Corona in Schulen

Tägliche Corona-Tests? Das sagen Hildesheims Schulen

Hildesheim - Der Kultusminister wünscht sich nach den Ferien viel mehr Schnelltests an Niedersachsens Schulen. Die Einrichtungen im Landkreis Hildesheim haben eine eindeutige Meinung.

Auf in die Schule: Eine Schülerin zeigt ihr negatives Testergebnis. Foto: Tarek Abu Ajamieh (Archivbild)

Hildesheim - An den Schulen im Raum Hildesheim zeichnet sich eine breite Zustimmung für den Vorschlag ab, nach den Sommerferien die Zahl der Selbsttests deutlich zu erhöhen. Bisher müssen sich alle Schülerinnen und Schüler zweimal pro Woche vor dem Unterricht auf eine mögliche Corona-Infektion testen. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne will dies nach dem Sommerurlaub deutlich ausweiten. Er hält sogar tägliche Tests für denkbar.

Bei den Schulleitern im Landkreis Hildesheim rennt er damit vielerorts offene Türen ein. „Da sich die Testungen als hilfreich erwiesen haben, praktikabel und bezahlbar sind, spricht aus meiner Sicht vieles dafür“, sagt etwa Michael Strohmeyer, Leiter des Gymnasiums Alfeld. Auch Marcus Krettek, Direktor des Hildesheimer Scharnhorstgymnasiums, begrüßt tägliche Tests nach den Sommerferien. „So können mögliche Infektionen schnell festgestellt, Infektionswege rechtzeitig unterbrochen und der Infektionsschutz für die Schülerinnen und Schüler, ihre Familien und alle Lehrkräfte und Mitarbeiter deutlich erhöht werden“, sagt Krettek.

Sind Kinder unter zwölf die am stärksten betroffene Gruppe?

Er hält ohnehin die Kinder unter zwölf Jahren und ihre Familien wegen der fehlenden Impfperspektive für die aktuell am stärksten belastete Gruppe. Und auch Familien mit Teenagern wollten gerne über die Langzeitfolgen einer Impfung Bescheid wissen, ehe sie sich für diesen Weg entscheiden. „Tägliche Testungen nach den Sommerferien sind für diese beiden Gruppen der beste Weg zu Gesundheitsgewissheit, Sicherheit und einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe“, findet Krettek.

Die Oskar-Schindler-Gesamtschule (OSG) will sogar unabhängig von einer diesbezüglichen Weisung des Kultusministeriums in den ersten zwei Wochen nach den Sommerferien täglich testen lassen. „Sicherheit geht in jedem Fall vor, und solange die Kinder und Jugendlichen nicht geimpft sind, ist das derzeit unsere einzige Option, dies ansatzweise zu erreichen“, sagt OSG-Leiterin Andrea Berger. An der Waldorfschule ist man hingegen noch etwas skeptisch. „Wenn das dazu beiträgt, dass wir möglichst lange in Präsenz bleiben können, ist es vielleicht eine gute Idee“, sagt Kathrin Pahl, Geschäftsführerin der Waldorfschule. Allerdings sei sie der Meinung, dass zwei- bis dreimaliges Testen pro Woche im Grunde ausreichend sei. Natürlich sei dies abhängig vom jeweiligen Inzidenzwert.

Inzidenz im Landkreis Hildesheim wieder über 10,0

Auf den richten sich derzeit viele bange Blicke. Im Landkreis Hildesheim lag er am Montag zum dritten Mal hintereinander über 10,0 – mit entsprechenden Folgen (siehe Haupttext). In der Region Hannover lag er am Montag schon bei 35,4.

Michael Strohmeyer vom Gymnasium Alfeld fordert, bei den Planungen den hohen Verwaltungsaufwand für die Schulen zu berücksichtigen. „Wenn man dieses Verfahren vereinfachen würde, wäre eine tägliche Testung sicherlich zielführend.“ Gleichzeitig weist er darauf hin, dass keine „Bastelsets“ mehr an Schulen geliefert werden sollten. Dies funktioniert aber landesweit nach anfänglichen Startschwierigkeiten gut.

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