Hildesheim - Kurze Hose, T-Shirt, Badeschlappen – noch ist Andre Hohensee im Freizeitmodus. Er hockt am Grill und wendet die Würstchen. Dass hunderte Leute vorbei bummeln, etliche stehen bleiben und schauen, stört den Mann überhaupt nicht. Hohensee gehört zu den zahlreichen Fahrern und Fahrerinnen, die an diesem Wochenende in Hildesheim bei der Techorama auf die Rennbahn gehen. Gute zwei Stunden noch, dann ist Hohensee dran.
Motorräder, Rennboliden, Straßenkreuzer, Oldtimer, Bullis, die Liste der Fahrzeuge ist lang, die am Flugplatz zu bestaunen sind. Die allermeisten eint: Sie sind besonders, auf keinen Fall alltäglich, die meisten richtig alt. Aus ganz Niedersachsen aber auch von deutlich weiter her, sind sie angereist. Diejenigen, die nur staunen wollen, andere, die ihre eigenen Autos gerne mal zeigen wollen und solche wie Hohensee, die selbst an einem der zahlreichen Rennen teilnehmen werden.
Im Boot auf die Strecke
Hohensee fährt seit über 30 Jahren Motorrrad, gerne auch Rennen, seit einigen Jahren tritt er mit einem Gespann an. Im Boot, so heißt der Beiwagen im Fachjargon, turnt während der Fahrten die 24-jährige Linda Casten. Von gemütlicher Fahrt im bequemen Sitz kann nämlich keine Rede sein. „Nee, nee, wir müssen die Strecke genau im Auge haben, immer mitgehen“, erklärt auch Andrea Kelpe, die wie Casten eine sogenannte „Schmiermäxin“ ist und dafür sorgen muss, dass die Gewichtsverteilung auf der Strecke jederzeit optimal ist. „Sich die Maschine nicht aufschaukelt, auch in den Kurven immer stabil liegt“, sagt Kelpe und führt eindrucksvoll vor, was das bedeutet: Sie lehnt sich weit nach außen, duckt sich tief ins Boot oder liegt quasi hinter ihrem Fahrer Holger Rohlfs auf dem Sitz. Beeindruckt beobachten interessierte Zuschauer beim Gang durchs Fahrerlager Kelpes „Turnübungen“.
Überhaupt geben sich die Teams, die ihre Lager dort aufgeschlagn haben, sehr offen. Sie zeigen ihre Fahrzeuge, fachsimpeln mit Fans und lassen auch gerne mal die Motoren röhren.
Porsche beeindrucken
Das laute Röhren, Brummen und Blubbern liegt den ganzen Tag über dem Gelände, mal lauter, mal leiser. Vor allen Dingen an der Rennstrecke ist es ohrenbetäubend. Von der Tribüne aus und entlang der Strecke stehen und sitzen die Gäste und verfolgen die teils ungleichen Rennen. Dicht gedrängt stehen die Zuschauer, als sich eine ganze Reihe Porsche fertig für den Start macht. Allen voran ein weißer Porsche mit Zebra-Streifen. Als der Fahrer den Wagen startet, filmen etliche Schaulustige mit ihren Smartphones. Kaum fällt dann das Startsignal, schießt der Zebra-Porsche förmlich auf die Rennstrecke und hält seine Konkurrenz während seiner Runden über den 2,7 Kilometer langen Kurs auf Distanz.
Aber auch abseits von Rennstrecke und Fahrerlager gibt es viel zu sehen. Vom Messerschmidt Kabinenroller, über amerikanische Straßenkreuzer, Unimogs und Vespa-Roller bis zu liebevoll restaurierten VW-Käfern und Bullis. Und mittendrin streckt ein silbernes Fahrzeug quasi seine Flügel in die Luft: Ein DeLorean, bekannt aus dem Filmklassiker „Zurück in die Zukunft“. Stolz zeigt Frank Lehmann sein Schätzchen, dem sogar der Flux-Kompensator nicht fehlt. Eine Straßenzulassung hat der Wagen auch. Doch der Schliekumer holt den DeLorean nur für besondere Anlässe aus der Garage: wie für die Technorama.

