Bockenem - Als Kathrin Twarkowski und Michael Kitruschat überlegt haben, wo sie denn heiraten möchten, stand für das Bockenemer Paar schnell fest: Wir besiegeln im Turmuhrenmuseum auf dem Buchholzmarktplatz den Bund fürs Leben. Dass zwischen Turmuhren, Glocken und anderen altertümlichen Exponaten die Ringe getauscht werden können, wissen offenbar nicht viele. „Leider gibt es hier nur sehr wenige Hochzeiten“, bedauert Museumsleiter Hans-Jörg Drake. Daher sei die Freude umso größer, dass sich Kathrin Twarkowski und Michael Kitruschat für das Museum entschieden haben.
Gemütlicher Ort
Einen gemütlicheren Ort für eine Trauung kann es auch kaum geben. „Unser Biedermeierzimmer hat schon ein besonderes Ambiente“, ist der Museumsleiter überzeugt. Für Kathrin Twakowski hätte es ohnehin keinen schöneren Ort geben können, zumal sich die 37-Jährige für frühere Zeiten interessiert. Ihr Kleid, das dem Biedermeierstil nachempfunden ist, hat sich die Bockenemerin im Atelier von Lucardis Feist in Bad Lauterberg anfertigen lassen. Kathrin Twarkowski taucht aber auch gelegentlich in die Welt des Mittelalters ein. Gern besucht sie – natürlich in einem passenden Outfit – Mittelalter-Events. Auch bei den Bockenemer Hansetagen tauschte sie schon die Jeans gegen eine entsprechende Kluft.
„Ich mag die altertümliche Stimmung, ganz besonders aber die Musik“, erzählt die Bockenemerin, die nach der Eheschließung durch die Standesbeamtin Sabine Dumschat den Namen Kathrin Kitruschat-Twarkowski angenommen hat. Vielleicht ist die 37-Jährige schon bald regelmäßig im „Museum der Zeit“ anzutreffen. Denn: Kathrin Kitruschat-Twarkowski überlegt schon seit längerer Zeit, ob sie sich im Museum engagieren möchte. Diese Nachricht wird Hans-Jörg Drake sicher gerne hören. Schließlich sind neue helfende Hände immer willkommen.
Neue Museumsmitarbeiterin?
„Ich kann mir gut vorstellen, Führungen durch die Ausstellung zu übernehmen“, berichtet die 37-Jährige. Dann geht es natürlich auch ins Biedermeierzimmer, wo ihr Herz sicherlich gleich ein paar Takte schneller schlagen wird. Für Trauungen stehen aber noch weitere Räume zur Verfügung. Wer nicht heiraten möchte, ist im Turmuhrenmuseum natürlich auch willkommen. Jeden Sonnabend und Sonntag von 15 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung kann die Ausstellung, in der nicht nur Turmuhren und Glocken zu sehen sind, besichtigt werden. „Wir haben zuletzt auch schon wieder verschiedene Gruppen begrüßen können“, berichtet Hans-Jörg Drake, der fast jeden Tag Anfragen zur Geschichte der Bockenemer Turmuhrenfabrik und Glockengießerei Weule erhält. „Neulich wollte sogar jemand aus China etwas wissen. Zum Glück gibt es im Internet Übersetzungsprogramme“, berichtet der Museumsleiter.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zu einer Trauung im Museum erteilt die Stadt Bockenem unter der Rufnummer 05067/242-0. Je nach Größe des Raumes können neben dem Brautpaar, den Trauzeugen und dem Standesbeamten noch bis zu 15 Personen an der Zeremonie teilnehmen.

