Hildesheim - Jedes vierte Auto hat in diesem Jahr bei der Hauptuntersuchung in der Hildesheimer Station des TÜV Nord im ersten Anlauf keine neue Plakette erhalten: Bei 26,1 Prozent der Fahrzeuge wurden erhebliche oder sogar gefährliche Mängel festgestellt. Der TÜV rückt aber eher die 73,9 Prozent in den Fokus, die keine oder nur geringe Mängel aufwiesen und ohne Nachprüfung im ersten Anlauf durchkamen.
Problemzone Nummer eins: Licht und Elektrik
Die meisten Mängel gab es wie in den vergangenen Jahren am Licht und an der Elektrik. „Und das, obwohl zumindest die Kontrolle der Beleuchtungsanlage in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist“, bemerkt die TÜV Nord Group in ihrer Jahresbilanz für den Standort Hildesheim. Allerdings sei die Quote der erheblichen Mängel an Licht und Elektrik erneut gesunken. Daran hätten auch die Autohersteller mit der Entwicklung zuverlässiger Fahrzeugtechnik ihren Anteil. Überhaupt: „Die Sicherheit steigt von Fahrzeuggeneration zu Fahrzeuggeneration“, sagt Elmar Marecek, der Leiter der Hildesheimer TÜV-Station. Hinter Licht und Elektrik sind andere Bereiche in der folgenden Reihenfolge am häufigsten von Mängeln betroffen: Achsen, Räder, Reifen; Umweltbelastung; Bremsen.
Der durchschnittliche Wagen ist fast zehn Jahre alt
Die Hersteller setzen laut Marecek verstärkt auf Langzeitqualität. Das zeigt sich in zwei Zahlen aus der Statistik: Der durchschnittliche Wagen, der in Hildesheim geprüft wurde, war 9,9 Jahre alt und hatte mehr als 103.000 Kilometer auf dem Tacho. Je älter die Autos sind, desto häufiger werden bei der Hauptuntersuchung (HU) Mängel festgestellt. Bei der ersten HU, wenn die Fahrzeuge drei Jahre alt sind, liegt der Anteil der Autos mit erheblichen Mängel bei 5,1 Prozent, bei der zweiten HU nach fünf Jahren sind es bereits 9 Prozent.
Ein aktueller Hinweis des TÜV: Wer zurzeit noch mit einer braunen Plakette für 2022 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin für die nächste Hauptuntersuchung geben lassen. Mit dem Jahreswechsel ändert sich die Farbe der Plakette von Braun auf Rosa. „So ist zum Beispiel für die Polizei direkt farblich erkennbar, wenn der TÜV-Termin überzogen wurde“, mahnt der TÜV. Dann sei nach mehr als zwei Monaten ein Verwarngeld fällig und ab dem achten Monat komme sogar noch ein Punkt in Flensburg hinzu.
Als das Auto mit den geringsten Mängeln führt im aktuellen TÜV-Report die B-Klasse von Mercedes-Benz die Rangliste an. Auf den unteren Plätzen rangieren je nach Alter der Dacia Logan und Duster sowie der Renault Clio. Der fällt im Fahrzeugalter zwischen zehn und elf Jahren zu 36,4 Prozent mit erheblichen Mängeln durch die Hauptuntersuchung.
