Hildesheim - In diesem Jahr sind 72,8 Prozent der Autos ohne festgestellte Mängel durch die Hauptuntersuchung (HU) der Hildesheimer TÜV-Station gekommen. Das geht aus einer aktuellen statistischen Auswertung hervor. Der Anteil der Fahrzeuge ohne Probleme ist gegenüber dem Vorjahr um 12,6 Prozent gestiegen. In diesem Jahr wiesen auf der anderen Seite 11,4 Prozent der Autos geringe Mängel und 15,7 Prozent so schwerwiegende Mängel auf, dass sie erst repariert werden mussten, bevor die Plakette angebracht wurde. Der Anteil dieser sofort reparaturbedürftigen Wagen lag vor zwei Jahren, 2022, noch viel höher, nämlich bei 26,1 Prozent.
Durchschnittalter steigt in fünf Jahren von 9,9 auf 11,8 Jahre
Der TÜV Nord sieht die hohe Quote mängelfreier Fahrzeuge auch als Beleg für die Wirksamkeit der regelmäßigen Hauptuntersuchungen, die auch durch andere Gesellschaften wie Dekra und GTÜ angeboten werden. „Dadurch werden die Autofahrenden angehalten, in einen guten technischen Zustand ihres Autos zu investieren“, ist das Fazit des TÜV Nord, „zum Nutzen für die allgemeine Verkehrssicherheit.“ In diesem Jahr lag das Alter der Autos, die in der Hildesheimer TÜV-Station untersucht wurden, im Durchschnitt bei 11,8 Jahren, der Kilometerstand bei 105.000.
Auffällig ist: Die Autos halten länger – vor drei Jahren, 2021, waren sie im Mittel erst 9,9 Jahre alt, als sie in der TÜV-Station unter die Lupe genommen wurden. „Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Fahrzeuge beobachten wir an unserer TÜV-NORD-Station bisher noch keine Zunahme der Mängelquoten,“ erklärt Marcus Liebner, der Stationsleiter in Hildesheim. Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist allerdings die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren weisen 6,2 Prozent der Autos erhebliche Mängel auf, im Alter von fünf Jahren sind es bereits rund 9,1 Prozent.
Farbe der Plakette wechselt von Grün auf Orange
Neben dem Fahrzeugalter sei auch die durchschnittliche Laufleistung ein Grund für Verschleiß und somit für Mängel, betont der TÜV Nord. Sie liege aktuell bei den Dreijährigen bei 44.097 Kilometern und bei den fünfjährigen Fahrzeugen bei 65.987 Kilometern. Laut TÜV nimmt mittlerweile die Zahl der vollelektrischen Fahrzeuge bei den Hauptuntersuchungen stetig zu. Ein Grund: Es gebe immer mehr emissionsfreie Dienstwagen.
Die Farbe der TÜV-Plakette wechselt jährlich, zum bevorstehenden Jahreswechsel von Grün auf Orange. Sie ist für die Polizei ein Hinweis, ob der TÜV-Termin möglicherweise überzogen wurde. „Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig“, erläutert der TÜV Nord, „und ab dem achten Monat kommt sogar noch ein Punkt in Flensburg hinzu.“
