrand platziert“, so Brouër.

HIT-Marktleiter und Prokurist Steffen Redmer verweist auf die Busanbindung am neuen Standort, die die Erreichbarkeit auch mit dem öffentlichen Nahverkehr sicherstelle. Und er betont: Die allermeisten Kundinnen und Kunden kämen mit dem Auto zum Einkauf bei HIT. Auf „jenseits der 80 Prozent“ schätzt er den Anteil an Stammkunden – und die, da sind sich Reckendorf und Redmer sicher, würden mit an den neuen Standort wechseln. „Wir sind hier stark verwurzelt“, sagt der Marktleiter. Redmer geht davon aus, dass alle Mitarbeitenden mit an den neuen Standort wechseln. „Im besten Fall bleiben alle dabei.“ Zudem suche er eigentlich ständig nach weiteren, fähigen Kräften, um die Belegschaft weiter aufzustocken.

Größer als bisher

Wie hoch die Investitionen in den Neubau sind, dazu sagt Alexander Reckendorf nichts. So viel verrät er aber zu dem geplanten Markt: Die Verkaufsfläche soll mit 5600 Quadratmetern rund 1000 über dem bisherigen Platzangebot liegen, hinzu kommen im Gebäude etwa 800 Quadratmeter für externe Untermieter, die wie auch in der Rex-Brauns-Straße in der Ladenzeile das Warenangebot ergänzen. Die Gebäudetechnik wird auf dem neuesten Stand sein, inklusive einer großen Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der Getränkemarkt wird nach Redmers Angaben so integriert, dass er über den Laden zu erreichen ist, aber auch von außen über einen Extra-Eingang für alle, die nichts anderes einkaufen wollen.

Eines versichern Reckendorf und Redmer: Nach dem Umzug wird der Außenbereich nicht nur begrünt – der Parkplatz mit rund 400 Stellplätzen werde auch kein Gefälle haben wie auf dem jetzigen Gelände.

Wer dort jemals mit einem voll beladenen Einkaufswagen zu seinem Auto gesteuert ist, wird das durchaus zu schätzen wissen.

Das Grundstück in der Rex-Brauns-Straße ist Eigentum des Familienunternehmens. Was dort nach dem Ende des Marktbetriebs geschehen soll, das lässt Reckendorf im Gespräch mit dieser Zeitung noch offen: Es gebe Überlegungen, nichts sei spruchreif, man sei aber in einem guten Austausch mit der Stadtverwaltung – mit der sei die Kooperation sehr gut, betont Reckendorf.

Was passiert mit altem Grundstück?

Aus dem Rathaus gibt es denn auch nur allgemeine Auskünfte: Grundsätzlich könnten Stadt und Stadtrat über den Bebauungsplan Einfluss auf eine künftige Nutzung des Grundstücks nehmen, teilt Sprecher Helge Miethe mit.

Eine mögliche Wohnbebauung hätte aus Sicht der Verwaltung zumindest keinerlei Einfluss auf die Pläne für das Wohngebiet Wasserkamp. „Das Grundstück würde eine weitere Ergänzung darstellen“, teilt Miethe mit. „Je nach Bebauungsstruktur ließen sich auf der Fläche zirka 50 bis 100 Wohneinheiten realisieren.“

Einer, der der nun angekündigten HIT-Umsiedlung an das Areal Mittelfeld im Ochtersumer Süden viel abgewinnen kann, ist der künftige Nachbar. Karsten Krüger, Chef des früheren Hagebau- und jetzigen OBI-Markts freut sich auf den Zuwachs nebenan. „Wenn es nun wirklich soweit kommt, ist das natürlich positiv zu bewerten. Das wertet den Standort auf, und auch wir können davon profitieren.“

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.