Sarstedt/Harsum - Vergangene Woche Dienstag ging es los, recht verhalten, ohne großes Marketing. Die Testzentren auf den Festplätzen in Sarstedt und Harsum sollten erst einmal langsam anlaufen, um auf Kinderkrankheiten hin ausmerzen zu können. Inzwischen läuft es: 1516 Tests haben die Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bunds Hildesheim/Hameln-Pyrmont (ASB) innerhalb einer Woche gemacht – ein positiver Corona-Fall war bislang nicht dabei.
Testungen ballen sich am Wochenende
„In Sarstedt waren es 866 Tests am Dienstagabend“, sagt Daniel Heinsch, die ASB-Fachkraft fürs Impfen und Testen. Weitere 650 Nasenabstriche wurden in Harsum registriert. Heinschs Fazit: „Es wird insgesamt sehr gut angenommen, es ist aber noch Luft nach oben da.“
Dabei unterscheidet sich vor allem, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit die Leute kommen. „Am Freitag und Samstag am Wochenende und am Montagmorgen war es richtig voll“, sagt Heinsch, „da waren alle Termine weg.“ In der Woche sei es ein wenig ruhiger. Generell müsse man sagen: „Das Neue ist weg“ – die Nachfrage stabilisiert sich auf eine konstante Zahl an Nutzern des Angebots.
Gewünscht wird Test im Auto
Die Erfahrung zeigt bislang auch, dass die beiden Container in Sarstedt noch nicht benötigt werden, einer reicht. Aufgrund der größeren Bevölkerung als in Harsum hatte man auf dem Festplatz zwei Teststraßen eingerichtet. „Im Moment werden die Bürger dort nur an einem Container getestet, wir tasten uns da noch ran, müssen mehr Erfahrungswerte sammeln“, sagt Heinsch.
Der Drive-in-Test ist ausschließlich für Autos konzipiert, jedoch hätten auch schon Radfahrer und sogar Fußgänger die Testzentren besucht, wenn auch nur eine handvoll. Der ASB hat beide Augen zugedrückt. „Es ist eine Bürgertestung. Jeder hat das Recht auf einen Test, das müssen wir organisieren“, sagt Heinsch, schränkt aber ein, dass das Konzept ausschließlich für Autos abgesegnet sei. Radler und Fußgänger würden nicht pauschal abgelehnt, allerdings auch nicht mit Garantie getestet werden können. Die Maßgabe sei das Auto.
Noch Luft nach oben
Dass es noch deutlich mehr Besucher sein könnten, daraus macht er keinen Hehl: „Ich finde es ein bisschen schade, dass die Leute auf das kostenlose Angebot nicht so aufspringen.“ Dabei gehe es ihm weniger um die Auslastung der Teststationen, als um die Chance auf ein möglichst normales alltägliches Leben. „Testen ist die einzige Möglichkeit, solange es beim Impfen hapert, um Freiheiten zurückzubekommen und ein Mindestmaß an Sicherheit zu schaffen, das ist unser Ziel“, sagt Heinsch. „Vielleicht hat noch nicht jeder verstanden, was für Freiheiten ein negativer Test auf begrenzte Zeit bringen kann.“ Er findet daher auch die Idee der Modell-Kommune gut, die einem mit negativem Test mehr Möglichkeiten einräumt. „Das ließe sich eigentlich auch im kleineren Kreis sehr gut machen“, sagt Heinsch, nicht nur in der großen Stadt.
Registrierung sollte online stattfinden
Womit sich der ASB derzeit noch beschäftigt ist die Technik. „Wir wollten eigentlich ausschließlich Online-Anmeldungen, das funktioniert aber nicht“, sagt Heinsch. Besonders ältere Bürger seien oft auf das Telefon angewiesen, also hat der ASB auch diese Möglichkeit eingerichtet. Dennoch sollte nach Möglichkeit die Online-Registrierung über die Internetseite des ASB genutzt werden.
Und nicht nur vor, auch nach dem Test gab es kleine Unstimmigkeiten. „Pro halben Tag versandet manchmal eine Mail“ – der Getestete bekommt also keine Rückmeldung, obwohl den Mitarbeitern vor Ort der Ausgang der Mail angezeigt wird. An einer Lösung des Problems werde aber schon gearbeitet. Ohnehin gilt: Bei einem positiven Ergebnis würde innerhalb kurzer Zeit angerufen werden.
