Hildesheim - Der Tod von 30 Kaninchen im Wildgatter lässt viele Tierfreunde im Raum Hildesheim nicht los. Zahlreiche Menschen diskutieren über den Vorfall, bei dem fast alle Kaninchen innerhalb von rund zwei Wochen ihr Leben ließen. Laut Ralf Haidenkummer, Tierpfleger und Bereichsleiter Wildgatter, waren die Nager falsch gefüttert worden. Zudem habe sie ein Virus erwischt. Nur drei Tiere der derzeitigen Population überlebten.
Günter Gondeck hat der Bericht besonders betroffen gemacht. Gondeck ist Vorsitzender des Rassekaninchen-Zuchtvereins F 72 Hildesheim. „Es tut weh, wenn man so etwas liest“, sagt er. Die Version der Stadt, die falsche Fütterung sei ursächlich für den Tod der Tiere gewesen, stellt der Kaninchenzüchter aber in Frage. „Kaninchen sind zwar sehr empfindlich, aber um sie zu töten, hätte man eine ganze Schubkarre Kohl ins Gehege kippen müssen.“
Kokzidien sind laut Stadt nicht nachgewiesen worden
Als Rassekaninchenzüchter kenne er die Problematik. In den meisten Fällen hätten die Tiere Kokzidien oder Enterokolitis, eine Darmlähmung, die die Tiere aufblähe. „Dieses sollte man im Vorfeld beobachtet und gesehen haben, wäre das geschehen, wären vielleicht nur ein paar Tiere gestorben“, sagt Gondeck. Nach einer gründlichen Desinfizierung des Geheges und einer Kur der überlebenden Tiere hätte das Gehege wieder neu besetzt werden können. Gondeck fragt sich, ob die toten Tiere auch von einem Fachmann untersucht wurden. „Selbstverständlich wurden die Tiere vom Tierarzt untersucht und obduziert. Kokzidien konnten nicht nachgewiesen werden“, sagt Stadtsprecher Helge Miethe.
Vor allem auf Internetforen fragen sich viele, ob die Kaninchen nicht vielleicht der gefährlichen „Chinaseuche“ (RHD2) zum Opfer gefallen sind. Laut Ralf Haidenkummer deuten die Symptome aber nicht darauf hin. „Um es ausschließen zu können, wird aber auch das untersucht. Ein Ergebnis dazu liegt noch nicht vor“, heißt es aus dem Rathaus.
