Arbeiten in Sommerferien

Trotz Kritik aus Ochtersum: Neue Verkehrsführung nahe Hildesheimer HIT-Markt kommt

Hildesheim - Radfahrer bekommen auf der Strecke Hohnsen-Wunramstraße in Hildesheim einen Schutzstreifen – Autofahrer müssen sich außerdem an einer Kreuzung in Ochtersum umstellen. Der Ortsrat befürchtet deshalb Stau.

Der Linksabbieger aus der Adolf-Kolping-Straße in die Kurt-Schuhmacher-Straße soll im Zuge der Schutzstreifen-Einführung auf der Route Hohnsen-Wunramstraße wegfallen. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Radfahrer bekommen auf der Strecke Hohnsen-Wunramstraße auf beiden Seiten einen Schutzstreifen: Der Verwaltungsausschuss (VA) hat sich jetzt für einen entsprechenden Vorschlag der Bauverwaltung ausgesprochen.

Diese will die Arbeiten, die mit einer Sanierung der Fahrbahndecke einhergehen, möglichst in den Sommerferien erledigen lassen, kündigte Baudezernentin Andrea Döring jüngst im Stadtentwicklungsausschuss (Steba) an. Dessen Mitglieder hatten keine Beschlussempfehlung abgegeben – was vor allem den Vorbehalten der CDU geschuldet war: Die Christdemokraten haben nichts gegen die Schutzstreifen, wohl aber gegen den Wegfall der Linksabbiegerspur aus der Adolf-Kolping-Straße in die Kurt-Schumacher-Straße.

Ochtersumer Ortsrat befürchtet Staus an der betroffenen Kreuzung

Die Stadt braucht die Fläche, um ganz vorn an der Kreuzung einen eigenen Bereich für Radfahrer zu schaffen, die dort bei Rot warten müssen. Der Ochtersumer Ortsrat befürchtet Staus, wenn sich Geradeausfahrer und Linksabbieger nun eine Spur teilen müssen – vor allem mit Blick auf die Busse, die dort unterwegs sind, und den Verkehr aus Richtung HIT-Markt. Die Verwaltung hält die Sorgen für unberechtigt: Sie verweist auf die Prognosen von Gutachter, nach denen es auch künftig an der Kreuzung gut vorangeht.

Die CDU beurteilt die Lage anders: Die Christdemokraten beantragten im Verwaltungsausschuss, den Wegfall des Linksabbieger aus den Plänen herauszunehmen – andernfalls setze sich die Stadt einfach über die Bedenken des Ochtersumer Ortsrates hinweg, in dem schließlich auch Vertreter der anderen Parteien säßen. Die CDU konnte damit aber bei der Mehrheit nicht landen: Die Stadt lässt den Linksabbieger wie vorgesehen im Zuge der Arbeiten entfernen.

Kritik an denen kommt auch von der Gruppe „Hildesheim will Rad fahren“ – aber aus anderen Gründen. So führen die Autos auf der Strecke Hohnsen-Wunramstraße eher schneller als 50 Stundenkilometer, meint die Gruppe. Zudem sei eine Verringerung der Verkehrsdichte auf der Strecke in absehbarer Zukunft nicht zu erreichen. „Sie wird Bestandteil der Durchgangsrouten bleiben.“ Schutzstreifen reichten daher für den Radverkehr nicht aus: Autos könnten die Streifen überfahren, Lastwagen den Radfahrern ebenfalls „sehr sehr nahe“ kommen, weil der Sicherheitsabstand fehle. Geübte und hart gesottene Radfahrer und Radfahrerinnen hielten dieses vielleicht noch aus, heißt es in der Stellungnahme von „Hildesheim will Rad fahren“. Aber grundsätzlich sei davon auszugehen, dass Fahrradfahrer solche Situationen als sehr gefährlich für sich einstuften.

„Hildesheim will Rad fahren“ findet Schutzstreifen zu gefährlich

In derart stark befahrenen Straßen könne nur ein Radweg, der baulich und damit deutlich von der Spür für Autos und Lastwagen getrennt sei, eine Lösung sein. Die Stadt dürfe die Verkehrssicherheit für die Radfahrer nicht vernachlässigen, auch wenn es für die Deckschichtsanierung Zuschüsse bekommen. Tatsächlich übernimmt das Land die kompletten Kosten von 760 000 Euro für das Vorhaben. Auf dem Abschnitt zwischen dem Hohnsen und den Rampen zur B 243 können Radler auch künftig auf dem Fußweg fahren, danach bis nach Ochtersum müssen sie den Schutzstreifen nutzen.

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