Aus dem Tierheim

Terrier Rudi ist lernwillig und verschmust – doch für ihn hat sich noch nie ein Interessent im Hildesheimer Tierheim gemeldet

Hildesheim - Tierpflegerin Sarah Boldorf trainiert Terrier Rudi in ihrer Freizeit, damit er Chancen auf eine Vermittlung hat. Auch Jagdhund Rüdiger sucht ein Zuhause und Hündin Layka wurde mit zehn Jahren vergangene Woche in Hildesheim ausgesetzt.

Sarah Boldorf hofft, dass Terrier-Mix Rudi aus dem Tierheim Hildesheim endlich eine Familie findet. Foto: Andrea Hempen

Hildesheim - Wenn Rudi mit Katzen klarkäme, dann hätte er bei seiner Tierpflegerin Sarah Boldorf Zuhause sicher schon sein Körbchen stehen. „Mit meinem Hund kommt er super klar, aber nicht mit den Katzen“, bedauert die Tierpflegerin aus dem Hildesheimer Tierheim. Seit fast drei Jahren arbeitet die junge Frau dort. Beinahe ebenso lange ist Rudi schon im Heim. Rudi hat einmal richtig Mist gebaut, ist sozusagen als Jugendlicher straffällig geworden. Als Junghund jagte er einer Radfahrerin hinterher und brachte sie zu Fall. Ähnliches ist nie wieder passiert, doch deswegen gilt der Heideterrier-Mix als gefährlicher Hund und muss beim Gassigehen einen Maulkorb tragen.

Sarah Boldorf ist eigentlich für die Tierheim-Katzen da. Aber Rudi hat ihr Herz im Sturm erobert. „Er ist so liebebedürftig, er bohrt sich regelrecht in den Menschen hinein“, sagt sie. Zwei Mal in der Woche widmet sie sich privat dem Training dieses Hundes. „Ich möchte ihn alltagstauglich machen, denn Rudi hat nichts kennengelernt und er hat es verdient, ein Zuhause zu finden. Wie alle unsere Tiere“, sagt Boldorf. Rudi, sechs Jahre alt, kam als Pensionsgast ins Tierheim und blieb, weil sein Herrchen nicht wieder gesund wurde. Der Halter hatte sich nicht viel um den agilen Terrier gekümmert, ihm nichts beigebracht und ihn nicht ausgelastet, was bei dieser Rasse aber dringend notwendig ist.

Rudi soll Wesenstest machen

Das übernimmt nun Boldorf, in dem sie den kastrierten Rüden mit zum Wandern in den Harz nimmt, mit ihm joggt oder Inliner fährt. Boldorf trainiert mit Rudi zudem auf ein Ziel hin: Sie will, dass er den Wesenstest macht und besteht, damit er künftig ohne Maulkorb geführt werden kann. „Ich kann mir nur vorstellen, dass die Maulkorbpflicht mögliche Interessenten abschreckt“, sagt Boldorf. Sonst falle ihr kein Grund ein, warum dieses freundliche Energiebündel noch immer im Tierheim lebt. „Rudi ist einfach nur ein Goldschatz“, schwärmt Boldorf. Für den es in den vergangenen Jahren nicht eine einzige Anfrage gab.

Rudi und Rüdiger im Auslauf

Im Auslauf rennt Rudi mit Rüdiger um die Wette. Auch Rüdiger ist schon einen großen Teil seines Lebens im Heim. Die Griechische Bracke ist vier Jahre alt und lebt seit anderthalb Jahren an der Mastbergstraße. Der ursprünglich aus Griechenland stammende Jagdhund wurde seinerzeit an der Alfelder Straße angebunden gefunden. Der kastrierte Rüde ist überaus freundlich zu Menschen – zu Katzen und Kleintieren weniger. Rüdiger ist aktiv und wäre auf dem Land sicher ein optimaler Familienhund.

Für Hündin Layka ist die Welt am vergangenen Freitag aus den Fugen geraten – wohl nicht das erste Mal. Die zehnjährige Hündin wurde von ihrer Besitzerin oder ihrem Besitzer am Freitag in der Bernwardstraße angebunden und sitzen gelassen. „Die Hündin ist bei Tasso registriert“, erklärt Sabine Witte, Leiterin des Hildesheimer Tierheims. Nur könne sich der einstige Besitzer angeblich nicht mehr daran erinnern, wem er die Hündin überlassen habe. Layka ist eine ganz liebe Hündin, die durch das Erlebte unter Verlustängsten leidet und deswegen im neuen Zuhause nicht viel allein sein sollte. Ein Haus ohne viele Treppen, aber mit einem Garten, wäre der ideale Platz für die aktuell noch etwas übergewichtige Hündin.

Kontakt zum Tierheim

Unter der Rufnummer 05121/957570 können Interessenten mehr über die Hunde erfahren oder einen Kennenlerntermin vereinbaren.

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