Müllabfuhr

Trotz Eis und Schnee in Hildesheim: Mit diesen Tipps friert der Müll in der Tonne nicht fest

Hildesheim/Kreis Hildesheim - Die Müllabfuhr ist pünktlich vorgefahren, kann aber den Abfall nicht entsorgen. Dieses Problem haben gerade viele Hildesheimerinnen und Hildesheimer mit ihrer Biotonne. ZAH-Chef Jens Krüger gibt Tipps, wie es jetzt in der Tonne locker bleibt.

Die grünen Biotonne haben pünktlich zur üblichen Abholzeit am Straßenrand in Hildesheim gestanden, doch vollständig geleert werden konnten trotzdem nicht alle. Die eisigen Temperaturen lassen den Inhalt zu Eisblöcken frieren. Foto: Jan Fuhrhop

Hildesheim/Kreis Hildesheim - Mit gelbem Licht rücken die Müllwerker trotz Eisglätte und Schnee frühmorgens an, die Tonne am Straßenrand bleibt dennoch weiter gefüllt. So geht es jetzt vielen Hildesheimerinnen und Hildesheimern, die am Abholtag feststellen, dass der Inhalt gar nicht geleert wurde.

Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, woran das liegt: Der Müll ist in der Tonne festgefroren. Da hilft auch die Rüttelfunktion am Müllauto nicht, um die Masse zu lockern. Frust und Ärger sind vorprogrammiert angesichts alter Bananenschalen, Küchenreste und Gartenabfälle. Sie haben sich bei den derzeitigen Temperaturen zu einem Eisblock formiert.

Hunderte Beschwerde-Anrufe

„Ja, es kann jetzt aufgrund der Wetterverhältnisse zu Störungen und Einschränkungen kommen“, sagt Jens Krüger, Geschäftsführer beim Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH). Bei ihm an der Deponie Heinde gehen zurzeit Hunderte Anrufe ein, weil die gewohnte Leerung ausgeblieben ist.

Tipps gegen eingefrorene Tonnen

ZAH-Chef Krüger gibt für die Winterzeit zusätzlich einige Tipps, wie sich eingefrorene Tonnen verhindern lassen:

  • Feuchte Essensreste frieren besonders schnell ein – sie am besten vorher in Zeitungspapier einwickeln.
  • Möglichst wenig Flüssigkeiten in der Biotonne entsorgen. Obwohl die Mikroorganismen in den Bioabfällen beim Zersetzen der Reste Wärme entstehen lassen, sind auch sie den Temperaturen weit unter dem Nullpunkt nicht gewachsen.
  • Saugfähiges Zeitungspapier zerknüllen oder Pappe nehmen, damit die Abfälle nicht an den Kunststoffwänden der Tonne anfrieren.
  • Den Bioabfall zusammen mit Strauchschnitt schichten, um Lufträume zu schaffen. Das ist gerade bei größeren Mengen an nassem Laub wichtig.
  • Wer die Biotonne in der Garage oder anderen Innenräumen stehen hat, sollte sie möglichst erst kurz vor der Leerung an die Straße stellen. Draußen einen möglichst windgeschützten Platz für die Tonne wählen.
  • Nach der Leerung den Boden der grünen Tonne mit einigen Lagen Zeitungspapier oder einem Stück Karton bedecken. Alternativ kann man auch zu Papiersäcken greifen, die die Tonne komplett innen auskleiden.

Bis zu 150 Müllwerker in Stadt und Kreis unterwegs

Unterwegs in Stadt und Landkreis sind montags bis freitags bis zu 150 Mitarbeiter, die für die Leerung zuständig sind. „Sie machen schon alles möglich, was geht“, betont der 62-jährige ZAH-Chef. Aus Arbeitsschutzgründen dürfen sie allerdings auf keinen Fall in festgefrorenen Tonnen herumstochern, um Eisblöcke zu lösen. Der Zweckverband hat auf seiner Seite bereits Sonderregelungen veröffentlicht:

Sonderregelungen des ZAH

  • Biotonnen werden in Ausnahmefällen, sofern sie zur Abholung bereitgestellt sind, gemeinsam mit der Restmülltour geleert, um ein Durchfrieren des Abfalls zu vermeiden.
  • Bei der nächsten Abholung können zusätzliche Säcke (beziehungsweise Kartons bei der blauen Papiertonne) neben die Tonnen gestellt werden.
  • Nicht geleerte vierwöchentliche Restmülltonnen dürfen ersatzweise zur nächsten zweiwöchentlichen Abholung mit bereitgestellt werden.

Kann auch individuell nachgeleert werden? „Nein, das geht rein organisatorisch nicht“, verdeutlicht Krüger. Die täglichen Touren sind alle fest verplant. Gerade bei diesen Witterungsverhältnissen haben es die jeweiligen Fahrer des Müllautos nicht leicht, ihr Pensum zu schaffen. Das Fahrzeug kann im vollen Zustand bis zu 26 Tonnen wiegen und ist auf glatten, oft engen Straßen mitunter schwierig zu dirigieren. So haben sich bereits am Freitag schon einige Fahrzeuge im hohen Schnee festgefahren, konnten aber von der Besatzung selbst freigeschaufelt werden.

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